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Der Wettbewerb im Fonds-Geschäft steigt. Dies sorgt dafür, dass die Fonds-Kosten auf breiter Front fallen. Wie schön für Anlegerinnen!

Coca Cola Zero kennen Sie bestimmt. Aber kennen Sie auch Zero-Fee-Fonds? Kürzlich legte die US-amerikanische Fondsgesellschaft Fidelity Investments gleich mehrere solcher Zero-Fee-Fonds auf: Nicht ohne Kalorien, aber ohne Gebühren. Bislang gibt es solche Kostenlos-Fonds leider nur auf dem US-Markt, aber der Marketing-Gag in Amerika zeigt eine Tendenz, die es auch hierzulande gibt: Fondsgebühren fallen auf breiter Front!

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Auch in Deutschland treten immer mehr Fondsgesellschaften mit Gebührensenkungen an die Öffentlichkeit. Erst im Sommer teilte der französische ETF-Anbieter Lyxor mit, dass er die laufenden Gesamtkosten seiner MSCI World-Sektor-ETFs auf 0,3 % reduziert. Auch der Robo Advisor Quirion reduzierte Anfang des Jahres die Kosten für seine Online-Vermögensverwaltung. Grund war hier der Markteintritt des ETF-Anbieters Vanguard, der mit besonders günstigen Kosten wirbt und die Quirion-Depots bestückt. Bereits 2016 senkte DWS, die Fondstochter der Deutschen Bank, die Kosten für ihre Riester-Fondssparpläne, und zu Beginn des Jahres 2018 setzte die DWS dann auch die jährliche Gebühr einiger ihrer Xtrackers ETFs herab. Die Anbieter begründen ihre Gebührensenkungen mit Skaleneffekten, die sie erzielen: Das heißt, dass die prozentualen Gebühren bei steigendem Fondsaufkommen gesenkt werden können, weil der Mehraufwand nicht im selben Maß steigt wie das verwaltete Vermögen.

Auch die niedrigen Zinsen und die Konkurrenz durch ETFs spielen eine Rolle

Alles klar: Volumen rauf, Gebühren runter! Auch wenn steigende Fondsvolumina ein wichtiger Beweggrund sind, spielen zwei weitere Gründe ebenfalls eine Rolle:

  1. Die Erträge, die sich derzeit an den Kapitalmärkten erzielen lassen, sind nicht mehr so attraktiv wie früher, als das Zinsniveau noch deutlich höher war. Damit fallen die Kosten heute stärker ins Gewicht als früher. Bei Geldmarktfonds, aber auch bei konservativen Rentenfonds, müssen die Manager ihre Gebühren senken, damit Kosten und Gebühren nicht die magere Wertentwicklung gänzlich auffressen. Früher, als die Zinsen noch höher waren, profitieren beide Seiten vom Marktumfeld: die Asset Manager konnten mehr kassieren, und für die Anleger blieb immer noch mehr Rendite übrig.
  2. Der Wettbewerb durch kostengünstige Indexfonds wie etwa ETFs wird schärfer. Früher waren Indexfonds eine Randerscheinung und wurden fast nur von institutionellen Investoren genutzt. Mittlerweile fließt aber immer mehr Geld in ETFs und andere passive Fonds – auch von Privatanlegerinnen und Privatanlegern. Der Grund: Die Medien – unter anderem herMoney – berichten mehr darüber, und sie werden zunehmend als Bausteine in Vermögensverwaltungen eingesetzt.Die Manager von aktiv verwalteten Fonds müssen sich also etwas einfallen lassen, wenn sie an ihren bisherigen hohen Gebühren festhalten wollen, oder sie müssen ihre Gebühren senken, was sie auf breiter Front tun.

Klar ist: Bei den aktiv gemangten Fonds schlagen die Kosten stärker ins Kontor, denn sie sind im Schnitt deutlich höher als bei Indexfonds. Die Manager solcher Fonds kommen mit immer neuen Strategien an den Markt, um zeigen zu können, dass sie den Markt schlagen. Können sie dies nicht, wird die erste Frage der Anleger sein, warum sie die hohen Kosten bezahlen sollen.

Kosten fressen Rendite

Es ist nicht leicht, bei den aktuell niedrigen Zinsen nach allen Kosten überhaupt noch positive Erträge zu erzielen. Mit Sparbuch oder Tagesgeld schaffen Sie das ohnehin nicht, aber auch mit Rentenfonds ist es schwierig. Wenn man dann noch Inflation und Steuern berücksichtigt, sowieso! Die Senkung der Gebühr ist also eine prima Sache für Anlegerinnen: Je weniger Kosten Ihr Fondsdepot insgesamt hat, desto weniger nagen diese an Ihrer Performance. Studien belegen, dass Kosten auf lange Sicht ein wesentlicher Renditefresser sind: Fonds mit niedrigeren Kosten weisen über lange Zeiträume eine bessere Performance auf als Fonds mit hohen Kosten.

Und mal ehrlich: Eigentlich könnten Fonds bei bestimmten Volumen-Marken ihre Gebühren auch wirklich senken: Wenn beispielsweise ein Fonds bis 500 Mio. Euro eine Managementgebühr von 1,2 % erhebt, könnten die Kosten bei einem Volumen zwischen 500 Mio. Euro und 1 Mrd. Euro z.B. auf 1,0 % fallen, und bei einem Volumen größer als 1 Mrd. € sogar auf 0,8 %. Solche degressiven Gebührenmodelle sind aber noch selten anzutreffen. Eigentlich leuchten sie aber ein.

herMoney-Tipp

Zwei Dinge können Sie tun: Zum einen auf Anlagen mit potenziell höheren Renditechancen setzen – am Aktienmarkt etwa dürfte Ihr Geld langfristig eine höhere Rendite erwirtschaften als auf dem Sparbuch. Zum anderen können Sie zum Sparfuchs werden, was die Kosten angeht. Mit Aktien-ETFs können Sie beides unter einen Hut bringen: Auf die höheren Rendite-Chancen im Aktienbereich setzen und gleichzeitig nur wenig für das Management bezahlen. Aber Achtung: Betrachten Sie die Gesamtkosten – die des Fonds, die einer eventuellen Vermögensverwaltung, die die einzelnen Fonds auswählt, und die Kosten für die Depotführung! Suchen Sie aktiv im Internet nach einer kostengünstigeren Alternative, die ebenfalls so gut ist wie das Produkt, das Sie angeboten bekommen, und vergleichen Sie! Auf lange Sicht wird sich das auszahlen!

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