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Warum gucken alle auf den Zins? HerMoney erklärt, welche Rolle Zinsen für die Wirtschaft und bei der Geldanlage spielen.

Sobald eine Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) oder der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (FED) bevorsteht, scheinen alle Akteure des Finanzmarktes unruhig zu werden. Jeder noch so kleine Hinweis der Zentralbanker wird bewertet. Schon im Vorfeld veröffentlichen Banken ihre Meinung darüber, wohin der Zins eventuell gehen könnte und was die Notenbanker vielleicht verkünden könnten. Warum diese Aufregung um den Zins?

Die Zinsentwicklung ist eine der wichtigsten volkswirtschaftlichen Größen überhaupt, denn aus ihr leitet sich vieles ab. Die Wachstumsperspektiven der realen Wirtschaft, die Wechselkurse zwischen den Währungen, die Aussichten auf den Renten-, Aktien- und Immobilienmärkten: Vom Zins scheint einfach alles in der Wirtschaft abzuhängen!

Was sind „Zinsen“ eigentlich?

Doch was genau ist der Zins? Einfach ausgedrückt sind Zinsen der Preis für geliehenes Geld. Wenn mir von der Bank Geld leihe, muss ich einen Preis dafür zahlen. Andersherum verhält es sich, wenn ich Geld auf ein Spar- oder Termingeldkonto einzahle – dann leihe ich meiner Bank Geld. Die Bank kann dann mit diesem Geld arbeiten. Als „Belohnung“ dafür, dass ich das Geld nicht jetzt ausgebe, sondern es eine Zeit lang meiner Bank überlasse, erhalte ich Zinsen. Je höher der Zinssatz – das ist der Prozentsatz, den man aufs Jahr gerechnet erhält -, desto lieber überlasse ich meiner Bank das Geld, denn mit höherem Zinssatz wird ja die Belohnung attraktiver. Womöglich bin ich bei besonders hohen Zinsen eine Zeit lang auch gern besonders zurückhaltend beim Shoppen und überlasse meiner Bank etwas mehr Geld; dann kann meine Bank mit mehr Geld arbeiten, es beispielsweise an Unternehmen in der Region verleihen – natürlich ebenfalls gegen Zinsen.

Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität

Die Lenker des Zinssatzes sind die Zentralbanken, und diese wollen damit bestimmte geld- oder wirtschaftspolitische Ziele erreichen. Hauptziel der Geldpolitik der europäischen Zentralbank EZB ist die Preisstabilität. Wenn dann noch etwas geht, soll die EZB auch die allgemeine Wirtschaftspolitik der Europäischen Union unterstützen, also beispielsweise ein ausgewogenes Wirtschaftswachstum, eine wettbewerbsfähige soziale Marktwirtschaft und Vollbeschäftigung verfolgen. Aber in erster Linie geht es der EZB um Preisstabilität. Darunter versteht sie eine „gesunde“ Inflationsrate von etwas unter 2%.

Dazu hat die EZB verschiedene Instrumente. Das wichtigste: Sie legt den Leitzins fest, also den Zinssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen können. Der ist sozusagen der „Einkaufs-Zinssatz“ der Banken. Er beeinflusst den Satz, zu dem Banken ihren Kunden Kredite geben können. Seit 10. März 2016 liegt der Leitzins (in dem Fall der sogenannte „Hauptrefinanzierungszins“) in Euroland bei 0%, ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik.

Welche Rolle spielen die Zinsen bei der Geldanlage?

Zinsen steuern die Wirtschaft. Wenn der Wirtschaftsmotor stottert, senken die Zentralbanken die Zinsen. Durch die billigere Kreditaufnahme sollen Verbraucher und Unternehmen dazu animiert werden, zu investieren bzw. zu konsumieren, denn es kostet ja weniger. Läuft die Wirtschaft heiß, heben die Zentralbanken die Zinsen an. Steigt der Preis für Geld, wird weniger Kredit nachgefragt – Unternehmen investieren nur noch in solche Bereiche, wo sie die zu erwartende Rendite die Kosten des Kredits übersteigt.

Während Unternehmen oder private Kreditnehmer einen möglichst geringen Zinssatz wünschen, hoffen Anleger*innen auf einen hohen Preis, wenn sie ihr Geld verleihen. Bei ähnlichem oder vergleichbarem Risiko legen sie ihr Geld also dort an, wo sie die höchsten Zinsen kassieren. Ist der Zinssatz im Dollar-Bereich etwa höher als in Euroland, zieht es die Investoren in den Dollar-Bereich, d.h. der Dollar steigt gegenüber dem Euro. Im aktuellen Niedrigzins-Umfeld haben wir gesehen, dass viele Menschen die niedrigen Zinsen nutzen, um Immobilien-Darlehen aufzunehmen – entsprechend sind die Immobilienpreise gestiegen.

Trotz niedriger Zinsen sind Zinsanlagen nach wie vor gefragt. Sie versprechen Sicherheit, weil der Wert des eingezahlten Kapitals nicht schwankt. Das ist eine teure Sicherheit –  ohne Zinsen frisst die Inflation das Guthaben auf. Anleger*innen suchen deshalb nach besser rentierlichen Anlagen wie beispielsweise Aktien. Neben den guten Gewinnen, die Unternehmen in den letzten Jahren machen konnten, hat auch das die Aktienkurse nach oben getrieben.

herMoney-Tipp

Zinsen haben einen großen Einfluss auf das wirtschaftliche Geschehen und auf alle Geldanlagen.  Liegt der Zins, den Sie für Ihr Geld erhalten, unterhalb der Preissteigerungsrate, schmilzt Ihr Kapital dahin. Achten Sie also auf den Zins und die Zinspolitik der Notenbanken. Wenn Sie die Lust dazu gepackt hat, achten Sie auf die kommenden Leitzinsentscheidungen der EZB  am  7. März und am 10. April 2019.

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