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Was ändert sich bei Versicherung und Sozialabgaben? Muss ich mehr zahlen, weniger zahlen, mich extra versichern? herMoney klärt auf!

Teil 1 finden Sie hier.

Bei einer Festanstellung ist es ja so einfach: Lohnsteuerkarte abgeben und fertig – die Sozialabgaben werden automatisch abgezogen. Etwas komplizierter ist es bei Selbständigen. Sie können sich freiwillig gesetzlich versichern oder Mitglied einer privaten Krankenversicherung werden – was bei Angestellten ja erst ab einem Einkommen von 60.750 Euro brutto im Jahr möglich ist. Und sie müssen sich gegebenenfalls bei einer Berufsgenossenschaft oder Kammer anmelden. Aber wie schaut es im Falle einer nebenberuflichen Selbständigkeit aus? Lohnsteuerkarte? Extra Krankenversicherung? Höhere Sozialabgaben? Und wem muss ich überhaupt Bescheid geben?

Sozialversicherung im Nebenberuf

Wer mit einer nebenberuflichen Selbständigkeit Geld verdient, muss auf diese Zusatzeinkünfte keine zusätzlichen Sozialabgaben zahlen. Denn die sind über die hauptberufliche Festanstellung bezahlt. Die Betonung liegt hier auf „nebenberuflich“. Gerade bei der Kombination von Festanstellung und Selbständigkeit kann die Problematik auftauchen: „Bin ich mehr selbständig oder mehr angestellt“. Und davon hängen letztendlich Beiträge für die Sozialabgaben ab. Als Angestellte mit 35 Wochenstunden und 3.500 Euro brutto können Sie sich entspannt zurücklehnen, wenn Sie als Bloggerin nebenher 500 Euro dazuverdienen. Hier ist die Nebentätigkeit eindeutig nebenberuflich. Es ändert sich in der Regel nichts bei der Arbeitslosen-, Kranken- oder Rentenversicherung.

Arbeitslosenversicherung

Hier bleibt alles beim Alten. Selbständige müssen nicht zusätzlich in die Arbeitslosenversicherung einzahlen.

Krankenversicherung

Ein Vorteil der nebenberuflichen Selbständigkeit ist, dass Sie – trotz eines höheren Einkommens und Selbständig – zu gleich hohen Beiträgen in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben können. Denn sofern die Beschäftigung als Arbeitnehmer hauptberuflich ist, sind grundsätzlich aus der dann nebenberuflich selbständigen Tätigkeit keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zu bezahlen.
Anders ist es, wenn die selbständige Nebentätigkeit die festangestellte Haupttätigkeit übertrifft.

Gerade bei Teilzeitkräften ist die Grenze schwer zu stecken. Überwiegt die nebenberufliche Tätigkeit, kommt es zu Beitrags-Änderungen. Zur individuellen Prüfung empfehlen die gesetzlichen Kassen jedem, der nebenberuflich selbständig tätig werden möchte, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen. Sie ermitteln im Rahmen einer Gesamtschau den korrekten Status.

Rentenversicherung

Bei der Rentenversicherung ist lediglich dann Handlungsbedarf, wenn Sie zur Gruppe der Pflichtversicherten gehören, wie beispielsweise Lehrer, Pflegepersonen, Hebammen. 

Das Bundessozialgericht hat festgestellt, dass die Versicherungspflicht für diese Berufsgruppen auch dann besteht, wenn sie die dementsprechende Tätigkeit nebenberuflich ausüben. Ein Lehrer, der nebenberuflich Nachhilfe gibt und über 450 Euro pro Monat kommt, muss das angeben und auf das zusätzliche Einkommen Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, wie kurzfristige Aufträge, Regelaltersgrenze etc. Es empfiehlt sich der Anruf bei der Rentenversicherung zur Klärung der individuellen Situation. 

Weitere Versicherungen – gerüstet für den „worst case“

Wer sich selbständig macht, sollte sich für den worst case wappnen. Welche Schäden könnten Sie verursachen? Und welche Möglichkeiten gibt es, sich gegen die finanziellen Folgen abzusichern?

  • Haftpflichtversicherung: Wer anderen Schaden zufügt, haftet dafür grundsätzlich in der vollen Höhe. Egal ob Personen-, Sach- oder Vermögensschaden. Manche Berufsgruppen (unter anderem Ärzte, Hebammen, Rechtsanwälte, Architekten, Sachverständige) sind zum Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung verpflichtet. In Bezug auf die Haftpflichtversicherung rät der Experte Harald Hof, von der betriebswirtschaftlichen Beratung der IHK für München und Oberbayern. „Die private Haftpflichtversicherung deckt nicht automatisch betriebliche Fälle ab. Es ist ratsam die Vertragsunterlagen zur Hand zu nehmen und auf den Passus Selbständigkeit zu prüfen.“ Bei Unsicherheit gibt die Versicherung oder ein unabhängiger Versicherungsmakler Auskunft.
  • Kfz-Versicherung: Nicht unwesentlich ist der Blick in den die Kfz-Versicherung. Nutzen Sie Ihr Auto für die selbständige Nebentätigkeit. Was steht bei dem Absatz Fahrtzweck? Nur privat oder privat/freiberuflich/Verwaltungstätigkeit? Ist in der Police die rein private Nutzung vermerkt, ist es wichtig, gegebenenfalls bei der Versicherung eine Änderung zu verlangen.
  • Unfallversicherung: Die bezahlte Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft greift natürlich nicht für den selbständigen Nebenjob. Wer es für nötig hält, kann zur Vorsorge eine private Unfallversicherung abschließen.

herMoney Tipp:

Ob haupt- oder nebenberuflich: Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich selbständig zu machen, sollten Sie sich ausführlich zum Thema informieren – beispielsweise bei der örtlichen IHK. Denken Sie auch daran, privat für das Alter vorzusorgen. Das raten wir Ihnen auch, wenn Sie in Vollzeit angestellt sind. Aber wenn Sie Ihre Arbeitszeit in Festanstellung für eine nebenberufliche Selbständigkeit reduzieren, ist private Altersvorsorge Pflicht!

Teil 1 finden Sie hier.

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