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Sie möchten gemeinsam mit Ihrem Partner eine Wohnung kaufen, sind aber nicht verheiratet? Warum nicht! Allerdings gibt es einiges zu beachten.

Für Paare ohne Trauschein gelten andere Regeln als für Eheleute. Ehepaare gelten vor dem Gesetz als Wirtschaftsgemeinschaft. Es gibt eindeutige Bestimmungen in Bezug auf Güterstand, finanzielle Sorge und Erbfolge. Für nichtverheiratete Paare gibt es keine gesetzlichen Regelungen. Daher sollte ein unverheiratetes Paar, das gemeinsam eine Wohnung kauft, die Finanzierung und die Aufteilung des Eigentums im Vorfeld klären.

Wem gehört wie viel von der Traumwohnung?

„Ich zahle mehr und stehe dafür allein im Grundbuch.“ Auf solche Deals lassen Sie sich besser nicht ein. Wenn Sie Ihre Traumwohnung gemeinsam kaufen, sollten auch beide Partner eingetragen sein. Das gilt insbesondere, wenn beide an der Finanzierung beteiligt sind, so Dominik Hüren, Pressesprecher der Bundesnotarkammer. „Stehen beide im Grundbuch, können sie faktisch nur gemeinsam über die Immobilie verfügen und sind daran – wenn auch möglicherweise mit unterschiedlich hohen Anteilen – gleichermaßen berechtigt.“

Die Anteile richten Sie am besten danach, wer wie viel zahlt. Steuern Sie etwa 60 Prozent des Kaufpreises bei und Ihr Partner 40, sollte sich der Eintrag an Ihren finanziellen Beteiligungen (60 / 40) orientieren.

Wichtig: Als stiller Teilhaber Geld zuzuschießen, ist unvernünftig. Denn es gilt: Das Recht an der Immobilie hat nur, wer im Grundbuch steht. Und im Worst-Case-Szenario – der unschönen Trennung – kann der im Grundbuch eingetragene Part den anderen einfach vor die Tür setzen.

Was machen unverheiratete Paare bei einer Trennung?

Die Abmachungen zum Thema Immobilienkauf kann ein nicht verheiratetes Paar in einem Partnerschaftsvertrag festhalten. Hier können Sie beispielsweise regeln, wer welche Finanzierungsbeiträge leisten soll. Und Sie können vorab Vereinbarungen für den Fall der Trennung treffen.

Comdirect_Finanzheldinnen_Advertorial„In einem notariellen Vertrag können sie etwa ein Erwerbsrecht oder sogar eine Erwerbspflicht für einen Partner vorsehen und dessen Begleitumstände regeln“, erklärt Hüren. Dazu zählt unter anderem, wie Wert und Kaufpreis zu berechnen sind und ob ein Partner von den Finanzierungsverbindlichkeiten freigestellt ist.

Im Partnerschaftsvertrag können Sie auch regeln, wer bei einem Verkauf der Wohnung welchen Anteil am Gewinn erhält und wer zu welchen Teilen für mögliche Verluste haftet. Eine andere Möglichkeit, gemeinsam Immobilieneigentümer zu werden: Gründen Sie eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die dann die Wohnung erwirbt. Das ist aber aufwendiger und komplizierter.

Was gilt, wenn der Partner stirbt?

Kein schöner Gedanke, doch das sollten Sie besprechen. Liegt nichts vor, geht ein unverheirateter Partner leer aus, denn es greift automatisch die gesetzliche Erbfolge. Und vielleicht steht dann plötzlich ein Verwandter als neuer Miteigentümer vor der Tür. Mit einem Testament, in dem Sie ihren Partner entsprechend bedenken, können Sie das verhindern.

Doch beachten Sie: Ohne Trauschein wird auf das Erbe ihres Partners eine hohe Erbschaftsteuer fällig, die direkt an den Fiskus geht. Zudem haben die gesetzlichen Erben des Verstorbenen Anspruch auf einen Pflichtteil. Beides sollten Sie im Hinterkopf behalten. Im Zweifel ist es ratsam, sich von einem Notar oder Anwalt beraten zu lassen.

herMoney-Tipp für den Wohnungskauf:

Müssen Sie einen Kredit für den Immobilienkauf aufnehmen, sollten Sie eine Risikolebensversicherung als Überkreuz-Vertrag auf das Leben des anderen abschließen. So stehen Sie oder Ihr Liebster im Todesfall nicht mit einem Schuldenberg da. Unser Rat: Der Kauf einer Wohnung muss gründlich geplant werden. Lassen Sie sich davor von einem Anwalt oder Notar beraten.

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