Viele ETF-Namen enthalten kryptisch anmutende Abkürzungen. Aber was bedeuten sie? herMoney klärt auf!

Sie interessieren sich für ETFs? Fein! Vermutlich wissen Sie dann, dass Sie mit einem ETF kostengünstig und breit gestreut in einen Index investieren. Und dass sich ein ETF immer ziemlich genau wie der Index entwickelt, auf den er sich bezieht. Insofern gibt es also keine Überraschungen, was die Abweichung vom Index nach oben oder unten angeht – die sind durch die Konstruktion eines ETF quasi ausgeschlossen.

Also einfach investieren? Denkste! Denn es ist gar nicht so einfach, einen passenden ETF herauszupicken. Die Namen enthalten oft kryptische Abkürzungen wie ACC, UCITS, USD oder mehr. Gelegentlich kommt es also vor, dass Anlegerinnen Überraschungen mit ETFs erleben, weil sie sich vor dem Kauf nicht genau informiert haben. Dabei enthält der Fondsname alle wichtigen Informationen. Wir haben einen kleinen Leitfaden für Sie zusammengestellt.

Der Index

Alle ETFs enthalten den Namen des Index, auf den sie sich beziehen. Das kann z.B. der DAX sein, der die Wertentwicklung der 30 größten deutschen Aktiengesellschaften zusammenfasst, oder der Euro Stoxx 50, oder der MSCI World Index, der 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern widerspiegelt.

Es gibt aber auch ETFs, die sich auf ziemlich exotische Indizes beziehen. So mancher Index wurde nur „erfunden“, um einen ETF darauf zu etablieren. Das kann z.B. ein Index sein, der aus verschiedenen Unternehmen besteht, die mit der Blockchain-Technologie zu tun haben. Oder ein Index mit Unternehmen, die eine hohe Frauenquote in den Führungsetagen haben. Oder ein Index, der Unternehmen bestimmter Branchen bündelt. Oder, oder, oder.

Ausschüttend oder thesaurierend

Viele ETFs tragen entweder die Abkürzung „ACC“ oder „DIST“ im Namen. „ACC“ steht für „accumulating“ (= thesaurierend), und „DIST“ für „distributing“ (= ausschüttend). Sie sehen: Der englische Sprachgebrauch hat sich in der Fonds-Branche ziemlich eingenistet, weil die Fondsgesellschaften ihre Produkte international vermarkten wollen, und dann machen Fondsnamen, die nur in Deutschland verständlich sind, wenig Sinn.

Wenn ein Fonds ausschüttet, dann verteilt er die Erträge, die er erwirtschaftet hat, an seine Anleger. Das geschieht meistens einmal im Jahr. „Thesauriert“ ein Fonds seine Erträge hingegen, schüttet er sie nicht aus, sondern sammelt sie an – die Dividenden werden also reinvestiert. Entsprechend schneller wächst dann natürlich der Anteilpreis, weil ja durch die Ausschüttung kein Geld aus dem Fonds herausfließt.

UCITS

Nicht wenige ETFs haben in ihrem Fondsnamen die Abkürzung „UCITS“ stehen. Damit soll deutlich gemacht werden, dass es sich um einen Fonds handelt, der der EU-Investmentdirektive entspricht, d.h alle Regelungen dieser Vorschrift einhält. Bei der Abkürzung „UCITS“ handelt es sich wieder um einen Anglizismus, und ausgeschrieben heißt das „untertakings for collective investments in transferable securities“ (= Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren).

Unterschiedliche Währungen

Einige ETFs tragen ein Währungskürzel im Namen, das meistens aus drei Buchstaben besteht. So steht USD beispielsweise für US-Dollar oder EUR für Euro. Im Regelfall entspricht die Fonds-Währung dem jeweiligen Index. Wenn es nicht Euro ist, geht man also ein Währungsrisiko ein, hat aber auf der anderen Seite auch eine Währungschance. Weicht die Fonds-Währung aber von der Index-Währung ab (z.B. wenn der ETF auf den Swiss Market Index (SMI) nicht auf Schweizer Franken, sondern auf Euro lautet), muss man weiter nachfragen: Rechnet der Fonds einfach nur auf die Fremd-Währung um, oder wird die Währung in irgendeiner Form gemanagt?

Hedged

Ein ETF mit dem Namenszusatz „hedged“ ist währungsgesichert. Wechselkursschwankungen spiegeln sich also nicht in Ihrem Investment wider. Das kann vor Währungsverlusten schützen, auf der anderen Seite können Sie auch nicht von Entwicklungen auf dem Devisenmarkt profitieren. Für die Absicherung ist ein kleiner Aufschlag bei den Kosten fällig

herMoney Tipp

Es lohnt sich, den jeweiligen ETF, in den Sie investieren möchten, genau unter die Lupe zu nehmen. Vor allem sollten Sie wissen, wie der zugrunde liegende Index zusammengesetzt ist. Nutzen Sie dazu die vielfältigen Möglichkeiten des Internet – geben Sie dort die Namen der ETFs oder der Indizes ein, die Sie interessieren, und lesen Sie sich in das Thema gründlich ein, bevor Sie kaufen! Sie wollen ja schließlich keine böse Überraschung erleben!

 

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