Schmuck, Münzen oder Barren? Bankschließfach oder Tresor? Was Sie beim Goldkauf beachten sollten.

„Nach Golde drängt. Am Golde hängt doch alles. Ach, wir Armen!“ Schon Johann Wolfgang von Goethe war bekennender Goldfan – im Faust lässt er Gretchen den berühmten Satz allerdings mit einer Klage enden. Auch der Kaiser beklagt im zweiten Teil des Dramas seine mangelnden Reserven. „Ich habe satt das ewige Wie und Wenn. Es fehlt an Geld, nun gut, so schaff es denn”, beauftragt er Faust und Mephistopheles, die ihm zuvor ein verführerisches Angebot gemacht hatten: Man wolle Gold nicht kaufen oder verdienen, sondern es erschaffen. Das Versprechen konnte Mephistopheles damals freilich nicht einlösen. Der Versuch der Alchemisten, aus Blei Gold zu machen, musste scheitern. Aus Papier Geld zu machen, wie es heute die Notenbanken auf der ganzen Welt praktizieren, ist dagegen ein Kinderspiel. Gold als „sicherer Hafen“ könnte Sie vor den Folgen der Geldvermehrung bewahren.

Am Gold als Investment scheiden sich bekanntlich die Geister. Es bringt keine Zinsen und zahlt keine Dividende, monieren die Kritiker. Es erhält seinen Wert, mit etwas Gold schläft man einfach besser, sagen die Liebhaber. Im ersten Teil unserer kleinen Gold-Serie haben wir für Sie Argumente pro und contra Gold zusammengefasst. Wenn es Ihnen also nach der Lektüre nach Golde drängt, werden Sie das Edelmetall nicht produzieren können, sondern wohl oder übel kaufen müssen. herMoney sagt Ihnen, was beim Goldkauf und auch bei der Aufbewahrung zu beachten ist.

Goldschmuck, Münzen oder Barren?

Goldketten oder Armbänder bergen Wert und bereiten Freude – von diesem Vermögen können Sie ab Kauf täglich profitieren. Als Investment ist Goldschmuck allerdings kaum geeignet. Denn den Aufpreis, den Sie für eine kunstvolle Gestaltung des Edelmetalls bezahlen, bekommen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zurück. Wenn Sie Ihren Schmuck irgendwann einmal „versilbern“, also zu Geld machen möchten, erhalten Sie in der Regel nur den Preis für das Material. Ausschlaggebend für den  Wert sind Reinheit und Gewicht.

Gold als Wertspeicher können Sie in Form von Münzen oder Barren kaufen. Das Edelmetall wird in Dollar gehandelt, der Preis pro Unze (rund 31,1 Gramm) hängt also neben dem Marktwert auch von der Stärke des Dollar im Verhältnis zum Euro ab. Selbstverständlich können Sie beliebig große Einheiten kaufen. Münz-Gold gibt es schon für eine Zehntel Unze, bei Barren geht es ab einem Gramm los bis hin zu einigen Kilogramm. Münzen sind etwas teurer, weil sie aufwändig geprägt werden müssen. Unter dem Strich aber ist der Preisunterschied gering.

Münzen oder Barren? Für Münzen spricht, dass sie in kleinen Einheiten angeboten werden und gut handelbar sind – wenn es hart auf hart kommt und Sie Liquidität benötigen, werden Sie über den Zweitmarkt einen Käufer finden. Für die Geldanlage geeignet sind Münzen, die unlimitiert angeboten werden – hier richtet sich der Preis nicht nach dem Sammlerwert, sondern nur nach dem Wert des Goldes. Am bekanntesten sind Münzen wie der Krügerrand, Maple Leaf oder American Eagle.

Ziehen Sie Barren vor, sollten Sie beim Kauf auf Reinheit (999,9 Tausendstel) und Zertifizierung durch die Londoner Rohstoffbörse LBMA achten. Wie auch bei Münzen gilt: Je kleiner die Einheit, desto mehr Geld müssen Sie für Ihr Gold bezahlen. Der Grund ist simpel: Die Kosten, die der Händler in Rechnung stellt, fallen bei kleinen Einheiten stärker ins Gewicht; der Anteil am Preis wird mit steigendem Kaufwert geringer. Zehn Einheiten à 10 Gramm sind also teurer als ein 100-Gramm-Barren. Aber Sie haben den Vorteil, dass Sie das Gold in kleinen Einheiten auch wieder verkaufen können. Einen großen Barren zu zersägen, mindert den Wert. Falls Sie mal etwas Liquidität benötigen, müssten Sie also den großen Barren verkaufen und neu investieren, was gleichfalls Kosten verursacht.

Wo kaufe ich Gold?

Gold gibt es bei den meisten Banken oder bei spezialisierten Händlern. Bei den Spezialisten haben Sie in der Regel eine größere Auswahl und bekommen einen besseren Preis. Achten Sie darauf, dass der Händler Ihrer Wahl Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzhandels ist. Eine Mitgliedsliste finden Sie hier . Wenn Sie anonym bleiben möchten, um dem Staat im Falle des Falles keinen Zugriff auf Ihr Goldvermögen zu ermöglichen, kaufen Sie mit Bargeld. Käufe unter 10.000 Euro sind nicht meldepflichtig. Wer mehr will, muss den Ausweis vorlegen und wird registriert. Das ließe sich aber durch einen Kauf in mehreren Tranchen verhindern.

Sie können Gold auch einfach online kaufen. Wenn Sie wissen, was genau Sie kaufen möchten, sollten Sie mit einem Online-Preisvergleich starten. Portale wie „Gold.de“ oder „gold-preisvergleich.com“ geben einen aktuellen Überblick. Beachten Sie, dass Ihnen neben dem Kaufpreis noch Kosten für Versand und Versicherung des Edelmetalls in Rechnung gestellt werden.

 

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