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Die Wahl der Steuerklassen hat unter Umständen weitreichende Konsequenzen. herMoney erklärt, welche Steuerklassen für welche Ehepaare am günstigsten sind.

Steuerklassen sind nicht wirklich die spannendsten Themen – weder für Männer und schon gar nicht für uns Frauen. Doch sie gehören zum Geldverdienen dazu, schließlich landet ein Teil des Bruttos Monat für Monat beim Fiskus. Wenn Sie angestellt sind, wird die Lohn- oder Einkommensteuer automatisch abgezogen. Dabei entscheidet Ihre Steuerklasse, wie hoch der Anteil vom Gehalt ist, der in der Staatskasse landet.

Singles und Alleinerziehende haben keine Wahlmöglichkeiten:

  • Alleinerziehende bekommen die Steuerklasse II
  • Singles ohne Kind landen automatisch in der Steuerklasse I

Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern schaut es anders aus. Das Gesetz sieht sie als Wirtschaftsgemeinschaft. Zwar rutschen Ehegatten und eingetragene Lebenspartner nach dem Ja-Wort erst einmal von Steuerklasse I in die IV. Ihr Privileg ist es aber, aus drei Kombinationen die passende zu wählen.

ElternunterhaltIV / IV – gute Steuerklassen für Paare mit ähnlichem Einkommen

Sind Sie und Ihr Partner Arbeitnehmer und verdienen in etwa gleich viel, ist die Steuerklassen Kombination IV / IV genau richtig. Denn Sie und Ihr Partner zahlen dem eigenen Einkommen entsprechend Steuern.

Entscheiden sich Paare trotz unterschiedlichem Gehalt für diese Steuerkombi, zahlen sie vielleicht erst einmal mehr Steuern, haben aber auch ein paar Vorteile. Dem Partner mit dem niedrigeren Einkommen bleibt mehr Netto vom Brutto. Die Einkommen sind gleichwertig(er) und die Partner begegnen sich in Sachen Finanzen stärker auf Augenhöhe.

Keine Panik, wenn Sie als Paar die „ungünstigere“ Kombi (etwa IV / IV) wählen. Die zu viel Steuern gezahlten Steuern gibt es Dank des Ehegattensplittings mit der Einkommensteuererklärung am Jahresende zurück.

III / V – wenn ein Partner deutlich mehr Gehalt bezieht oder Alleinverdiener ist

Verdienen die Partner unterschiedlich viel und haben keine Lust, laufend mehr Geld als nötig an den Fiskus zu zahlen, können sie den Klassiker der Fünfziger wählen: die Steuerklassen III und V.

Diese Variante wählen Paare, bei denen einer deutlich mehr verdient. Oder Paare mit nur einem Einkommensbezieher. Dabei erhält der besserverdienende Partner die Steuerklasse III, der schlechter Verdienende die V. Grund: In der Steuerklasse III sind die Lohnabzüge deutlich geringer als in den Steuerklassen IV und V. Der „Fünfer“ (und das ist meistens die Frau) nimmt dafür hohe Abzüge und ein niedriges Nettogehalt in Kauf.

Elterngeld Teil 2Faktorverfahren für ungleich verdienende Ehepaare

Diese Variante ist für ungleich verdienende Ehepartner, die nicht die III- / V-Kombi möchten. Beide bekommen die Steuerklasse IV plus Faktor (den berechnet das Finanzamt). Dieser Multiplikator verteilt die Steuerlast so gerecht wie möglich.

Das ist etwas aufwendig, denn zum einen müssen Sie den Faktor jedes Jahr aufs Neue beim Finanzamt beantragen und eine Steuererklärung abgeben. Wer den Fall einmal durchrechnen möchte, kann das mit dem Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesministeriums für Finanzen.

Auswirkungen auf Lohnersatzleistungen

Die Steuern so niedrig wie möglich halten: Das klingt erst einmal sinnvoll. Niemand will mehr Steuern als nötig zahlen. Doch je nachdem, für welche Steuerklassenkombination Sie sich entscheiden, beeinflussen Sie nicht nur Ihr monatliches Nettogehalt.

Auch legen Sie fest, wie viel Geld der jeweiligen Partner vom Staat erhält – etwa bei Arbeitslosigkeit, bei lang andauernder Erkrankung, Erwerbsunfähigkeit in der Mutterschaft. Denn die Höhe dieser staatlichen Leistungen hängt vom monatlichen Nettogehalt ab.

Auch birgt zum Beispiel die typische Kombi III / V ein paar Nachteile für den Partner mit der schlechteren Steuerklasse. Wenn jeden Monat für viel Arbeit nur wenig Netto auf das Konto kommt – für den Partner mit Steuerklasse V ist das Realität – fehlt ein Anreiz, das eigene Potenzial zu steigern.

Und meistens betrifft es die Frauen, die zugunsten der Familie im Job kürzertreten und sowieso in der Regel weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Kritiker monieren deshalb, dass diese Regelung die sogenannte Hausfrauenehe fördere oder Frauen in Minijobs treibe.

HerMoney-Tipp:

Bedenken Sie die Folgen der Steuerklassenwahl. Wenn Sie in absehbarer Zeit Nachwuchs planen oder wenn Sie Gefahr laufen, Ihren Job zu verlieren, ist es ratsam, rechtzeitig die ungünstige Steuerklasse V zu verlassen und in die Steuerklasse III oder IV zu wechseln.

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