Vermögensverwaltende Fonds sind praktisch, denn hier kümmert sich das Management wirklich um alles. Aber die Kosten sollten niedrig sein.

Ja, genauso soll eine Geldanlage sein: Praktisch, quadratisch, gut! Vielleicht nicht unbedingt quadratisch, aber praktisch und gut! Und kostengünstig am besten auch! Eine Traumvorstellung? Nicht unbedingt – es gibt Fonds, die genau das für sich beanspruchen!

Die dürfen fast alles!

Bei diesen Fonds handelt es sich um sogenannte „vermögensverwaltende Fonds“. Sie sind eine spezielle Art der Mischfonds. Während viele Mischfonds ein festes Verhältnis zwischen den einzelnen Anlage-Klassen haben können, wird das Verhältnis bei sogenannten flexiblen Mischfonds und vermögensverwaltenden Fonds an die jeweilige Marktsituation angepasst. Dabei können sie nicht nur in verschiedene Anlage-Klassen (im Fachjargon: „Assetklassen“) wie Aktien, Renten, Rohstoffe, Währungen etc. investieren, sondern sie tun das über alle Regionen der Welt. Und weil sie sich „vermögensverwaltend“ nennen, streuen sie ihr Fondsvermögen nicht einfach nur ganz breit, sondern das Ganze wird auch noch gemanagt. Das heißt, jemand kümmert sich darum, wie die genaue Gewichtung der einzelnen Anlage-Klassen und Regionen aussehen soll und ändert die Gewichtung je nach Marktsituation und –Aussicht. Das kann entweder eine Fondsmanagerin oder ein Fondsmanager aus Fleisch und Blut tun, oder ein Algorithmus. Ein Algorithmus ist ein Bündel aus „Wenn-Dann-Regeln“, die von einem Computerprogramm automatisch abgearbeitet wird.

Vermögensverwaltende Fonds haben also ganz besonders breit ausgelegte Anlagerichtlinien und nur wenige Einschränkungen. Trotzdem müssen sie sich natürlich an die deutschen bzw. die europäischen Regeln für Investmentfonds halten, d.h. sie dürfen nicht in physische Edelmetalle etc. gehen, sie dürfen nur in sehr engen Grenzen Fremdmittel aufnehmen, etc.

Ersetzt eine Vermögensverwaltung – ist ja auch eine!

Für uns als Anlegerinnen sind solche vermögensverwaltenden Fonds insofern praktisch, als dass sie im Prinzip eine individuelle Vermögensverwaltung ersetzen. Das heißt, wir können unser Geld dort investieren und müssen uns dann keine Gedanken mehr darüber machen, wohin der US-Dollar tendiert, welchen Einfluss die nächste Trump-Rede auf den Welthandel haben wird, und was dies für unser Portfolio bedeutet. Viel mehr können wir einfach unser Geld in einen solchen Fonds anlegen, und das Management machen lassen.

Bei langfristigem Anlagehorizont müssen wir für Investments in solche Fonds auch keinen besonders guten Ein- oder Ausstiegszeitpunkt abpassen. Vielmehr können wir unser Geld anlegen und es auf unbestimmte Zeit liegenlassen; um die Timing-Fragen kümmert sich ja das Fondsmanagement. In der Finanzbranche spricht man hier von „buy-and hold“.

Kosten spielen eine immer größere Rolle

In den letzten Jahren rückten auch die Kosten der Vermögensanlage immer weiter in den Vordergrund. Das liegt nicht nur daran, dass die Kundinnen und Kunden immer aufgeklärter werden, sondern in erster Linie am Kapitalmarkt. Seit Jahren haben wir ein extrem niedriges Zinsumfeld, und das drückt auf die Renditen. Wenn man früher mit sicheren Papieren 6 Prozent erwirtschaften konnte und 1,5 Prozent Kosten tragen musste, dann war ein Viertel der Rendite weg. Heute bieten einigermaßen sichere Papiere allenfalls 2 Prozent Rendite – wenn überhaupt. Und dann sind 1,5 Prozent Kosten schon drei Viertel, also viel zu viel! Da auch die vermögensverwaltenden Fonds einen Teil ihres Portfolios in sicheren Papieren investieren, ist auch hier der Kostendruck immens.

Daher kamen ein paar Häuser auf die Idee, ein besonders kostengünstiges Fondsmanagement anzubieten. Teilweise investieren die Fonds in  Einzelwertpapiere, und teilweise in kostengünstige ETFs. Bei ETFs handelt es sich um Indexfonds, die im Regelfall sehr niedrige Kosten haben. Die Idee dahinter ist: Die schwierigste Entscheidung bei der Portfolio-Verwaltung ist nicht die Auswahl der besten Einzeltitel, sondern die Steuerung der Marktgewichtung: Mehr Aktien, Renten oder Rohstoffe? Mehr Asien oder mehr USA, oder eher Emerging Markets?

Einer dieser Alleskönner-Fonds, die Wert auf niedrige Kosten legen, ist der ARERO-Fonds (WKN: DWS0R4), den Prof. Martin Weber von der Uni Mannheim konzipiert hat. Statt über ETFs bildet er den Aktien- und den Rentenanteil des Fondsportfolios über Direktinvestitionen ab, was den Anlegern einen steuerlichen Vorteil bringt (für Kennerinnen: 30 Prozent Teilfreistellung nach dem neuen Investmentsteuerreformgesetz). Der ARERO-Fonds hat eine feste Aufteilung der Komponenten: 60 Prozent Aktien, 25 Prozent Renten und 15 Prozent Rohstoffe. Diese Aufteilung wird regelmäßig wiederhergestellt, durch sogenanntes „Rebalancing“. Die Verwaltungskosten sind mit 0,45 Prozent sehr niedrig, Ausgabeaufschläge oder eine Gewinnbeteiligung („Performance-Fee“) gibt es nicht – allerdings auch keine Provisionen. Daher wird Ihnen dieser Fonds auch von keiner Bank aktiv angeboten.

Ein ähnliches Konzept, allerdings etwas anders umgesetzt, fahren z.B. auch der im September 2013 aufgelegte und von Markus Kaiser gemanagte Fonds „Stars Flexibel“ (WKN: A1W0NA) oder der von Andreas Beck gemanagte „XTrackers Portfolio UCITS ETF“ (WKN: DBX0BT). Anstatt über Direktinvestitionen, wie der AREFO-Fonds, decken diese beiden Fonds die Märkte über ETFs ab.

herMoney-Tipp

Vermögensverwaltende Fonds sind aus Anleger-Sicht praktisch, denn hier kümmert sich das Fondsmanagement um alles. Aber aktives Management ist oft teuer – und Kosten gehen immer zu Lasten der Wertentwicklung. Einfache Strategien wie die von Arero und Co. bieten breite Streuung und sind günstiger. Schauen Sie sich die Konzepte an und vergleichen Sie die Ergebnisse auch über drei und fünf Jahre! Denn kurzfristige Ergebnisse können zufallsgetrieben sein.

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