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Geld ist Schmierstoff, im Guten wie im Bösen. Mit nachhaltigen Geldanlagen können Sie Ihre Werte leben und große Wirkung erzielen!

Die 16-jährige Greta Thunberg zeigt uns, dass sich Engagement lohnt. Beharrlich mobilisiert sie mit ihrer Initiative „Fridays for Future“ vor allem junge Menschen, sich für den Klimaschutz einzusetzen. Bewusstsein schaffen und politisches Handeln erzwingen: Die Strategie scheint aufzugehen. Doch viele Wege führen nach Rom. Auch Investoren sind mächtig: Sie können sich mit nachhaltigen Geldanlagen für Umweltschutz, gutes Klima, Menschenrechte oder Diversity engagieren.

Nachhaltige Geldanlage: Früher verspottet, heute im Trend

Der Trend zu verantwortungsbewusstem Investieren ist nicht neu, aber er hat Fahrt aufgenommen. Dr. Eike Wenzel, Gründer des ITZ – Institut für Trend- und Zukunftsforschung, kann sich noch sehr gut an den Spott erinnern, den er erntete, als er seinem damaligen Chef Anfang der 2000er Jahre ein Konzept zu den „Lohas“ präsentierte. Der Begriff steht für „Lifestyles of Health and Sustainability“, also gesunde und nachhaltige Lebensstile. Ein Trend aus den USA. „Was soll dieser Öko-Kram“, bekam Wenzel damals zu hören. Die Zeit der Schlabberpullover und Landkommunen sei doch wohl längst vorbei.

Sein damaliger Chef war kein Geringerer als Matthias Horx, Deutschlands wohl bekanntester Zukunftsforscher. Nachhaltigkeit als Zukunftskonzept? War zur Jahrtausendwende nicht gefragt. „Es ging um schneller, höher und weiter“, erinnert sich Wenzel. Inzwischen sind viele Bürger nachdenklicher geworden. Müllberge zerstören die Weltmeere, in den Metropolen – nicht nur in China – wird die Luft zum Atmen knapp. Wetterextreme häufen sich, Hunger, Armut und Kriege zwingen Millionen Menschen weltweit zur Flucht. Die Folgen sind längst auch hierzulande zu spüren. „Alles hängt mit allem zusammen“, sagt Wenzel, der 2011 sein eigenes Forschungsinstitut gegründet hat. „Wenn wir ökologisch und sozial nicht die Kurve kriegen, dann fahren wir gegen die Wand.“

Mit nachhaltiger Geldanlage ökologische, soziale und ethische Ziele verfolgen

Das sitzt. Zeit also, sich als Bürger einzumischen und die Notbremse zu ziehen? Im Supermarkt ist das vielleicht auch für Sie längst selbstverständlich. Sie wollen kein Fleisch aus Massentierhaltung auf Ihrem Teller? Dann kaufen Sie Bio-Fleisch oder Fleischersatz. Andere wünschen Produkte aus der Region, um lange Transportwege zu vermeiden und die regionale Wirtschaft zu stärken. Biologische und regionale Produkte haben bei Verbrauchern Hochkonjunktur und selbst Billigdiscounter müssen mitzuziehen, wenn sie ihre Kunden nicht an Bio-Supermärkte verlieren wollen.

Bei der Geldanlage dagegen geben die meisten Menschen noch immer das Heft aus der Hand. Parken auch Sie Ihr Geld auf einem x-beliebigen Konto? Motto: Mit meinen paar Groschen kann ich eh nichts bewirken – Hauptsache also, mein Geld ist sicher?

Ein Irrtum. „Geld bewegt die Welt – und es ist nie neutral“, sagt Claudia Tober, Geschäftsführerin des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG). Als der Verein 2001 an den Start ging, war die sogenannte „nachhaltige“ Geldanlage noch ein Thema für Randgruppen. „Nachhaltig“ heißt einfach übersetzt: Bei der Geldanlage werden ökologische, soziale und ethische Kriterien berücksichtigt. Seit dem Start des FNG ist das Volumen des so investierten Geldes in Deutschland von fünf auf heute 171 Milliarden Euro gewachsen.

Welche Auswirkungen hat grünes Geld auf die Wirtschaft?

Impact InvestingVor allem Stiftungen, Vereine, Kirchen, Pensionsfonds und Vorsorge-Einrichtungen verlangen zunehmend, dass ihr Geld nachhaltig angelegt wird. Und analog zu Greta Thunberg zwingen sie Unternehmen zum Umdenken: „Der Druck der Finanzströme ist mächtig“, weiß Tober. Produzenten klimaschädlicher fossiler Energien etwa bekommen das zu spüren: Bei rund 850 Großanlegern stehen sie auf der roten Liste.

Weit mehr als 300 Asset-Manager und Investoren aus allen Teilen der Welt haben sich zudem zu der Initiative Climate Active 100+ zusammengeschlossen, um Druck auf die Klimasünder auszuüben. Nicht ohne Wirkung: Zusammen verwalten sie über 3,3 Billionen US-Dollar, Tendenz steigend. Unternehmen, die zu den CO2-Sündern gehören, kommen auf eine schwarze Liste und bekommen das bei der Finanzierung schmerzlich zu spüren.

Wie kann ich mein Geld nachhaltig anlegen?

Auch die EU-Kommission setzt im Kampf gegen Klima-Erwärmung auf die Macht des Geldes: Mit einem Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums will sie Investoren zu mehr Nachhaltigkeit verpflichten. „Ein Quantensprung“, loben Finanzberater wie Jennifer Brockerhoff, die auf nachhaltige Geldanlage spezialisiert sind. Gleich ein ganzes Maßnahmenbündel ist in Planung.

Für Privatanleger wichtig: Finanzberater müssen im Beratungsgespräch explizit nachfragen, ob nachhaltige Geldanlage gewünscht ist – und dürften damit das Interesse der Anleger wecken. Denn auf die Frage dürfte kaum jemand mit „nein“ antworten. Die Folge: Berater und Finanzinstitute müssen dann auch ein Angebot in petto haben, um ihre Kunden und Kundinnen nicht zu verlieren.

Bei den Finanzinstituten ist bereits einiges in Bewegung gekommen, das Angebot an nachhaltigen Finanzprodukten wächst beständig. Privatanleger jedoch bleiben bisher zögerlich. „Dabei lassen sich Nachhaltigkeitsaspekte bei jeder Form der Geldanlage berücksichtigen“, so FNG-Geschäftsführerin Tober. Die einfachste Form: Ein Konto bei einer Öko-Bank eröffnen.

Die wichtigsten Adressen in Deutschland:

  • GLS Bank
  • Umweltbank
  • Triodos Bank
  • Ethikbank
  • kirchliche Banken

Nicht jede der Öko-Banken bietet jede Dienstleistung an. Bei der GLS Bank aber sind vom Girokonto über Sparkonten, Sparbriefe, Versicherungen und Finanzierungen bis hin zu Aktienfonds alle Produkte (ausschließlich) im grünen Mantel erhältlich. „Wir sehen unsere Aufgabe darin, Geldströme dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden“, fasst Christof Lützel, Sprecher der GLS, die Aktivitäten zusammen.

Spareinlagen der Kunden werden regional investiert, damit sie ihre Wirkung vor Ort entfalten können. Zum Beispiel in Projekte aus den Bereichen regenerativer Energien und ökologischer Landwirtschaft. Oder das Geld fließt in Schulen, Kindergärten oder medizinische und heilpädagogische Einrichtungen. Bei den angebotenen Sparbriefen können Kunden sogar selbst bestimmen, in welches Projekt ihr Geld fließen soll.

Rendite nicht vergessen!

Sicherheit bei den Sparanlagen, dazu noch mit Sinn: Bei Frauen kommt das Angebot gut an. Rendite erzielen sie mit grünen Sparkonten im Zinstief jedoch nicht. Beim „Wachstumssparen“ der Umweltbank etwa steigt der Zinssatz über sieben Jahre von 0,1 auf 1,0 Prozent, mit dem Sparbrief der GLS-Bank gibt es auf sieben Jahre aktuell 0,7 Prozent pro Jahr und bei der Ethikbank liegt der Zinssatz für Laufzeitkonten gar bei 0 Prozent.

Wie bei jedem anderen Sparkonto gilt also auch bei grünen Spareinlagen: Das Geld wird nicht mehr, sondern es verliert an Wert, weil die Preissteigerung (Inflation) oberhalb der Verzinsung liegt.

Wie Sie Ihr Geld sinnvoll und gewinnbringend anlegen können, lesen Sie in Kürze hier bei herMoney!

herMoney-Tipp:

Geld ist Macht. Als Konsumenten und Privatanleger können Sie starken Einfluss auf die Entwicklung der Wirtschaft nehmen. Machen Sie sich bewusst, dass Unternehmen auf Kapital angewiesen sind. Und bedenken Sie: Das Kleinvieh der Privatanleger macht weltweit sehr, sehr viel Mist!

 

 

 

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