Auf dem Weg in die Gründung gibt es vielfältige Förderprogramme und Fördermittel von Bund und Ländern, die den Start erleichtern.

Sie möchten sich Ihren Traum von der Selbständigkeit verwirklichen? Dann informieren Sie sich rechtzeitig über interessante Zuschüsse, günstige Förderkredite und erfahren Sie, wie Sie auch ohne Eigenkapital gründen können. Gründungsberaterin Verena Weihbrecht gibt einen Überblick und nützliche Tipps!

1. Zuschüsse für Existenzgründer

Zuschüsse sind Geldleistungen, die Sie für einen bestimmten Zweck erhalten und nicht zurückzahlen müssen. Der bekannteste ist der „Gründungszuschuss“ der Bundesagentur für Arbeit. Damit erhalten Gründer nach einer Arbeitslosigkeit über sechs Monate Geld zur Deckung des Lebensunterhalts in der der Startphase.

Weniger bekannt sind die Zuschüsse für Gründungsberatung, mit der Sie Ihr Gründungsvorhaben optimal vorbereiten können. Ein Gründungsberater prüft Ihre Geschäftsidee auf Marktfähigkeit, entwickelt ein Vermarktungskonzept zur Kundengewinnung, erstellt mit Ihnen den Businessplan, unterstützt bei der Beantragung von Fördermitteln etc. In vielen Bundesländern gibt es Zuschüssen von bis zu 80 Prozent angeboten (z. B. Bremen, Baden-Württemberg, Bayern). Gründer im gewerblichen Bereich wenden sich dazu an die örtlichen Industrie- und Handelskammern (IHK); Gründer im Handwerk an die örtlichen Handwerkskammern.

Die einzelnen Programme finden Sie in der Förderdatenbank.

Meisterförderung

Wer seinen Meister macht, dem winken in einigen Bundesländern spezielle Prämien. Diese heißen je nach Bundesland Meisterprämie, Meisterbonus oder Meister-Extra (z. B. “Meisterbonus der Bayerischen Staatsregierung” in Höhe von 1.500 €). Das Aufstiegs-BAföG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, kurz AFBG) fördert die Vorbereitung auf zahlreiche Fortbildungsabschlüsse wie z. B. Meister/in.

Zinsvergünstigte Kredite

Spezielle Kredite werden von der bundesweiten Förderbank KfW und den Förderbanken der Bundesländer angeboten. Vor allem Gründerinnen, die über kein oder nur wenig Eigenkapitel verfügen und von der Hausbank als zu risikoreich eingeschätzt werden, können Förderkredite mit besonders günstigen Konditionen der bundesweiten Förderbank KfW oder der Förderbanken der Bundesländer (z. B. LfA in Bayern) nutzen.

Beim ERP-Gründerkredit – StartGeld der KfW werden bis zu 100.000 Euro, davon bis zu 30.000 Euro für Betriebsmittel,  gewährt – auch wenn kein Eigenkapital vorhanden ist und im Nebenerwerb gegründet wird. Der aktuelle effektive Jahreszins bei einem Darlehen in Höhe von 50.000 EUR liegt bei 1,97 Prozent mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einem tilgungsfreien Anlaufjahr (Stand: 1. Oktober 2018).

Die KfW bietet auf ihrer Website einen Produktfinder an, mit dem Sie passende zinsvergünstigte Darlehen bzw. Förderprodukte schnell und einfach finden können.

Eine Übersicht über alle Förderbanken der Bundesländer finden Sie auf der Website der KfW.

Alle Kredite der Förderbanken können nur über die eigene Hausbank beantragt werden. Da nicht jede Hausbank Gründungswillige auf die günstigen öffentlichen Fördermittel hinweist, sollten Sie sich vor dem Bankgespräch über die aktuellen Konditionen im Internet informieren.

Mikrokredite

Bei sehr geringem Finanzierungsbedarf und ohne Sicherheiten stehen auch Mikrokredite zur Verfügung. Weitere Informationen über die regionalen, vom Deutschen Mikrofinanzinstitut (DMI e.V.) akkreditierten, Mikrofinanzorganisationen finden sich im Internet unter www.mikrofinanz.net sowie www.mein-mikrokredit.de.

Beispiel: Die Regios eG in Bayern bietet als zertifiziertes Mikrofinanzinstitut Mikrokredite in Euro und Regiogeld für Unternehmer und Unternehmerinnen, Freiberufler, Künstler und Vereine an. Maximal kann ein Kredit bis 10.000 Euro beim Erstkredit und bis 25.000 Euro bei Folgekrediten beantragt werden. Der Zinssatz liegt mit 7,9 Prozent deutlich über dem der Förderbanken (Stand: Oktober 2018).

Zuschüsse für Unternehmen und Selbständige nach der Gründung

Auch etablierte Unternehmen nach der Gründung können sich im Rahmen des bundesweiten Programms „Förderung unternehmerischen Know-hows“ bei der Beratung in der Betriebsführung und Weiterentwicklung mit 50 Prozent auf die Netto-Ausgaben bezuschussen lassen. Gelistete Berater begleiten zu Themen rund um Unternehmensorganisation und -planung, Kundengewinnung, Personalführung, Fachkräftegewinnung und -sicherung, Finanzierung etc. Das kann für Sie interessant sein, wenn sich Ihr Unternehmen nach der Gründung nicht so entwickelt wie gewünscht oder sich die Rahmenbedingungen am Markt stark verändert haben.

Zuschüsse für digitale Geschäftsprozesse und Internet

Das bundesweite Förderprogramm des Bundes unterstützt kleine und mittlere Unternehmen auf dem Weg in die digitale Zukunft. Autorisierte Beratungsunternehmen begleiten beispielsweise beim Aufbau einer professionellen Internetpräsenz zur Vermarktung, bei der Entwicklung einer unternehmensspezifischen Online-Marketing-Strategie, Einführung eines eigenen Online-Shops oder Terminbuchungssystems. Die Förderquote liegt bei 50 Prozent auf die Netto-Ausgaben. Weitere Informationen:

Einen Überblick über alle Förderungen im Bund und den Ländern finden Sie auf der Förderdatenbank des Ministeriums für Wirtschaft und Energie.

Spezielle Informationen für weibliche Gründerinnen bietet das Portal der bundesweiten Gründerinnenagentur bga.

herMoney-Tipp:

Informieren Sie sich rechtzeitig – der Aufwand lohnt! Für alle Förderprogramme gilt: immer erst beantragen und dann starten!

Verena WeihbrechtVerena Weihbrecht ist Gründungsberaterin und begleitet Existenzgründer auf dem Weg in die Selbständigkeit und unterstützt bei der Unternehmensweiterentwicklung. Sie ist bei BAFA, Gründerland Bayern, bga, IHK München als Beraterin gelistet und darf Beratungen im Rahmen der Förderprogramme durchführen. Die Beratungen werden in München oder via Skype/Telefon angeboten. www.salutavita.de.

 

 

 

 

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