Mit einem Sparplan schonen Sie Ihre Nerven und bauen einfach Vermögen auf. herMoney sagt, wie das geht und was zu beachten ist.

Sie wollen Geld so anlegen, dass es Rendite bringt? Dann haben Sie die Wahl. Sie können Ihr Geld entweder in einem Batzen anlegen, oder regelmäßig, z.B. jeden Monat oder jedes Quartal. In der Praxis haben die meisten von uns gar nicht wirklich die Wahl, denn wer hat schon einen großen Geldbatzen, der angelegt werden muss? Im richtigen Leben ringt sich die Mehrheit wohl eher dazu durch, einen Teil des monatlichen Gehalts für den Vermögensaufbau abzuzwacken, und – zack – ist man bei einem monatlichen Sparplan!

Per Sparplan können Sie regelmäßig denselben Betrag in Wertpapiere investieren – etwa in aktiv gemanagte Fonds, passiv gemanagte ETFs und bei einigen Anbietern auch in Aktien. Fonds- oder ETF-Sparpläne eignen sich jedoch vor allem für Einsteigerinnen besser, weil sie damit die Risiken auf viele Unternehmen verteilen.

Der „Cost-Average-Effekt“ (= Durchschnittskosten-Effekt)

Vielleicht hat Ihnen Ihr Berater oder Ihre Beraterin sogar schon einmal etwas vom „Cost-Average-Effekt“ erzählt, und das hörte sich ziemlich mathematisch an? Lassen Sie sich davon nicht abschrecken, denn dieser Effekt ist klasse für Ihre Geldanlage! Ein Wertpapier-Sparplan wird immer auf eine bestimmte Summe abgeschlossen, schon ab einem Sparbetrag von monatlich 25 Euro können Sie starten. Dabei brauchen Sie keine Angst zu haben, sich auf einen Betrag festzulegen:  Sie können Ihren Sparplan jederzeit ändern oder stoppen und bleiben somit  flexibel. Aber aus der Tatsache heraus, dass Sie regelmäßig dieselbe Summe investieren, ergibt sich ohne Ihr Zutun der sogenannte „Cost-Average-Effekt“ (= Durchschnittskosten-Effekt).

Er funktioniert so: Immer dann, wenn der Preis für einen Fondsanteil hoch ist, kaufen Sie relativ wenig Anteile, weil sich Ihr Sparbeitrag ja nicht erhöht. Sind hingegen die Anteile billig, bekommen Sie für Ihre Summe mehr Anteile. Damit verhalten Sie sich automatisch „antizyklisch“, was an der Börse ein intelligentes Verhalten ist, genauso wie auf dem Wochenmarkt: Bei niedrigen Preisen – sozusagen bei Sonderangeboten – kaufen Sie viel, bei hohen Preisen kaufen Sie nur wenig.

Emotionen im Griff

Was auf dem Wochenmarkt selbstverständlich ist, fällt Menschen in Gelddingen jedoch schwer. Sie neigen dazu, erst einzusteigen, wenn die Kurse bereits gestiegen sind – und nach einem Kursrutsch in Panik zu verkaufen, was zu denkbar schlechten Anlageergebnissen führt. Per Sparplan behalten Sie Ihre Emotionen im Griff, denn der Kaufvorgang ist automatisiert. Sie bleiben mit höherer Wahrscheinlichkeit am Ball und kaufen unter dem Strich auch noch günstiger,  als würden Sie jeden Monat dieselbe Anzahl an Fondsanteilen erwerben.

Mathematisch lässt sich nachweisen, dass Sie durch die regelmäßige Anlage derselben Summe einen günstigeren durchschnittlichen Einstiegspreis haben als es dem durchschnittlichen Preis entspricht.

Zwei Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein, damit der Cost-Average-Effekt wirkt:

  • Am Ende der Anspar-Periode muss die Preisentwicklung aufwärts gerichtet sein. Rutschen die Anteilspreise am Ende in den Keller, wäre es am günstigsten gewesen, Sie hätten alle Anteile zum letzten (ganz besonders niedrigen) Preis gekauft.
  • Die Preise müssen schwanken. Würden sich die Anteilspreise linear entwickeln, gäbe es keinen Cost-Average-Effekt. Mehr noch: Je größer die Schwankungen sind, desto stärker profitieren Sie vom Cost-Average-Effekt! Mit Aktienfonds haben Sie also einen größeren Effekt als mit einem Geldmarkt- oder Immobilienfonds.

Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang, dass Sie sich über einen Fonds- oder ETF-Sparplan ruhig an „riskantere“ Wertpapiere wie Aktien wagen können, die ja stärkeren Schwankungen unterliegen als etwa Zinspapiere. Sagen wir, Sie schließen einen 100-Euro-Sparplan ab, und es kommt recht bald nach dem Sparplan-Abschluss zu einem heftigen Aktien-Crash. In dem Fall verlieren Sie anfangs nicht viel Geld, denn Sie haben erst ein paar Mal 100 Euro investiert, Ihre Verluste halten sich also in Grenzen.

Vorsicht bei Sparplänen, die schon lange laufen!

Vorsichtiger sollten Sie werden, wenn Ihr Sparplan schon eine ganze Weile läuft und Sie bereits eine ansehnliche Summe angespart haben. Denn je größer die angesparte Summe ist, desto gravierender wirkt sich ein Börsen-Crash für Sie aus. Das heißt auch: Je länger Ihr Sparplan läuft, desto mehr verhält sich Ihre Fondsanlage wie eine Einmalanlage, aber dann konnten Sie ja auch schon über längere Zeit Erfahrung sammeln und kennen sich besser aus! Bei lang laufenden Sparplänen ist zu überlegen, einen Teil der Summe in einem weniger dynamischen Fonds sicherzustellen.

Und noch etwas: Neben einem Sparplan gibt es auch einen Auszahlplan, bei dem Sie regelmäßig eine bestimmte Summe aus Ihrem Fondsvermögen beziehen. Auch hier bestimmen Sie die Auszahlsumme und den Rhythmus (monatlich, quartalsweise…). Bei Auszahlplänen wirkt der Cost-Average-Effekt genau umgekehrt, also negativ! Daher sollten Sie bei Sparplänen eher schwankungsintensive Fonds auswählen (denn langfristig bringen sie mehr), und bei Auszahlplänen eher in gemäßigte Fonds umschichten.

herMoney-Tipp

Wenn Sie Vermögen mit Fonds oder ETFs aufbauen wollen, investieren Sie per Sparplan! Das ist einfach und Sie bleiben flexibel – es gibt also keine Ausrede, das Vorhaben länger aufzuschieben!

Mehr Infos zu ETFs und Fonds. Sie wünschen eine persönliche Beratung? Einfach hier schauen. 

 

Anke Dembowski (herMoney)

Die Autorin ist Anke Dembowski. Sie ist Finanzjournalistin und Autorin verschiedener Investmentfonds- und anderer Finanzbücher. Sie ist außerdem Mit-Geschäftsführerin des Netzwerks „Fondsfrauen“.

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