Der frühe Vogel fängt den Wurm, auch bei der Anschlussfinanzierung. Was Sie jetzt beachten sollten, um Geld zu sparen!

Die Zinsen sind historisch niedrig – vielleicht ärgern Sie sich, weil Sie Ihre Immobilienfinanzierung vor Jahren zu einem höheren Zinssatz abgeschlossen haben? Doch ärgern hilft nichts. Besser ist es, die Vertragsbedingungen genau zu prüfen. Denn selbst dann, wenn Sie eine Zinsbindung für 15 oder 20 Jahre vereinbart haben: Nach zehn Jahren haben Sie als Darlehensnehmerin das Recht, Ihren Vertrag vorzeitig zu kündigen. Zu viel Aufwand, mögen Sie denken. Dennoch sollten Sie Ihren inneren Schweinehund überwinden, denn in den Jahren 2005 bis 2008 lag das Zinsniveau deutlich höher als heute. Mit einer neuen Finanzierung können Sie also viel Geld sparen. herMoney stellt Ihnen die Möglichkeiten vor.

Anschlussfinanzierung bei der bisherigen Bank

Rund sechs Monate vor Auslauf der Zinsbindung erhalten Sie ein Angebot von Ihrem bisherigen Darlehensgeber. Auch nach einer Kündigung wird er Ihnen ein Angebot machen, um Sie als Kundin zu halten. Denn bleiben Sie ihm treu, ist der Aufwand sowohl für Sie als auch für den Kreditgeber minimal – die Unterlagen zur Immobilie liegen bereits aus der Erstfinanzierung vor. Meist müssen Sie nur aktuelle Einkommensteuererklärungen bzw. aktuelle Gehaltskopien einreichen. Allerdings ist das erste Angebot des bisherigen Darlehensgebers nicht unbedingt das Beste. Versuchen Sie, den Zins zu verhandeln. Schließlich ist nicht nur der Aufwand, sondern auch das Risiko für Ihren bisherigen Darlehensgeber minimal, wenn Sie sich bereits seit Jahren als verlässlicher Kreditnehmer erwiesen haben!

Umschuldung mit neuem Darlehensgeber

Ein Vergleich kann nicht schaden. Fragen Sie bei anderen Darlehensgebern die Konditionen an, insbesondere dann, wenn Sie mit dem Angebot Ihres bisherigen Darlehensgebers nicht zufrieden sind. Wenn Sie einen neuen Anbieter wählen, ist es etwas aufwändiger und Sie müssen zunächst auch etwas Geld in die Hand nehmen. Denn jeder potenzielle Kreditgeber muss den Wert der Immobilie und auch die Ausfallrisiken prüfen, bevor er ein Angebot abgibt. Für Sie heißt das: Sie müssen alle Unterlagen zu Ihrer Immobilie und zu Ihrer Finanzkraft erneut einreichen. Wenn Sie das Angebot überzeugt, wird noch eine Notar- und Grundbuchgebühr fällig, weil die Grundschuld übertragen werden muss. Bei teuren Immobilien können sich die Kosten auf mehr als 1.000 Euro belaufen.

Forward-Darlehen: Langfristig gute Konditionen sichern

Die Zinsen sind weiterhin niedrig, vom absoluten Tief bei der Immobilienfinanzierung haben wir uns aber bereits wieder entfernt. Möglich, dass die Hypothekenzinsen in den kommenden Jahren steigen. Wenn Ihre Zinsbindung in zwei bis drei Jahren ausläuft oder Ihr Kredit dann bereits zehn Jahre läuft, können Sie sich schon heute vor einem Zinsanstieg schützen. Banken bieten die Möglichkeit eines sogenannten Forward-Darlehens. Damit sichern Sie sich die Konditionen für die Zeit nach Ablauf der Erstfinanzierung. Allerdings sind Sie damit festgelegt – von fallenden Zinsen können Sie dann nicht mehr profitieren.

Und natürlich bekommen Sie die günstigen Zinsen zukünftig nicht zum Nulltarif. Für ein Forward-Darlehen kassieren die Banken in der Regel Zinsaufschläge zu den aktuellen Konditionen. Dabei gilt: Je länger der Zeitraum bis zum Auslaufen Ihres Kredits bzw. bis zur Zehn-Jahres-Frist, desto höher fällt der Aufschlag aus. Auch die Zinserwartungen spielen eine Rolle. Liegen die langfristigen Zinsen weit über den aktuellen Zinsen, wird es teurer. Manche Banken bieten Forward-Darlehen für fünf Jahre, spätestens aber drei Jahre vor Auslaufen Ihrer Zinsbindung bzw. der Zehn-Jahres-Frist sollten Sie aber prüfen, ob sich ein Forward-Darlehen für Sie rechnet. Im Internet finden Sie spezielle Rechner für Forward-Darlehen – zum Beispiel beim Handelsblatt oder beim Finanzdienstleister Dr.Klein. Spielen Sie Ihr Szenario mit unterschiedlichen Zahlen durch. Durch Variation der Forward-Dauer erfahren Sie, welchen Aufschlag ein Anbieter für die Bereitstellung des Zinssatzes kalkuliert.

herMoney-Tipp:

Machen Sie sich bewusst, dass Sie für Finanzinstitute eine attraktive Kundin sind! Sie sind also in einer guten Verhandlungsposition, schließlich ist ein Teil Ihrer Hypothek bereits abbezahlt und die Immobilienpreise sind – zumindest in Großstadtlage – in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Und scheuen Sie sich nicht, Ihr Sonderkündigungsrecht zu nutzen, wenn Ihr Vertrag bereits zehn Jahre läuft und Sie aktuell günstigere Konditionen bekommen können. Vergleichen und verhandeln lohnt sich auf jeden Fall!

Beitrag teilen:

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?