Mit ETFs können Sie auch Gewinn erzielen, wenn die Kurse an der Börse fallen. Oder gehebelt investieren. Wir sagen, wie das geht!

Einfach per Sparplan Monat für Monat die Summe X an der Börse investieren: ETFs eignen sich bestens für den langfristigen Vermögensaufbau! Ihr Kapital ist – je nach Wahl des Index, auf den sich Ihr ETF bezieht – breit gestreut, was die Anlagerisiken reduziert. Zudem ist ein Investment in ETFs kostengünstig, weil anders als bei aktiv gemanagten Investmentfonds kein aktiver Fondsmanager bezahlt werden muss.

Aber die Papiere eignen sich auch für strategische Investments. Mit Short-ETFs etwa können Sie Geld verdienen, wenn der zugrunde liegende Index an Wert verliert. Auch lassen sich bestehende Aktienpositionen damit absichern. Sogenannte Leveraged-ETFs dagegen sorgen dafür, dass Sie überproportional an Kursanstiegen gewinnen. Welche Strategie ein ETF verfolgt, verrät er im Namen.

Portfolio-Absicherung mit Short-ETFs oder Inverse-ETFs

Mit einem ETF mit den Namensbestandteilen „Inverse“ oder „Short“ profitieren Sie nicht, wenn es an der Börse aufwärts geht. Im Gegenteil: Ein solcher Fonds verläuft genau entgegengesetzt zur Entwicklung des Index. Beispielsweise steigt der db x-trackers S&P 500 Inverse Daily UCITS ETF, wenn der S&P-500-Index fällt und umgekehrt. Mit einem „Short-ETF“ oder „Inverse ETF“ können Sie also Geld verdienen, wenn es an den Börsen abwärts geht. Ein solches Investment eignet sich kaum für Einsteigerinnen – hier befinden wir uns schon in der „hohen Schule“ der ETFs. Der Grund: Wenn Sie mit diesen Papieren Geld verdienen möchten, ist eine klare Markteinschätzung sowie ein gutes Timing gefragt. Warum das? Weil die Kurse an den Börsen auf lange Sicht nach oben ziehen! Mit klassischen ETFs können Sie zwischenzeitliche Korrekturen einfach aussitzen und dann von der folgenden Erholung profitieren. Bei Investments in Short-ETFs jedoch müssen Sie die Kursrücksetzer genau abpassen, um Geld zu verdienen!

Wenn Sie erwarten, dass es an der Börse Rücksetzer geben wird, können Sie Short-ETFs gezielt nutzen. Kurzfristig eignen sich die Papiere auch, um Ihr Depot absichern. Wenn Sie beispielsweise US-Aktien im Depot haben und einen Kursrückgang befürchten, dann könnten Sie die Aktien verkaufen. Unter Profis heißt das dann „Gewinne mitnehmen“ – vorausgesetzt, dass ein Plus zu Buche steht. Der Nachteil dieser Strategie: Sie müssen einen geeigneten Zeitpunkt für den Wiedereinstieg finden. Alternativ können Sie Ihre Aktien behalten und etwa einen Short ETF auf den S&P 500 kaufen. Der S&P 500 ist ein Aktienindex, der die Aktien der 500 größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen bündelt. Wenn Ihre US-Aktien dann in den Keller rauschen, springt der Short ETF in die Höhe und gleicht den Verlust aus. Die Kunst dabei ist, dass die Rechnung am Ende in etwa aufgeht. Sie müssen also genau die richtige Anzahl an Anteilen am Short ETF kaufen, um ihren Bestand entsprechend abzusichern.

Solche Short- oder Inverse-ETFs sind schon sehr speziell; daher gibt es sie auch nur auf die sehr bekannten Indizes.

Gas geben mit Leveraged ETFs

Sie kennen sich mit Aktien-Investments gut aus und wollen so richtig Gas geben? Dann finden Sie womöglich Leveraged ETFs interessant. Das englische Wort „Leverage“ bedeutet „Hebel“, und diese ETFs hebeln den jeweiligen Index mit dem Faktor zwei. Steigt der DAX also um 1%, dann entwickelt sich beispielsweise der Lyxor ETF LevDAX um 2% nach oben. Aber Vorsicht: Dasselbe passiert natürlich auch bei Abwärts-Bewegungen – geht der Index in den Keller, verlieren Sie mit diesen Papieren gleich doppelt. Weitere Beispiele sind der db x-trackers LevDAX Daily von der Deutschen Bank oder der ETFS DAX Daily 2x Long GO UCITS ETF.

Ganz im Verhältnis 1:2 entwickelt sich ein Leverage ETF allerdings nicht mit dem Index, denn der Hebel muss ja finanziert werden. Diese soganannten Finanzierungskosten schlagen bei kurzfristigen Investments kaum zu Buche. Über einen längeren Investitionszeitraum jedoch läppert es sich. Daher eigenen sich Leveraged ETFs genauso wie Short-ETFs eher für kurzfristiges Trading als für langfristig ausgerichtete Investment-Strategien.

herMoney-Tipp:

Für Einsteiger gilt: Finger weg von diesen Papieren! Wenn Sie sich dagegen auskennen und Spaß daran haben, die Märkte zu analysieren und permanent am Ball zu bleiben, können Sie von diesen strategischen Investments profitieren!

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