Sei schlau, Sparer: Investiere in ETFs. Diesen Ratschlag liest die 24jährige Miriam Binner überall. Doch wie funktioniert das genau?

Der erste Motivationsschub ist mehr als ein Jahr her. Im Briefkasten landet ein Bestätigungsschreiben der Bank: Ihr Depot ist nun eröffnet. Sie sind startklar für den Wertpapierhandel. Wir wünschen viel Erfolg.

Auf einem separaten Blatt steht die Anleitung zum ersten Log-In, inklusive Zugangsnummern. Direkt ausprobiert. Passwort geändert, dann ein paar Klicks im Online-Portal: auf die Eingabemaske für die „Watchlist“ und „Quick Order“, darunter die Wertpapier-Order. Ein Blick in die Übersicht der letzten Transaktionen: keine vorhanden. Doch das soll sich ändern.

Der Plan steht längst: Anlegerin werden, das ersparte Geld arbeiten lassen, statt es auf dem Girokonto zu parken. Per Investment in Aktien und Indexfonds von einer kostengünstigen Geldanlage profitieren, am Wirtschaftswachstum teilhaben. Soweit einleuchtend.

Einsteigern wie mir raten Finanzexperten meist zu ETFs, also zu börsengehandelten Indexfonds: Die sollen deutlich günstiger sein als beispielsweise aktiv gemanagte Fonds, hinter denen ein Manager steht, der sich für seine Arbeit bezahlen lässt. Das dürfte gleichzeitig eine höhere Rendite bedeuten, weil die Kosten geringer sind.

Dazu kommt, dass ETFs weniger Risiko versprechen als etwa ein Investment in Einzelaktien. Das liegt an der breiten Verteilung: Denn in manchen dieser Papiere stecken mehr als Tausend Aktien verschiedener Unternehmen aus mehreren Ländern – dass alle gleichzeitig in Schieflage geraten, ist unwahrscheinlich. Es sprechen also doch ein paar gute Gründe dafür, sich ein paar dieser Wertpapiere zuzulegen. Doch wie funktioniert der Kauf genau?

Die Motivation – Oder: Darum kümmere ich mich später

Guthaben für das Depot ist schnell vom Girokonto überwiesen. Für einen ersten Testkauf: 200 Euro. Wer weiß, was so alles schiefgehen kann. Deshalb der Vorsatz: Lieber gründlich einlesen, bevor es losgeht. Wenn demnächst mal Zeit ist. Irgendwann.

Dann wieder ausgeloggt. Und für lange Zeit vergessen – oder eher verdrängt.

Das Depot – Oder: Wie ich lernte, mir ein Passwort zu merken

Ein Jahr später der zweite Anlauf: Neue Zugangsdaten kommen mit der Post, Service für vergessliche Kunden.

Beim Log-In zeigt sich: Ein Verlust steht bereits zu Buche, bevor auch nur ein einziges Wertpapier gekauft ist. Um 1,40 Euro ist das Anfangsvermögen geschrumpft, auf nunmehr 198,60 Euro. Schuld sind Portogebühren für ungelesene Benachrichtigungen und das neue Passwort. Da steigt die Motivation, sich endlich aktiv mit dem Depot zu beschäftigen. Soll heißen: Jetzt wird gekauft.

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