Newsletter

herMoney Newsletter

Registrieren Sie sich jetzt zu unserem kostenlosen Newsletter und verpassen Sie nie wieder die neuesten Tipps und Neuigkeiten für Ihr finanzielles Wohlergehen.

Jetzt Finanzwissen sichern

Mehrere tausend Fonds gibt es in Deutschland, da ist die Auswahl wirklich nicht einfach. Wie Fondsratings bei der Suche helfen.

Bei der unglaublich hohen Anzahl an Fonds verwundert es nicht, dass viele kapitulieren und lieber gar nichts tun. Aber nicht zu investieren, hilft beim Vermögensaufbau nicht weiter. Also schauen wir uns lieber nach guten Hilfen um!

Inhalt:

Erst die grobe Fonds-Kategorie auswählen …

Am Anfang Ihrer Investitionsentscheidung steht die Überlegung an, in welche Art von Fonds Sie investieren wollen. Hier geht es um die groben Kategorien:
– Soll es ein Aktien-, ein Renten- oder ein Immobilienfonds sein?
– Oder eher ein vermögensverwaltender Fonds, der sehr breit anlegen kann?

… dann kommt das Fine-Tuning

Wenn Sie sich für eine der groben Fonds-Kategorien entschieden haben, geht es als nächstes ans Fine-Tuning: Wenn Sie beispielsweise in der Grob-Kategorie „Aktienfonds“ einen geeigneten Fonds suchen, gehen Sie weiter in die Tiefe:
– Möchten Sie in Aktien einer bestimmte Region (z. B. Asien, Europa, Südamerika) oder sogar nur gezielt in Aktien eines einzelnen Landes (z. B. Brasilien, Türkei, China) investieren?
– Wollen Sie lieber etwas breiter, nämlich auf Aktien aus allen Industrieländern setzen?
– Mögen Sie’s exotisch und bevorzugen Aktien aus Schwellenländern, die dann stärkeren Schwankungen unterliegen?
– Vielleicht halten Sie auch eine bestimmte Branche (z. B. Technologie, Pharma) für besonders vielversprechend oder bestimmte Themenfonds (die z. B. in Wasser, Digitalisierung oder nachhaltige Anlagen investieren).

In unserem Artikel „Die besten ETFs für Einsteigerinnen“ führen wir Beispiele für solide ETFs auf, die nicht zu exotisch sind und sich daher für Anfänger eignen. Als Neuling sollten Sie sich breit aufstellen und nicht zu spezialisiert investieren.

Wenn Sie sich für eine grobe Fonds-Kategorie und dann fürs Fine-Tuning entschieden haben, sind Sie schon ein gutes Stück weiter: Sie haben damit die Anzahl der Fonds, die in Frage kommen, eingegrenzt. Allerdings dürfte es immer noch mehrere Fonds mit dem von Ihnen bevorzugten Anlage-Fokus geben. Wie können Sie hier eine Entscheidung treffen und sich für einen Fonds aus dem immer noch vielfältigen Angebot entscheiden?

Einfach nur nach der Wertentwicklung in der Vergangenheit schauen? Es ist sicher eine gute Idee, wenn Sie die Wertenwicklung der Fonds mit ähnlichem Anlagefokus über drei und fünf Jahre vergleichen. Aber es gibt noch mehr Faktoren, die Sie beachten können: Beispielsweise die Schwankungen, die der Fonds hatte. Denn Wertschwankungen bedeuten normalerweise Stress für Sie als Anleger. Oder das Volumen. Oder, oder, oder.

Was ist ein Fondsrating? Eine Definition

Genau hier kommen die Fondsratings in Spiel: Ein Rating wird von einem Analysehaus, d. h. einer sogenannten Ratingagentur vorgenommen. Dort nehmen Fonds-Experten die verschiedenen Fonds detailliert unter die Lupe und vergeben anschließend jedem einzelnen eine Art „Schulnote“, eben das Rating.

Wenn Sie dann in der jeweiligen Gruppe einen Investmentfonds mit einem guten Rating auswählen, haben Sie zwar immer noch keine Gewissheit, genau den Fonds zu kaufen, der sich künftig am allerbesten entwickeln wird. Solche Garantien gibt es auf dem Finanzmarkt leider nie! Aber Sie haben zumindest das gute Gefühl, alles getan zu haben, um eine möglichst fundierte Entscheidung zu treffen. Mehr können Sie nicht tun!

Quantitative Ratings betrachten nur die Vergangenheit

Nun gibt es aber verschiedene Rating-Agenturen und daher auch unterschiedliche Fondsratings. Zum einen unterscheidet man quantitative und qualitative Ratings. In ein quantitatives Rating fließen verschiedene exakt messbare Größen der Fonds ein, beispielsweise die Wertentwicklung, die Höhe der Preisschwankungen und vielleicht noch die Kosten.

Wenn diese drei Größen in einer einzigen Bewertung wie dem Fondsrating zusammengefasst werden, spart Ihnen das viel Lese- und Analyse-Arbeit. Also nutzen Sie die Ratings! Sie stehen Ihnen im Regelfall kostenlos zur Verfügung.

Was hat es mit dem Sterne-Rating von Morningstar auf sich?

Ein bekanntes quantitatives Rating ist das Sterne-Rating der amerikanischen Ratingagentur Morningstar. Es wird in Europa seit 2001 angewandt und hat das Ziel, die Wertentwicklung (= Performance) vergleichbarer Fonds unter Berücksichtigung von Kosten und Risiken zu bewerten. Im Ergebnis vergibt Morningstar Sterne ähnlich wie das Sterne-Rating, das Sie von Hotels oder Restaurants kennen.

Aber einen Unterschied gibt es: Anders als bei einem Sterne-Restaurant ist ein Ein-Sterne-Rating bei einem Fonds nichts Tolles. Alle Fonds, die seit mindestens drei Jahren existieren, erhalten von Morningstar zwischen einem und fünf Sternen, also mindestens einen Stern. Jeden Monat aktualisiert Morningstar seine Ratings.

Die 10 Prozent der Fonds mit der besten risikoadjustierten Rendite einer Kategorie erhalten fünf Sterne, die folgenden 22,5 Prozent bekommen vier, die mittleren 35 Prozent der Fonds drei und die nachfolgenden 22,5 Prozent zwei. Die schlechtesten 10 Prozent der Fonds einer Morningstar-Kategorie werden mit nur einem Stern bewertet. Daher bedeutet ein Stern eine negative Bewertung.

Morningstar unterscheidet 350 unterschiedliche Fonds-Kategorien und untersucht jeweils die Fonds innerhalb einer Kategorie, damit nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden. Wenn Sie tiefer in die Eingruppierung in die Kategorien einsteigen möchten, können Sie hier weiterlesen.

Ein solches quantitatives Rating ist relativ leicht zu verstehen: Fünf Sterne sind besser als zwei Sterne. Aber es hat einen Nachteil: Es basiert rein auf Vergangenheitsdaten. Was uns aber wirklich interessiert, sind die potenziellen Ergebnisse eines Fonds in der Zukunft.

Qualitative Fondsratings sind zukunftsgerichtet, aber aufwendiger

Hier können qualitative Ratings weiterhelfen. In solche Fonds-Rankings fließen verschiedene qualitative Aspekte ein, die bei der Bewertung eines Fonds wichtig sind und dem Vergleich dienen. Dazu gehörten zum Beispiel der Wechsel eines Fondsmanagers, Änderungen auf der Unternehmensebene oder ein neuer Investmentprozess, der für einen Fonds angewandt wird.

Ein qualitatives Rating geht noch weiter in die Tiefe als ein quantitatives Rating. Im Regelfall besucht dazu ein Fonds-Analyst oder eine Fonds-Analystin das Management-Team vor Ort und schaut sich den Management-Prozess im Detail an, betrachtet die Größe des Fonds, die Kosten, den Management-Prozess und vieles mehr.

Morningstar erstellt seit 2009 auch solche qualitativen Fonds-Ratings, sogenannte „Analyst Ratings“. Weil hier die Analyse aber aufwendiger ist als für quantitative Ratings, vergibt Morningstar seine qualitativen Fondsratings nur für ausgewählte Fonds. Zusammengefasst lauten hier die Ergebnisse „negativ“, „neutral“ oder „positiv“. Positive Ergebnisse sind noch einmal in „Gold“, „Silber“ und „Bronze“ unterteilt.

Lipper-Ratings: Bewertung nach einzelnen Kriterien

Auch wenn die Morningstar-Ratings wohl die bekanntesten sein dürften, gibt es auch andere Ratingagenturen. Jede geht ein wenig anders vor. Die amerikanische Ratingagentur Lipper beispielsweise gibt den analysierten Fonds nicht eine Gesamtnote, sondern bewertet jeden Fonds nach vier Kriterien: Gesamtertrag, konsistenter Ertrag, Kapitalerhalt und Kosten.

Je nachdem, welches Kriterium für Sie als Anlegerin wichtig ist, können Sie das Rating des jeweiligen Teilbereichs besonders berücksichtigen. Als Renditejägerin schauen Sie also in erster Linie auf die Bewertung des Gesamtertrags, als Cost-Cutterin eher auf die Bewertung der Kosten.

Für jedes Kriterium verteilt Lipper Noten von 1 bis 5, wobei 5 die beste Note und 1 die schlechteste ist. Alle Fonds, die zu den besten 20 Prozent ihrer Kategorie zählen, bezeichnet die Ratingagentur als „Lipper Leaders“. Diese Fonds sind dann Grundlage für die bekannten „Lipper Fund Awards“, bei denen die besten Fonds ihrer jeweiligen Kategorie ausgezeichnet werden.

Feri-Ratings untersuchen auf junge Fonds

Feri ist eine deutsche Rating-Agentur, die in Bad Homburg ansässig ist. Feri verteilt die Buchstaben A (Bestnote) bis E (schlechteste Note) als Fonds-Bewertung, die monatlich überprüft wird. In die Bewertung fließen sowohl qualitative als auch quantitative Faktoren ein, wobei der „Performance-Beitrag“ mit 70 % und der „Beitrag zur Risikominderung“ mit 30 % gewichtet wird.

In den Performance-Beitrag fließen Aspekte wie die relative Performance, die langfristige Ertragskraft sowie die Stabilität des Fonds mit ein. In den Beitrag zur Risikominderung Faktoren wie das Timing-Risiko, der Verlust- und das Verhaltensrisiko des Managers.

Dabei bewertet Feri auch Fonds, die weniger als drei Jahre auf dem Markt sind. Allerdings werden bei den erst seit Kurzem existierenden Fonds stärker qualitative Aspekte geprüft, die anhand eines Fragebogens ermittelt werden, der an die Fondsgesellschaft geht. Bei Fonds, die bereits ihren 5. Geburtstag hatten und die weiterhin dasselbe Management haben und dieselbe Strategie fahren, stehen dann quantitative Kriterien im Vordergrund.

So funktionieren Scope-Ratings

Auch Scope ist eine deutsche Rating-Agentur, die allerdings unter Privatanlegern nicht so bekannt ist. Scope nimmt eine quantitative Bewertung vor, wenn ein Fonds mindestens fünf Jahre existiert. Dann wird er innerhalb seiner Vergleichsgruppe bewertet, wobei quantitative Kriterien mit 60 % in die Bewertung einfließen und qualitative Kriterien zu 40 %. Eine Vergleichsgruppe sollte für Scope aus mindestens 20 Fonds bestehen.

Berücksichtigt werden für die Übersicht sowohl Performance- als auch Risiko-Indikatoren. Zu den Performance-Indikatoren gehören die relative Performance eines Fonds, die Stabilität des Investmentprozesses und die langfristige Ertragskraft. Zu den Risiko-Indikatoren zählen das Verlustrisiko sowie das Timing- und das Verhaltensrisiko eines Fonds.

In die qualitativen Ratings von Scope fließen dann viele weitere Kriterien mit ein, wie zum Beispiel die Risiken aus der IT-Struktur der Fondsgesellschaft, die Stabilität im Fonds-Management oder wie rasch der Fonds sein gesamtes Vermögen verkaufen könnte.

Scope vergibt für die verschiedenen Kriterien Punkte, die je nach Kriterium unterschiedlich gewichtet werden. Die Gesamtpunktzahl für einen Fonds liegt dann auf einer Skala zwischen 1 und 100. Die Punktzahlen werden mit den Buchstaben A bis E zusammengefasst (100 – 78 Punkte: Note A, 77-60 Punkte: Note B und so weiter). Fonds, die Scope mit A oder B bewertet, gehören zu den Top-Fonds. Ein Fonds mit einer „E“-Bewertung gilt als „schwach“.

Eine qualitative Bewertung mit einer tiefergehenden Einsicht in die Arbeitsprozesse der Fondsgesellschaft nimmt Scope auch vor, aber nur im Auftrag (und gegen Bezahlung) der jeweiligen Fondsgesellschaft.

Weitere Infos zum Scope-Rating finden Sie hier.

Es gibt weitere Fonds-Ratingagenturen

Es gibt weitere Rating-Agenturen, die sich mit der Bewertung von Fonds befassen. Jede legt dabei auf andere Faktoren ihr besonderes Augenmerk oder gewichtet die Faktoren anders. Einige untersuchen auch nur die Leistung des Fondsmanagers oder der Fondsmanagerin unabhängig vom jeweiligen Produkt. Das ist wichtig, wenn der Manager von einer Fondsgesellschaft zu einer anderen wechselt und dort einen anderen Fonds verwaltet. Dann werden ihm immer noch die Ergebnisse des „alten“ Fonds für die Zeit seiner Management-Periode zugerechnet. So gehen beispielsweise die Ratingagenturen Sauren und Citywire vor.

Darüber hinaus gibt es weitere Ratinghäuser, z.B. FondsConsult, Telos, vwd, FWW oder €uro, die ebenfalls Fonds-Ratings vornehmen.

Müssen Sie all diese Ratings ansehen?

Sie müssen natürlich nicht alle Ratings zu der von Ihnen ins Auge gefassten Fondskategorie abklappern. Hier wurden verschiedene Ratings detailliert erläutert, um zu zeigen, dass es nicht „den einen“ richtigen Weg gibt, sondern verschiedene Herangehensweisen, um Fonds zu bewerten.

Wenn Sie sich noch nicht so lange mit Finanzen befassen, fangen Sie am besten mit den Morningstar-Ratings an. Morningstar wendet sich an Privatanlegerinnen wie Sie und betreibt eine leicht verständliche deutsche Website. Neben den Ratings finden Sie dort auch gut recherchierte weitere Informationen über die Weltmärkte, Fonds und speziell zu ETFs.

Sie wollen gezielt nach Fonds Ausschau halten, die ein 5-Sterne-Rating von Morningstar erhalten haben? Dann schauen Sie hier nach. Neben den Fonds steht gleich die Fonds-Kategorie, der sie angehören. Wie hoch die Wertentwicklung im abgelaufenen Jahr war und wie hoch die laufenden Kosten sind, finden Sie dort ebenfalls. Das alles sind gute Wissensgrundlagen, wenn Sie auf der Suche nach dem richtigen Fonds sind.

Sie können auch umgekehrt vorgehen: Sie hören von einem Fonds, der eventuell für Sie in Frage kommt? Dann gehen Sie doch auf die unabhängige Finanz-Plattform onvista und geben den Namen oder die WKN des Fonds ein.

Dort finden Sie nicht nur eine Grafik mit der Preisentwicklung des Fonds, sondern viele weitere Informationen, zum Beispiel auch den Prospekt, den letzten Jahresbericht und die wesentlichen Anlegerinformationen (als PDF-Datei). Rechts unten auf der Website finden Sie dann auch die verschiedenen Ratings zu dem Fonds von Morningstar, Scope und €uro.

Wenn der von Ihnen ins Auge gefasste Fonds von allen Ratingagenturen gut bewertet wird, stehen Ihre Chancen gut, einen Fonds auszuwählen, der in der Zukunft relativ gut abschneidet.

herMoney-Tipp

Fondsratings sind eine gute Hilfe für Sie, aus einer bestimmten Fondskategorie einen guten Fonds auszuwählen. Hier bewerten Profis nach Kriterien, die sie für aufschlussreich erachten. Eine Garantie, dass sich die als „gut“ bewerteten Fonds künftig tatsächlich auch überdurchschnittlich entwickeln, haben Sie auch mit Ratings nicht. Das liegt daran, dass es für die Zukunft nie echte Garantien gibt – leider! Aber immerhin: Ratings sind praktische Indikatoren. Mehr als sie zu berücksichtigen, können Sie nach menschlichem Ermessen nicht tun, um einen guten Fonds auszuwählen!

Mehr Infos zu diesem Thema können Sie unseren Artikeln „Wie Sie einen guten Fonds auswählen“ und „Wie Sie Ihr Depot zusammenstellen“ entnehmen.

Beitrag teilen: