Gleiche Leistungen für weniger Geld? Klingt gut! Mit einem Wechsel der KFZ-Police können Sie viel Geld sparen.

The same procedure every year: Irgendwann im November flattert Post von Ihrem Autoversicherer ins Haus. Darin kündigt er an, wie viel Prämie Sie im kommenden Jahr für den gewählten Tarif bezahlen müssen. Abheften und zahlen – boft überwiegt die Bequemlichkeit. Aber das ist keine gute Strategie. Denn durch den Wechsel des Anbieters können Sie nach Berechnungen der Technischen Hochschule Rosenheim oder des Instituts für Versicherungswirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin gleich mehrere Hundert Euro sparen. Dafür müssen Sie sich allerdings sputen: Bis Ende November muss Ihre Kündigung bei Ihrem alten Anbieter eingegangen sein. Ein Wechsel ist dann problemlos möglich.

Für wen rechnet sich das?

Je nach Region liege das Sparpotenzial im Schnitt zwischen 426 bis 626 Euro, haben die Berliner Wissenschaftler um Prof. Thomas Köhne errechnet. Studien in Rosenheim ermittelten dagegen ein Einsparpotenzial von durchschnittlich 200 Euro. Wenn Sie Ihren Vertrag noch nie oder schon lange nicht mehr geändert haben, dürfte sich ein Wechsel für Sie besonders lohnen. Auch dann, wenn Sie ein teures und leistungsstarkes Auto fahren oder wenn Sie noch nicht lange unfallfrei unterwegs sind, macht ein Angebotsvergleich Sinn.

Versicherungsumfang festlegen

Versicherungswechsel klingt aufwändig, ist es aber nicht. Überlegen Sie zunächst, welchen Versicherungsschutz Sie benötigen. Der Grundbaustein bei der Autoversicherung ist die Haftpflichtpolice. Sie ist Pflicht und kommt bei selbst verursachten Unfällen für die Schäden am gegnerischen Fahrzeug und für Personenschäden auf. Benötigen Sie darüber hinaus eine Teil- oder Vollkasko? Die Teilkasko-Versicherung zahlt bei Diebstahl, Glasbruch Wettereinflüssen und Tierunfällen. Wenn Sie eine Vollkaskoversicherung abschließen, wird Ihnen im Regelfall auch der Schaden am eigenen Auto ersetzt. Dafür müssen Sie aber auch tief in die Tasche greifen – die Prämie ist im Schnitt doppelt so hoch wie bei einer reinen Haftpflicht. Wenn Sie einen Neuwagen fahren, mag sich das rechnen – ein Unfallschaden ohne Zusatzschutz käme Sie teuer zu stehen. Fahren Sie dagegen einen zehn Jahre alten Kleinwagen mit Kratzern und Beulen, rechnet sich die zusätzliche Prämie eventuell nicht.

Angebote vergleichen

Die Zeiten des mühsamen Preisvergleichs per Telefonanfrage sind passé, Sie können sich im Internet einen Marktüberblick verschaffen. Der schnellste Weg zu einem günstigen Kfz-Versicherungsangebot führt über einen Versicherungsvergleich auf Portalen im Internet. Die bekanntesten und von Verbraucherschützern oft empfohlenen Vergleichsportale heißen Check24 und Verivox. Sie geben dann ihre KFZ-Daten aus der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (früher Fahrzeugschein) sowie ihre bisherigen Versicherungsdaten und Schadenfreiheitsklassen in die Maske ein.  Zusätzlich können sie weitere Versicherungswünsche markieren. Auf der Grundlage dieser Angaben filtern die Portale mehrere Vorschläge aus.

Damit haben Sie einen ersten Anhaltspunkt. Das erste Angebot gleich anzunehmen, ist allerdings nicht zu empfehlen, vor allem dann nicht, wenn Sie einen besonderen Versicherungsumfang benötigen. Beispiel: Sie möchten Ihre 18 oder 19 Jahre alten Kinder als mögliche Fahrer mit eintragen lassen – hier gehen die Angebote der Versicherer weit auseinander. Oder aber Sie sind bereits Rentnerin – bei manchen Assekuranzen werden satte Aufschläge für Senioren fällig. Wenn Sie für Ihren individuellen Bedarf das günstigste Angebot rausfiltern möchten, sollten Sie mindestens zwei Portale checken – denn kein Portal hat alle Anbieter im Angebot. Schließlich müssen die KFZ-Versicherer eine Vermittlungsprämie bezahlen, wenn via Portal ein Vertrag zustande kommt. Einige günstigen Direktversicherer tauchen in den Portalen gar nicht auf, wie etwa die Hannoversche Direkt und Huk24. Andere sind nur in einem Portal präsent. Deshalb macht es Sinn, neben den Angeboten der Portale auch die Angebote der wichtigsten Direktversicherer zu checken.

Sparpotenziale nutzen

Ein günstiger Tarif ist gut, aber innerhalb jedes Tarifs können Sie zusätzlich sparen. Zum Beispiel, indem Sie jährliche Zahlweise wählen oder bei möglichen Unfällen auf die freie Werkstattwahl verzichten. Bei dem Zusatzschutz lässt sich die monatliche Belastung durch einen Selbstbehalt reduzieren. Vor allem bei einer (teueren) Vollkasko könnte sich das rechnen, die in erster Linie das Risiko von kostspieligen Totalschäden absichern soll.

Günstiger wird es auch, wenn nur Sie selbst als Fahrerin eingetragen sind. Denn je mehr potenzielle Fahrer und je jünger, desto teurer die Police. Auch die gefahrenen Kilometer beeinflussen den Preis. Wenn Sie im Jahr weniger Kilometer fahren – etwa weil Sie umgezogen sind, den Arbeitgeber gewechselt haben oder aber öfter öffentliche Verkehrsmittel benutzen – hat das Auswirkungen auf die Versicherungsprämie. Wer nur 6.000 statt 13.000 Kilometer im Jahr zurücklegt, zahlt im Schnitt 13 Prozent weniger, hat das Preisvergleichsportal Check24 ermittelt.

Am Ball bleiben

The same procedure every year: Möglich, dass Ihre Prämie nach einem Jahr deutlich steigt, obwohl Sie keinen Unfall hatten und Ihr Schadenfreiheitsrabatt entsprechend gesunken ist. Grund könnte eine Neueinstufung Ihres Fahrzeugs in eine höhere Versicherungsklassen sein. Meist aber verhält es sich anders: Ähnlich wie manche Stromkunden profitieren auch Autofahrer beim Wechsel des Versicherers von Lockangeboten. Wenn der Umsteigerbonus nach einem Jahr entfällt, wird es teurer. Dann heißt es wieder: Preise vergleichen. Der Vorteil dann: Wenn ihre Kfz-Versicherung teurer geworden ist, haben Sie nach Erhalt des Schreibens noch einen Monat Sonderkündigungsrecht. In diesem Fall gilt das magische Datum 30. November nicht.

herMoney-Tipp

Ewig dem besten Angebot hinterherlaufen ist nicht Ihre Sache? Verständlich. Aber bei der Autopolice sollten Sie eine Ausnahme machen. Der Preisvergleich ist schnell gemacht, ein Wechsel ohne großen Aufwand möglich. Einfacher können Sie kaum Geld sparen!

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