Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gilt unter Experten als Muss. Wer sich gut absichern will, sollte jedoch sorgfältig vorgehen.

Vielleicht ist es der anhaltende Stress, der die Nerven zerreibt. Oder der Rücken, der beim Sitzen schmerzt. Egal, welche Ursache: Irgendwann ist ans Arbeiten nicht mehr zu denken. Im Laufe des Berufslebens trifft dieses Schicksal laut Statistiken der Deutschen Rentenversicherung jeden vierten Arbeitnehmer.

Ob Krankheit oder Unfall: Wer nicht mehr in seinem Job arbeiten kann, ist heute einem größeren Risiko denn je ausgesetzt. „Die gesetzliche Absicherung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert, oftmals reicht sie bei Weitem nicht aus, um den Lebensstandard zu sichern“, sagt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale NRW. Wer nicht gerade ein Vermögen auf der hohen Kante hat und deshalb auf sein Arbeitseinkommen angewiesen ist, stehe im Fall einer Krankheit oder eines Unfalls schnell am Rande seiner Existenz.

Gesetzlicher Schutz reicht nicht aus

Die sogenannte gesetzliche Erwerbsminderungsrente soll zwar im Ernstfall finanziell unterstützen, die Zahlen sind jedoch ernüchternd. Wer zum Beispiel 2.000 Euro brutto im Monat verdient, kann laut Verbraucherzentrale nur mit knapp 700 Euro monatlicher Rente rechnen – wenn sie überhaupt voll ausgezahlt wird. „Deshalb ist es für so gut wie alle Berufsgruppen und selbst für Studenten und viele Hausfrauen zu empfehlen, sich zusätzlich zu versichern“, sagt Weidenbach. Lediglich Beamte seien zum Teil bereits nach wenigen Jahren vernünftig abgesichert.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehört neben der privaten Haftpflicht zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Das Prinzip: Wer krank wird oder einen Unfall hat und deshalb in seinem Beruf nicht mehr arbeiten kann, erhält von der Versicherung eine monatliche Rente. Die Höhe und der Zeitraum wird zuvor im Vertrag festgelegt. Der große Vorteil der BU gegenüber der gesetzlichen Absicherung: Sie zahlt in der Regel auch, wenn der Betroffene noch in einem anderen Job arbeiten könnte.

Mit einer BU sichern Sie sich langfristig ab – eine frühzeitige Kündigung oder ein Wechsel des Anbieters ist nicht zu empfehlen. Daher sollten Sie sich vor Vertragsabschluss gut informieren! „Die entscheidenden Fragen sind: Zu welchem Preis lässt sich meine Tätigkeit absichern und kann ich mir das leisten?“, sagt Verbraucherschützerin Elke Weidenbach. Auf welche Punkte kommt es sonst noch an? herMoney hat die wichtigsten Punkte in einer Checkliste zusammengefasst:

  1. Früh handeln! Je eher Sie eine BU abschließen, desto besser. Denn die Versicherer prüfen genau, welche Risiken sie übernehmen wollen. In jungen Jahren ist die Police günstiger, zudem haben Sie tendenziell weniger Vorerkrankungen, für die bei einem späteren Abschluss eventuell Risikozuschläge fällig wären.
  1. Bedarf prüfen: Sind Sie mit der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente bereits gut aufgestellt? Das lässt sich mit einem Blick in die jährliche Renteninformation herausfinden. Möglicherweise sind Sie bereits zusätzlich über Ihren Arbeitgeber abgesichert? Etwa zu Betriebsrenten geben aktuelle Mitteilungen des Arbeitgebers Aufschluss – oder ein Gespräch mit der Personalabteilung. Ausnahmefälle sind Beamte und sogenannte Kammerberufe wie Rechtsanwalt, Architekt oder Arzt. Diese Berufsgruppen sollten zunächst die speziellen Versorgungsangebote prüfen.

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