Egal welche Preiskapriolen der Bitcoin schlägt: Für die dahinter stehende Blockchain-Technologie sind viele Anwendungen denkbar.

Erfunden wurde der Bitcoin – die bisher verbreitetste Kryptowährung – von Satoshi Nakamoto, was vermutlich ein Pseudonym ist. Jener Nakamoto stellte Bitcoins 2008 in einem Dokument vor und brachte sie 2009 erstmals auf den Markt. Mittlerweile sind der Bitcoin und die dahinter stehende „Blockchain-Technologie“ in aller Munde.

Das Thema ist exotisch und modern, was Ende 2017 zu einem regelrechten Hype führte. Beispielsweise hatte eine kleine Getränkefirma in den USA ihren Namen von „Long Island Iced Tea Corp“ in „Long Blockchain Corp“ geändert. Am Folgetag stieg der Anteilspreis um sagenhafte 432%. Die Firma will zwar weiterhin Eistee produzieren, aber „irgendwie“ auch die Gelegenheit nutzen, an Cyberwährungen und deren Technologien zu partizipieren. Allein die Namensänderung und diese läppische Äußerung des Firmen-Chefs sorgten dafür, dass Anleger schier ausrasteten. Dies zeigt, dass hier eine gehörige Portion Fantasie mitschwingt.

Preiskapriolen beim Bitcoin

Auch der Bitcoin selbst schlug Kurskapriolen: Während ein Bitcoin am 1. Januar 2017 für 898 Euro gehandelt wurde, stieg er bis zum 18. Dezember 2017 auf sagenhafte 15.089 Euro. Danach gab es einige Hiobsbotschaften für Kryptowährungen: In Südkorea, das als Hochburg für Digitalwährungen gilt, machten Gerüchte über ein mögliches Verbot von Krypto-Handelsplattformen die Runde, und die EU-Kommission forderte die Regulierer auf, Bürger angesichts der spekulativen Preiskapriolen eindringlich zu warnen. In der Folge schmierte der Bitcoin-Kurs ab und lag am 14. Januar 2018 bei 11.271 Euro.

Doch was reizt die Menschen so an diesem Thema? Interessant an Cyberwährungen ist der Gedanke, dass jeweils eine weltweit akzeptierte Währung geschaffen wird, die länderübergreifend anerkannt ist und ohne aufwändige Währungsumrechnung gehandelt werden kann – eine Art Esperanto für den Zahlungsverkehr. Das Ganze noch unabhängig von Vermittlern oder Banken, denn Cyberwährungen können direkt von Nutzer zu Nutzer transferiert werden.

Die Transaktionen finden dabei in Echtzeit statt. Stellen Sie sich vor, dass Sie den Gegenwert von 10 Euro von einem Menschen in Timbuktu auf Ihr Euro-Konto überwiesen haben wollen – wieviel Spesen, Umrechnungsgebühren und Zeit wird das im Verhältnis zu dem relativ geringen Betrag kosten! Von Kryptowährungen erhofft man sich, dass das so kostengünstig und unkompliziert geht wie das Versenden einer Whattsapp.

„Noch sind wir allerdings nicht so weit“, erläutert Martin Schmidt, Partner des Beratungsunternehmens Postera Capital GmbH. „Eine Bitcoin-Transaktion kostet derzeit einen höheren zweistelligen Euro-Betrag.“ Aber es wird an der Erweiterung der Netzwerk-Kapazität gearbeitet, so dass die Transaktionskosten womöglich bald deutlich geringer werden.

Immerhin gibt es bereits Akzeptanzstellen für Bitcoins. „Viele machen das derzeit wohl eher aus Marketing-Gründen. Große Volumina werden in Deutschland noch nicht abgewickelt“, so Schmidt. In Deutschland akzeptiert beispielsweise der Essenslieferdienst Lieferando Bitcoins, in Österreich existieren Bitcoin-Automaten, und in Asien gibt es schon viele Akzeptanzstellen.

Blockchain-Technologie ist zukunftsträchtig

Besonders interessant an Cyberwährungen ist die dahinterstehende Technologie – beim Bitcoin die Blockchain-Technologie. Experten rechnen damit, dass sich diese Technologie halten wird, selbst wenn der Bitcoin vom Markt verschwinden sollte. Doch was steckt dahinter?

„Blockchain-Anwendungen eignen sich für alle Arten von digitalen Transaktionen“, erklärt Schmidt. „Mit dieser Technologie kann man Transaktionen direkt zwischen den Teilnehmern digital abbilden, ohne dass dazu eine zentrale Instanz benötigt wird, die für die Richtigkeit der Transaktion geradesteht. Hierdurch sind völlig neue Geschäftsmodelle denkbar, wie zum Beispiel die direkte Vergütung von Autoren, die im Internet Inhalte veröffentlichen. Die Eindeutigkeit der Transaktion, die im Nachhinein nicht mehr änder- oder manipulierbar ist, macht die Blockchain-Technologie so interessant.“

Man kann sich das vorstellen wie eine Art digitales Grundbuch: Es ist genau nachvollziehbar, welchen Weg ein Bitcoin genommen hat. Alles ist eindeutig zuorden- und nachvollziehbar. Diese Technologie  ist für verschiedene Branchen interessant. Beispielsweise könnten Notenbanken die Zahlungen zwischen einzelnen Staaten damit abwickeln. Ein weiteres Anwendungsbeispiel lieferte kürzlich der Fotoriese Kodak. Anfang Januar kündigte er an, bald mit einer Blockchain-Lösung für Fotografie-Rechte an den Markt zu gehen. Damit soll es Fotografen ermöglicht werden, die Rechte an ihren Fotos zu managen und ihre Fotos weltweit zu vertreiben. Bezahlt werden soll auf der Plattform KodakOne mit einer neuen Kryptowährung, den „KodakCoins“. Weitere Industrieanwendungen für die Blockchain-Technologie sind denkbar und eröffnen großes Potenzial und fachen die Fantasie an.

herMoney-Fazit

Sowohl die Cyberwährung Bitcoin als auch die dahinter stehende Blockchain-Technologie sind jung, und es ist unklar, wie ihre Zukunft aussieht. Es kann kometenhaft aufwärts gehen oder ein Phänomen sein, das durch eine andere Cyberwährung oder eine andere bahnbrechende Technologie abgelöst wird. Spannend ist es auf jeden Fall, sich damit zu beschäftigen.

Mehr zu Bitcoins und Co. gibt es hier. 

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