Wenige Klicks, dann ist der ETF-Kauf perfekt: Wann der beste Zeitpunkt dafür ist, erklärt unsere Autorin im dritten Teil der Serie.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie: Teil 1 “Der Weg zur ersten Order: ein Selbstversuch!” und Teil 2 “Der Weg zur ersten Order: Vorsicht vor versteckten Kosten!”

Top oder Flop: Darüber entscheidet bei Wertpapierkäufen der Einstieg im richtigen Moment, schreiben viele Ratgeber. Meistens beziehen sie sich auf das Auf und Ab der Börsenkurse – optimal sei es, zu einem möglichst niedrigen Kurs zu kaufen und danach von Steigerungen kräftig zu profitieren. Wie sich der Kurs künftig entwickeln könnte, zeigt sich zwar anhand der Trends über Wochen und Monate hinweg. Aber wirklich vorhersehbar ist das nicht einmal für Profis.

Der Testkauf meines ausgewählten ETFs kann ohnehin nicht so lange warten. Und auch für Kurzentschlossene bieten Experten einige Tipps, um innerhalb eines Handelstags den besten Deal ausfindig zu machen.

Es ist kurz nach neun Uhr morgens an einem gewöhnlichen Wochentag. Ist nicht gerade Weihnachten, Ostern oder sonst ein Feiertag, haben zu der Zeit die wichtigsten Börsen in Deutschland bereits geöffnet. Frankfurt und Stuttgart etwa starten um Acht. Außerhalb der Öffnungszeiten funktioniert der Direkthandel zwar immer noch – also auch später am Abend nach 17.30 oder 18 Uhr, wenn die meisten Börsen wieder schließen. Zu den Zeiten zu handeln, beschreiben Experten allerdings als ziemlich riskant.

Der richtige Zeitpunkt – Oder: Wie ich meine Geduld verliere

Anfänger sollten nach Ansicht der Profis besser während der Öffnungszeiten der Börsen handeln, damit sie die Kurse für den ausgewählten ETF besser vergleichen können. Das Problem außerhalb der Börsenzeiten: Hier bieten Direkthändler Wertpapiere möglicherweise zu überhöhten Preisen an.

Ist mein ETF gerade zu einem fairen Kurs zu haben? Ein solcher Kurs kommt an der Börse in der Regel eher zustande, sagen Experten. Der Grund: Börsen sind streng reguliert und bringen genau Nachfrage und Angebot zusammen, um einen Preis zu ermitteln. Zum Beispiel Xetra: Der Online-Handelsplatz der Frankfurter Börse gilt als verlässlicher Orientierungspunkt. Ein Referenzwert ist in meinem Fall um neun Uhr vormittags also verfügbar – mein Depot listet alle Handelsplätze mit Kauf- und Verkaufskursen untereinander auf. Sowohl Direkthandel als auch Börsenhandel kommt grundsätzlich in Frage.

Allerdings: Früh dran zu sein, ist beim Wertpapierhandel laut Experten eher kontraproduktiv. Nachmittags gegen 15 Uhr, wenn auch die wichtigen US-Börsen in den Tag starten, ließen sich Kurse am besten beurteilen. Ein paar Stunden zu warten, ist mir heute aber zu aufwendig. Mein Handel soll sofort über die Bühne gehen – eine wichtige Information, die das Online-Portal meiner Bank ebenfalls bei jeder Order abfragt. Konkret sieht das so aus: Für jeden Handelsplatz öffnet sich eine Liste mit einer Auswahl sogenannter Auftragsarten. Das System fragt mich also, auf welche Art meine Order bei dem jeweiligen Handelsplatz abgesetzt werden soll.

Die Ordertypen – Oder: Wer warten kann, ist manchmal im Vorteil

Grundsätzlich gibt es in der Börsenwelt zwei wichtige Order-Varianten für Einsteiger: Market und Limit. Bei der schnellsten und einfachsten Auftragsart „Market“ handelt ein Broker sofort zum besten verfügbaren Preis. Der Käufer gibt sich also mit jedem möglichen Kurs zufrieden, der gerade nach Angebot und Nachfrage am Markt entsteht.

Stärker abgesichert ist die Order mit „Limit“: Dabei gibt der Käufer an, welchen Preis er maximal bereit ist zu zahlen und wie lange er mit dem Kauf warten kann. Er gibt sozusagen eine bedingte Bestellung mit Verfallsdatum ab. Das Wertpapier wird nur dann gekauft, wenn der Preis im festgelegten Zeitraum auf dem Limit-Niveau liegt oder darunter. Es kann also passieren, dass die Order einfach verfällt, sollte sich der Kurs in der Zeit nicht in die gewünschte Richtung bewegen. Käufer stellen so sicher, dass sie wirklich nur so viel für ein Wertpapier bezahlen, wie es ihnen wert ist.

Wichtig zu wissen: Darüber hinaus gibt es weitere wesentlich kompliziertere Auftragsarten wie „Stop“, „Trailing-Stop“, „Stop-Limit“ oder „One-Cancels-Other“. Für den Einstieg genügt mir aber ein Überblick über die Basisvarianten Market und Limit.

Wichtig zu wissen: Nicht jede Börse oder jeder Direkthändler bietet alle Möglichkeiten an, außerdem können jeweils unterschiedliche Gebühren anfallen. Die sogenannten Limitorders sind bei meiner Bank kostenfrei, lösen also außer den allgemeinen Ordergebühren keine Zusatzkosten aus. Das muss nicht immer der Fall sein, gerade bei Direkthändlern kann eine Limitorder teuer werden, warnen Experten. Könnte mein Testkauf länger warten, wäre das immerhin eine Überlegung wert. Da ich aber sofort kaufen will, scheidet diese Option aus – ich wähle also „Market“ aus.

Jetzt steht noch der letzte Schritt auf dem Weg zur ersten Order an: Ich muss mich für einen Handelsplatz entscheiden. Direkthandel oder Börse? Weder Uhrzeit noch Zeitpunkt beziehungsweise Auftragsart bringen mich eindeutig zu einem Ergebnis. Denn sowohl meine Bank als auch die Direkthändler und Börsenplätze bieten um die Zeit alle Möglichkeiten an.

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