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Unsere Kolumne handelt von Geldgeschichten, die wir erleben. Zum Karneval fragen wir uns : Deckel selber zahlen oder einladen lassen? 

Geld ist aktuell gar nicht unser Thema. Oder besser: nur indirekt. Hier in Köln sind die Weiber los – mit der traditionellen Weiberfastnacht beginnt die fünfte Jahreszeit. OK, stimmt nicht ganz. Natürlich hat die Saison offiziell schon am 11.11. letzten Jahres begonnen, gestandene Karnevalisten haben gar das ganze Jahr über Hochsaison. Aber für einen „Immi“, eine „Zugereiste“ wie mich, die es aus dem hanseatischen Bremen in die Domstadt verschlagen hat, ist erst heute der Startschuss gefallen. Und während sich „echte“ Karnevalisten seit Wochen und Monaten auf diesen Tag vorbereiten, in Gruppen Kostüme entwerfen, nähen und sich mit Accessoires vorbereiten, stehe ich noch am Abend vorher vor der Kiste mit den gesammelten Stofffetzen, Fertigkostümen, Hemdchen und Perücken – und frage mich: Was nur ziehe ich an? Als „WAS“ gehe ich in diesem Jahr los?

„Das wird teuer!“

Ein paar Fetzen zusammengesetzt, Hütchen auf und Blümchen am Revers: Alles ganz egal? Denkste! Ich spüre noch die mitleidigen Blicke meiner Freundin auf meinem Körper und höre sie sagen: „Oh je, das wird teuer!“ „Das wird teuer?“ wiederhole ich ihre Frage und verziehe das Gesicht. Ich laufe zum Spiegel. Klar: Bademantel mit angesteckten Blümchen über Legging und T-Shirt, dazu eine verfilzte Rothaarperücke auf dem Kopf: Ein Augenschmaus bin ich wahrlich nicht. Aber warum auch – ist doch Karneval!

Karneval ist teuer, womit wir wieder beim Thema Geld gelandet wären. Sechs Tage und Nächte schunkelnd und trinkend in der Veedelskneipe – da kommt ein stolzes Sümmchen zusammen. Noch teurer wird es im Sitzungskarneval, bisweilen herrscht dort sogar Weinzwang. Aber die Preise gelten ja dann für alle Jecken. Oder nicht? „Nein“, sagt meine Freundin,  „So, wie Du aussiehst, wirst Du alle Getränke allein bezahlen müssen!“ Wow, das sitzt. Und bringt mich ins Grübeln. So schlimme sehe ich aus – ist die erste Reaktion. So hässlich, dass ich als Mauerblümchen vertrocknen muss? Der zweite Gedanke allerdings geht weiter. Wieso ist es im Karneval so selbstverständlich, dass die Männer die Zeche zahlen? Meine Freundin lacht und erzählt nicht ohne Stolz, dass sie im vergangenen Jahr an Weiberfastnacht keinen Cent hat bezahlen müssen.

Wir haben die Wahl!

Emanzipation, denke ich. Und mache mich ein wenig über Weiberfastnacht schlau. Seit dem Mittelalter war das der Tag im Jahr, an dem die Frauen symbolisch die Macht ergriffen haben  – es wurde quasi „verkehrte Welt“ gespielt, denn an den anderen 364 Tagen des Jahres hatte das Weib nichts zu sagen. Und noch was habe ich beim Googeln erfahren: Traditionell haben sich Frauen als alte und hässliche Weiber verkleidet – und blieben unter sich. Heute ist das anders: Geschlechtertrennung gibt es im Karneval nun wahrlich nicht. Ich gucke in meine Kostümkiste und muss lachen. Ob oll, ob hübsch: Egal! Ich habe die Wahl. Ich kann mich einladen lassen, ich kann meine Drinks von meinem eigenen Geld bezahlen – und falls mir danach ist, kann ich auch noch einen forschen Piraten oder einen alten Lappenclown mit durchfüttern. Frei nach dem Motto: Drink doch ene met. Ne, wat is dat schön!

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