Cannabis Aktien entwickeln sich gerade zum heißen Trend, weil immer mehr Länder den Marihuana-Konsum legalisieren.

Geben Sie mal das Wort „Cannabis“ bei Amazon ein! Sie werden erstaunt sein: Vom „Cannabis Unisex Eau de Parfum“, über „Euphoria Kaugummi Cannabis ohne Zucker“, bis hin zu „Cannabis Vodka“ gibt es ein breites Sortiment. Aber nicht nur Online-Shoppingplattformen haben die Fünf-Finger-Pflanze für sich entdeckt, sondern auch die Börsianer. Derzeit sind Cannabis-Aktien in aller Munde.

Cannabis-Legalisierung führt zu Boom

Der Grund für den Hype liegt in der Cannabis-Legalisierung in mehreren Ländern, was nun auch legal arbeitenden Firmen erlaubt, mit Cannabis profitable Geschäfte zu betreiben. In der Schweiz wurde der Besitz von bis zu zehn Gramm Marihuana entkriminalisiert, in rund 20 US-Bundesstaaten (u.a. Kalifornien, Colorado, Washington) und in den Niederlanden ist Cannabis schon länger legal. Kanada hatte 2001 die medizinische Verwendung legalisiert, und diesen Sommer nun auch den Freizeitkonsum.

In Deutschland ist Cannabis seit 2017 als Arzneimittel erlaubt, und sogar der Bund der Kriminalbeamten forderte ein Ende des Cannabis-Verbots. Georg Wurth, Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbandes, sammelte über 79.000 Unterschriften für seine Petition pro Cannabis. Seiner Meinung sprechen für die Aufhebung des Cannabis-Verbots, dass es dann in Deutschland jährlich 100.000 Strafverfahren weniger gebe, es zu erheblichen Steuermehreinnahmen käme und es einen regulierten Markt, statt eines unkontrollierten Schwarzmarkts gebe. Bisher legalisierte die Bundesregierung Cannabis aber nicht für den Freizeitkonsum.

Cannabis – eine extrem vielseitige Pflanze

Fakt ist: Immer mehr Länder lockern ihre Regeln für Cannabis als Genussmittel. Zu medizinischen Zwecken ist die Pflanze in weit mehr Ländern erlaubt, weil sie eine schmerzlindernde Wirkung hat, relativ wenige Nebenwirkungen verursacht und preiswert in der Herstellung ist. Entsprechend steigen der legale Anbau und der Handel des vielseitigen Krauts. Von der Blüte über die Samen und Blätter bis zur Faser können alle Teile verwendet werden. Die bekanntesten Hanf-Produkte sind schmerzlindernde Heilmittel, gesunde Speiseöle, Kosmetik, Seile, Textilien, Tees, Seife und Rauchwaren. Cannabis-Drinks wie „Mellow Mood“ sind unter Jugendlichen gerade hip.

Angesichts dieser Vielseitigkeit und der Tatsache, dass der Anbau der genügsamen Pflanze denkbar einfach ist, gibt es immer mehr Firmen, deren Geschäftsmodell sich um Hanf dreht. Beispiele sind das Unternehmen Advanced Cannabis, das Räumlichkeiten und Anlagen an lizensierte Cannabis-Pflanzer vermietet, Medbox, ein Hersteller von Verkaufsautomaten für Medikamente, Growlife, die Innenausstattungen für Pflanzer verkaufen, oder CannTrust Holdings, die pharmazeutisch standardisierte Cannabis-Produkte herstellen. Auch der Börsenkurs des Pharmakonzerns Tilray, der Cannabis für eine klinische Studie in Kalifornien liefern darf, hat enorm zugelegt.

Wie das in Amerika so ist: Zack! Gibt es gleich die entsprechenden Medien. So können wir uns beispielsweise auf der Seite www.marijuanastocks.com über Cannabis-Aktien informieren, allerdings auf Englisch.

Angesichts des derzeitigen Cannabis-Booms erstaunt es nicht, dass es mittlerweile erste Marihuana-Fonds gibt. Einer davon ist der am 4. April 2017 aufgelegte Horizons Marijuana Life Sciences Index ETF (WKN: A2DTQB, Website: https://www.horizonsetfs.com/ETF/HMMJ). Dieser kanadische Fonds bildet den „North American Marijuana Index“ nach und verlangt dafür eine Management-Gebühr von 0,75 % p.a. In der relativ kurzen Zeit seiner Existenz konnte er bereits ein Volumen von 1,03 Mrd. Can$ (ca. 692 Mio. Euro) einsammeln.

Er wird großvolumig an der Toronto Stock Exchange gehandelt und ist in Deutschland nicht über jede Depotstelle erhältlich, aber an den Börsen München, Berlin und Düsseldorf sowie bei Tradegate und Lang & Schwarz wird der ETF gehandelt, wenn auch in deutlich kleineren Stückzahlen.

Zwei weitere Marihuana-Fonds wurden Anfang 2018 in Kanada aufgelegt: Der kanadische ETF-Anbieter Horizons legte einen zweiten Fonds auf, den „Junior Marijuana Growers Index ETF“, und das Fondshaus Evolve ETFs brachte den „The Marijuana ETF“ auf den Markt. In Deutschland ist bislang noch kein Cannabis-Fonds bekannt.

herMoney-Tipp:

So interessant die jüngsten Kursentwicklungen der Marihuana-Aktien sind, so vorsichtig müssen wir sein. Immerhin handelt es sich um eine junge Branche, die gerade erst legalisiert wurde. Außerdem sind die meisten Cannabis-Aktien in den USA oder in Kanada beheimatet, d.h. es gibt ein Währungsrisiko, dem natürlich auch eine Währungs-Chance gegenübersteht. Es bleibt also abzuwarten, ob Marihuana-Investments ihren Anlegern auch langfristig eine berauschende Rendite bescheren. Aber Mutige, die gern bei Neuanfängen dabei sind, werden sich als Beimischung eine Prise davon ins Depot legen und bleiben auch bei Rückschlagen gechillt.

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