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Finanzielle Hilfe vom Staat steht Eltern zu – doch häufig landet weniger Geld auf dem Konto als erhofft. Frühe Vorbereitung zählt.

Auf den ersten Blick wirkt der Papierkram überschaubar: Um Elterngeld zu erhalten, füllen Mütter und Väter in Hamburg und Bayern einen vier Seiten langen Antrag aus, in Nordrhein-Westfalen setzen sie auf sechs Seiten Kreuzchen, und in Bremen auf zehn. Die Details aber sind kompliziert: Wie viel Geld erhält welcher Elternteil nach der Geburt? Welche Varianten sind in welchem Fall vorteilhaft – Basiselterngeld, Elterngeld Plus oder Partnerschaftsbonus? Und wie lange fließt dann das Geld?

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„Es kann sehr abschreckend wirken, wenn man das Bürokratiemonster Elterngeld vor sich hat“, sagt Finanzwirt Felix Böhme, der sich in Dresden als Elterngeldberater selbständig gemacht hat. „Ich habe Eltern erlebt, die sich erst an das Thema herangetraut haben als ihr Kind schon drei oder vier Monate alt war. Weil sie wie gelähmt waren.“ Um Stress nach der Geburt zu vermeiden, rät Böhme dazu, sich so früh wie möglich einzulesen und den Antrag auf Elterngeld sorgfältig vorzubereiten. Denn: Nicht selten komme auf dem Konto weniger Geld an als den jungen Familien zustehe – weil ein Überblick über die Gestaltungsmöglichkeiten fehle.

Finanzielle Unterstützung nach der Geburt

Grundsätzlich haben alle Eltern in Deutschland Anspruch auf finanzielle Hilfe des Staates, wenn sie ihr Kind selbst betreuen und deshalb weniger arbeiten – oder ganz zuhause bleiben. Das Elterngeld soll nach der Geburt für Sicherheit sorgen und das niedrigere Einkommen ausgleichen. Eine eine Ausnahme gilt für Spitzenverdiener: Wer als Paar im Jahr mehr als 500.000 Euro zu versteuern hat oder als Antragsteller allein mehr als 250.000 Euro im Jahr verdient, bekommt kein Elterngeld.

Für alle anderen gilt: Um ihren Anspruch nicht zu verlieren, dürfen Mütter und Väter in der Zeit maximal 30 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt nebenbei arbeiten, besagt das Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit. Angestellte sollten darauf achten, dass sie nicht durch bezahlten Urlaub riskieren, leer auszugehen.

Zur Wahl stehen drei Arten der Förderung, die sich miteinander kombinieren lassen: das Basiselterngeld, Elterngeld Plus und der Partnerschaftsbonus. Beim Basiselterngeld fließt der finanzielle Zuschuss für zwei bis zwölf Monate. Wenn auch der andere Elternteil die Arbeit reduziert, um sich um das Kind zu kümmern, verlängert sich der Zeitraum um zwei Monate auf insgesamt 14 Monate. Wer wie viele Monate Geld erhält, lässt sich frei wählen – solange jeder der Partner mindestens zwei Monate Elterngeld bezieht.

Elterngeld Plus soll jungen Familien dabei helfen, wieder einfacher in den Beruf zurückzukehren und zum Beispiel in Teilzeit zu arbeiten. Der Gesetzgeber streckt deshalb die Zahlung über einen längeren Zeitraum: für jeden Monat an Basiselterngeld gibt es Elterngeld Plus für zwei Monate. Nochmals verlängern können Paare, die Job und Kinderbetreuung parallel koordinieren: Arbeiten die Eltern vier Monate lang gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden, bekommen sie für diese Zeit zusätzlich Elterngeld Plus.

Zeit verschafft Vorteile

Zuständig ist die jeweilige Elterngeldstelle des Wohnortes, meist organisiert im Amt für Soziales. Dort stellen junge Familien nach der Geburt den Antrag. Mit Berlin und Sachsen sind derzeit zwei Bundesländer an die Online-Plattform „Elterngeld Digital“ angeschlossen, weitere sollen folgen. Manche Länder bieten die Möglichkeit, den Antrag bereits einige Wochen vor der Geburt einzureichen. Die zugehörigen Unterlagen sollten möglichst vollständig sein, um den Prozess bis zum Bescheid nicht zu verzögern.

Schnell zu sein, ist beim Elterngeld entscheidend. Es wird nur für drei Lebensmonate des Kindes rückwirkend bezahlt. Wer genug Zeit hat, erhält außerdem die Chance, mehr herauszuholen. Werdende Eltern sollten sich deshalb laut Berater Felix Böhme bereits am Anfang der Schwangerschaft überlegen, wer wann das Kind betreuen will und wie sich die Finanzen bis dahin entwickeln könnten: „Elterngeld wird für viele erst während der Zeit des Mutterschutzes ein Thema. Kurz vor der Geburt ist der Zug für eine Optimierung aber meistens schon abgefahren“, so Böhme.

Wie und wann genau starten? Tipps für die frühzeitige Vorbereitung lesen Sie nächste Woche im zweiten Teil bei herMoney.

herMoney-Tipp:

Wer beim Elterngeld keine böse Überraschung erleben will, sollte sich frühzeitig vor der Geburt informieren. Jeder Monat zählt! Nehmen Sie sich Zeit, um den Antrag in Ruhe vorzubereiten. Einen ersten Überblick über die Regeln gibt das Bundesfamilienministerium auf einer Infoseite mit Fragen und Antworten. Bei Schwierigkeiten hilft die für Ihren Wohnort zuständige Elterngeldstelle weiter. Auch einige private Beratungsfirmen haben sich auf das Thema spezialisiert  – achten Sie hier auf faire, seriöse Bedingungen.

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