Eine Studie zeigt: Finanzkrise und Inflation sind die großen Ängste der Deutschen. Hier lesen Sie, wie Sie optimal investieren.

Haben Sie sich mal Gedanken darüber gemacht, was Ihre Besitztümer am meisten gefährden könnte? Fürchten Sie Einbrüche, Diebstähle oder den Verlust des Arbeitsplatzes? Die Stiftung Familienunternehmen wollte es genau wissen und hat das Allensbach-Institut mit einer Studie beauftragt. Mehr als 1.400 Bürger ab 16 Jahren haben die Meinungsforscher im April befragt. Erstaunliches Ergebnis: Die Mehrheit der Deutschen (61%) glaubt, dass eine erneute Finanzkrise ihr Eigentum gefährden könnte. Es folgt die Angst vor Inflation (57%), und erst an dritter Stelle steht die Angst vor Kriminalität wie z.B. Einbrüchen (55%).

Erstaunlich ist das Ergebnis deshalb, weil Finanzkrise und Inflation eher abstrakt daher kommen. Und weil das Verhalten der Deutschen ihren Ängsten widerspricht. Die letzte sogenannte Finanzkrise – sie begann 2007 mit dem Platzen der US-Immobilienblase – brachte das globale Finanzsystem an den Rand des Kollapses. Banken mussten gerettet werden, die Wirtschaftsleistung schwächelte. Aus der US-Immobilienkrise und der Finanzkrise wurde die Euro- und Staatsschuldenkrise. Die Folgen sind noch immer zu spüren. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen auf Null gesenkt, wer ein großes Vermögen auf dem Konto hat, muss bei manch einer Bank sogar Zinsen für die Aufbewahrung bezahlen! Und was machen die Deutschen mit ihrem Geld: Sie bunkern den überwiegenden Teil ihres Privatvermögens noch immer in Lebensversicherungen und Bankeinlagen wie Girokonten, Festgeldern oder Sparkonten gebunkert. Leider bringen diese sogenannten „Geldwertanlagen“ in den letzten Jahren so gut wie nichts mehr oder sogar reale Verluste, weil die Verzinsung unterhalb der Preissteigerung (Inflation) liegt – als Folge der Finanzkrise!

Was gefährdet Eigentum?

Quelle: Buch „Eigentum – Warum wir es brauchen, was es bewirkt, wo es gefährdet ist“. Herausgeber: Stiftung Familienunternehmen.

Die Aktienmärkte sind kein Casino, sondern eine langfristig gewinnbringende Anlage

Die Angst vor Vermögensverlust durch eine Finanzkrise sitzt aber offenbar tief. Und sie sorgt dafür, dass Deutsche auf der Suche nach Sicherheit viel Geld verlieren. Denn während es als Folge der Finanzkrise keine Zinsen mehr gibt, sind die Kurse von Aktien in den vergangenen zehn Jahren unter dem Strich deutlich nach oben gezogen.

Mit Aktienanlagen sind deutlich höhere Gewinne möglich, vor allem auf lange Sicht. Doch die Deutschen trauen dem Braten nicht, vor allem Frauen halten die Risiken für nicht beherrschbar. Jede 2. Frau hält die Risiken gar für genauso hoch wie im Spielcasino! Stellen Sie sich das einmal bildlich anhand der deutschen Wirtschaft vor: Arbeiten die Angestellten der Konzerne wie BMW, Adidas, Telekom und Co. in Wirklichkeit in einem Spielcasino? Wohl kaum. Aktien sind auch keine Jettons, sondern Beteiligungen an Unternehmen. Sie bieten eine praktikable Möglichkeit, mit der jede Frau und jeder Mann unmittelbar am Unternehmenserfolg teilhaben kann, ohne selbst Unternehmer zu sein.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Die gibt es selbstverständlich auch an den Aktienmärkten, und ein rasanter Kurssturz – ein sogenannter „Crash“ – wird uns auch in Zukunft nicht für immer erspart bleiben. Fakt ist aber, dass sich die Aktienmärkte ausnahmslos nach jedem Crash wieder erholt und zu neuen Höchstständen aufgeschwungen haben. Mit entsprechend langem Zeithorizont, wie er gerade bei der Altersvorsorge oft vorherrscht, sollten solche vorübergehenden „Dellen“ uns also keine grauen Haare bescheren.

Auf der anderen Seite locken schließlich gute Renditen von 6, 7 oder gar 8 Prozent – wo finden wir die sonst? Die Statistiken des deutschen Fondsverbands BVI zeigen, dass Aktienfonds mit Schwerpunkt Europa in den letzten 5 Jahren im Schnitt 8% pro Jahr gebracht haben, in den letzten 10 Jahren nur 3,8% (hier schlägt der Effekt der letzten Finanzkrise noch zu Buche), und in den letzten 25 Jahren im Schnitt jährlich 6,1% (Stichtag 30.4.2018). Immerhin beinhaltet der letzte Zeitraum zwei Börsencrashs, 2000-2003 und 2007/2008.

Auch Immobilien sind Sachwerte und ebenfalls bestens für die Altersvorsorge geeignet. Dass Immobilien in den letzten Jahren für ihre Eigentümer wunderbare Renditen abgeworfen haben, weiß jeder, der zur Miete wohnt und die Kehrseite der Medaille, die Mietsteigerungen, erdulden muss. Etwa 6% jährlich sind die Preise von Eigentumswohnungen in letzter Zeit angestiegen – in den Metropolen sogar noch stärker als auf dem Land.

Ist Inflation eine tatsächliche Gefahr?

An zweiter Stelle steht laut Allensbach-Studie die Angst vor Inflation. Doch ist diese Angst begründet? Fakt ist, dass sich die Europäische Zentralbank seit vielen Jahren bemüht, ihre gewünschte Inflationsrate von „etwas unter zwei Prozent“ zu erreichen, aber die tatsächliche Inflationsrate störrisch darunter verharrt. Die aktuelle Preissteigerung ist für Sparer nur deshalb relevant, weil sie oberhalb der Sparzinsen liegt. Sparer verlieren also Geld, weil die Kaufkraft ihres Vermögens sinkt! Auch in dem Fall, dass die Teuerungsraten tatsächlich mal nach oben schießen, sind vor allem all diejenigen gekniffen, die in Geldwerten investiert sind, also in Festgeld, Sparkonten, Cash, Lebensversicherungen und so weiter. Ziehen die Zinsen nicht mit nach oben, schmilzt die Kaufkraft von Geldwerten rapide dahin.

Warum haben die Deutschen solche Inflations-Angst? Man vermutet historische Gründe. Von 1914 bis 1923 herrschte hierzulande eine Hyperinflation, die kleine und große Vermögen dahinschmelzen ließ – aber eben nur Geldvermögen. Auch als nach dem Zweiten Weltkrieg 1948 die D-Mark eingeführt wurde, büßten diejenigen, die Reichsmark oder entsprechende Geldmarktpapiere besaßen, viel von ihrem Vermögen ein. Wer hingegen in Immobilien, Unternehmen oder anderen Sachwerten investiert war, war auf der besseren Seite.

Wer dies weiß, ist umso erstaunter darüber, dass die Deutschen auf der einen Seite große Inflationsängste haben, und auf der anderen Seite genau das Falsche tun: Nämlich überwiegend in Geld- und wenig in Sachwerte zu investieren. Nur etwa 10 % der Deutschen sind in Aktien oder Aktienfonds investiert – viel verschenktes Potenzial!

herMoney-Tipp:

Lassen Sie nicht Angst den falschen Geld-Ratgeber sein! Verglichen mit den Micker-Zinsen auf Festgeldern oder Sparbüchern sind die Renditen von Aktien und Aktienfonds gigantisch. Wenn es um langfristige Anlageziele geht, stehen Sie mit Sachwerten renditemäßig besser da und sind auch noch vor Inflation geschützt.

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