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Endlich schwanger – die Freude ist groß. Ab wann dürfen Sie im Job kürzertreten? Wir zeigen, wie Ihre Arbeitszeiten jetzt aussehen.

Sie bekommen ein Baby – wunderbar! Sie haben einen festen Job – auch wunderbar. Bedeutet jedoch, dass Sie Ihrem Arbeitgeber das frohe Ereignis mitteilen sollten. „Sobald die Schwangerschaft sicher ist, sollte die Frau ihren Arbeitgeber darüber und über den voraussichtlichen Geburtstermin informieren,“ rät Maria Vogl, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur Weilheim. „Denn nur wenn der von der Schwangerschaft weiß, kann er gegebenenfalls Schutzbestimmungen für die Schwangere einhalten.“ Und nur dann können Ihre Arbeitszeiten bei Bedarf angepasst werden.

Wichtig: Sie sind nicht verpflichtet, Ihrem Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung über die Schwangerschaft vorzulegen. Besteht Ihr Chef auf ein Schriftstück – und Sie kommen dem Wunsch nach – hat er dafür die Kosten zu tragen.

Inhalt:

Arbeitszeiten während der Schwangerschaft: Was Sie wissen sollten

Generell gilt, wenn Sie ein Baby bekommen, dürfen Sie in den letzten sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen nach der Geburt nicht arbeiten. Haben Sie eine Frühgeburt oder erwarten Zwillinge, haben Sie zwölf Wochen Pause nach der Geburt.

Für die Monate davor gilt: Keine Nachtschichten mehr, denn arbeiten zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr sowie Sonn- und Feiertagsarbeit ist Schwangeren nicht erlaubt. Und auch nicht mehr als achteinhalb Stunden täglich. Arbeiten Sie Teilzeit? Dann dürfen Sie keine Überstunden leisten, die Ihre vertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit (im Durchschnitt eines Monats) übersteigen.

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Fühlen Sie sich pudelwohl und möchten weiterarbeiten wie gewohnt, können Sie sich das eventuell genehmigen lassen – allerdings nur über ein behördliches Genehmigungsverfahren. Zudem müssen ein Arzt und Ihr Arbeitgeber zustimmen. Das gilt seit 2018 auch für Schwangere, die in der Gastronomie arbeiten.

Übrigens: Schwangere dürfen maximal vier Stunden am Tag stehen und nicht ständig mehr als fünf Kilo heben. Das ist zum Beispiel für Frauen relevant, die im Einzelhandel arbeiten. Hier muss es möglich sein, sich zwischendurch zu bewegen oder hinzusetzen.

Geschlossene FondsFür wen gilt das Mutterschutzgesetz?

Den Schutz einer Schwangeren und den ihres ungeborenen Kindes am Arbeitsplatz regelt hierzulande das Mutterschutzgesetz (MuSchG). Dabei verschafft der Mutterschutz schwangeren und stillenden Frauen erstens den wichtigen Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Zweitens verhindert er, dass Frauen aufgrund einer Schwangerschaft oder Stillzeit Nachteile im Berufsleben haben. Und drittens erhält er manch einer Frau die selbstbestimmte Entscheidung über die eigene Erwerbstätigkeit.

Das Gesetz gilt für schwangere oder stillende

  • Angestellte
  • geringfügig Beschäftigte
  • Auszubildende
  • Heimarbeiterinnen
  • Hausangestellte
  • unter bestimmten Voraussetzungen auch Schülerinnen und Studentinnen

Für Beamtinnen, Richterinnen oder Frauen bei der Bundeswehr zählt das Mutterschutzgesetz in dieser Form nicht. Für diese Berufsgruppen gilt die sogenannte Mutterschutz- und die Elternzeitverordnung. Für Soldatinnen die „Mutterschutzverordnung für Soldatinnen“. Last but not least: Selbstständige Schwangere und Hausfrauen haben keinerlei gesetzlichen Mutterschutz.

Wann dürfen Sie ganz pausieren?

Verkünden Sie offiziell Ihre Schwangerschaft, ist Ihr Chef also in der Pflicht – so es ihm möglich ist – entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um Ihnen einen sicheren Arbeitsplatz zu schaffen. Ist das absolut nicht machbar, kann er Ihnen alternativ eine andere Arbeit im Betrieb zuteilen, die ungefährlich ist.

Ist Ihre Arbeit letztendlich überhaupt nicht für Schwangere geeignet und gibt es keinen Ersatz-Einsatzbereich im Betrieb, wird man Ihnen ein (un-)befristetes Beschäftigungsverbot aussprechen. Und das sollten Sie akzeptieren. Denn: „Ein Beschäftigungsverbot seitens des Arbeitgebers wird in der Regel ausgesprochen, um die Schwangere und das ungeborene Leben vor Gefährdungen zu schützen“, erklärt Vogl.

Das Thema Beschäftigungsverbot betrifft meist Frauen, die in einer Kita, in der Pflege oder im Krankenhaus arbeiten. Diese Jobs sind nämlich wegen der hohen Infektionsgefahr und der körperlichen Anstrengung für Schwangere nicht geeignet. Weitere Auskünfte erteilen die Gewerbeaufsichtsämter.

Was ist mit dem Gehalt während Mutterschutzfrist oder Beschäftigungsverbot?

So viel sei gesagt: Finanziell sind Sie während des Beschäftigungsverbots und der Schutzfristen abgesichert.

  • Bei einemP-Konto Beschäftigungsverbot erhalten Sie Mutterschutzlohn. Dürfen Sie während Ihrer Schwangerschaft nicht arbeiten, erhalten Sie für diesen Zeitraum Ihr Gehalt weiter
  •  bezahlt wie gewohnt ( 18 MuSchG). „Der Arbeitgeber bekommt diese Kosten aber i
    m Rahmen eines Umlageverfahrens wieder in voller Höhe erstattet,“ weiß Vogl.
  • In der Schutzfrist vor und nach der Geburt bekommen Sie Mutterschaftsgeld. Das Mutterschaftsgeld entspricht dem durchschnittlichen Nettogehalt der letzten drei Monate. Achtung, das Geld gibt es nicht automatisch. Sie müssen dazu einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse oder dem Bundesversicherungsamt stellen. Schülerinnen und Studentinnen erhalten übrigens kein Mutterschaftsgeld. Logisch, denn sie sind ja nicht in einem Beschäftigungsverhältnis.
  • Möchten Sie die Zeit mit Ihrem Baby genießen und nicht sofort wieder zurück in den Job? Dann haben Sie die Möglichkeit, in Elternzeit zu gehen und Elterngeld zu beantragen.

Kann eine Frau wegen ihrer Schwangerschaft gekündigt werden?

„Ein klares Nein,“ sagt Maria Vogl und erklärt weiter, „während der Schwangerschaft und bis vier Monate nach der Geburt darf der Arbeitgeber einer Frau nicht kündigen.“ Das gilt für fristlose, ordentliche, sogenannte Änderungskündigungen und auch für Kündigungen während Ihrer Probezeit. Den Kündigungsschutz haben Sie aber natürlich nur dann als Schwangere, wenn Ihr Chef auch weiß, dass Sie ein Kind erwarten.

Leider gibt es aber auch Gründe, die eine Kündigung je nach Sachlage rechtfertigen. Dazu gehört:

  • die Firma geht pleite
  • der Betrieb wird stillgelegt
  • die verhaltensbedingte Kündigung

Hallo, ich interessiere mich für den Job und bin schwanger …

Sind Frauen verpflichtet ein Bewerbungsgespräch so zu beginnen? „Wieder ein klares Nein!“ sagt Maria Vogl.  „Grundsätzlich darf ein Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch nicht nach einer Schwangerschaft oder der Familienplanung fragen. Aber das wissen Arbeitgeber. Stellt er diese Frage trotzdem, sollte sich die Frau gut überlegen, ob dieser Betrieb der richtige ist.“

herMoney-Tipp:

Für Arztbesuche oder Stillzeiten bekommen Sie bezahlte Pausen. Sie müssen die Zeit nicht aufholen oder Überstunden und Urlaubstage opfern.

Übrigens: Am besten informieren Sie sich frühzeitig über Elterngeld, denn häufig landet weniger Geld auf dem Konto als erhofft. Schwanger

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