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Alles neu macht der Januar! Ob Freibeträge, Beitragssätze oder Kita-Betreuung: Zum Jahresanfang traten zahlreiche Änderungen in Kraft. Ein Überblick.

Früher war alles besser? Mitnichten! Mehr Rechte am Arbeitsmarkt, höherer Mindestlohn, Entlastungen bei den Krankenkassenbeiträgen: Die Bundesregierung hat für 2019 viele Änderungen auf den Weg gebracht. herMoney sagt, was sich für Sie ändert und von welchen Regelungen Sie eventuell profitieren!

Steuern

– Steuerzahler werden seit Jahresbeginn stärker entlastet. Nicht nur der steuerliche Grundfreibetrag steigt von 9.000 auf 9.168 Euro. Auch gibt es ab Juli zehn Euro mehr Kindergeld pro Kind. Der steuerliche Kinderfreibetrag wurde von 7.428 auf 7.620 Euro angehoben. Das Finanzamt prüft automatisch, ob Sie für Ihre Kinder  Kindergeld erhalten oder stärker vom steuerlichen Freibetrag profitieren.

– Wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber ein Job-Ticket bezahlt bekommen, müssen Sie die Kostenersparnis seit Jahresbeginn nicht mehr versteuern.

– Steuern sparen Sie auch, wenn Sie als Firmenwagen ein E- oder Hybridauto fahren. Für die private Nutzung müssen dann nur 0,5 Prozent des Listenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden, bei Benzinern und Diesel liegt der Satz bei einem Prozent. Die Neuregelung gilt allerdings nur für Fahrzeuge, die nach dem Jahreswechsel angeschafft oder geleast werden bzw. worden sind.

– Mit Ihrer Einkommensteuererklärung müssen Sie keine Belege mehr ans Finanzamt schicken, wohl aber müssen Sie die Unterlagen mindestens ein Jahr nach Erhalt des Steuerbescheides aufbewahren. Und für die Abgabe der Steuererklärung haben Sie ab 2019 zwei Monate mehr Zeit – die Erklärung muss Sie ab jetzt erst im Juli des Folgejahres beim Finanzamt abgeben werden.

Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung

– Der Beitragsatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleibt zwar 2019 mit 14,6 Prozent unverändert. Als Versicherte können Sie dennoch sparen. Denn der Zusatzbeitrag, den die Kassen je nach Finanzbedarf erheben können, muss Ihr Arbeitgeber seit Jahresbeginn hälftig mitbezahlen.

– Der Beitragssatz für die Pflegeversicherung kletterte um 0,5 Punkte auf 3,05 Prozent. Wenn Sie keine Kinder haben, zahlen Sie 3,3 Prozent ihres Einkommens – bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 4.537,50 Euro (2018: 4.425 Euro). Einkommen über 54.450 Euro im Jahr bleibt sowohl in der Kranken- als auch in der Pflegeversicherung beitragsfrei!

– Etwas höher liegt die Versicherungspflichtgrenze. Sie gibt Auskunft darüber, bis zu welchem Einkommen Sie pflichtversichert sind. Seit Januar liegt sie bei 5.062,50 (2018: 4.950 Euro) pro Monat bzw. 60.700 Euro pro Jahr. Ein Wechsel in die Private Krankenversicherung ist für Sie als Angestellte nur dann möglich, wenn Ihr Einkommen mindestens ein Jahr lang über der Versicherungspflichtgrenze liegt.

Als freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung werden Sie seit Jahresbeginn deutlich entlastet. Der Mindestbeitrag wurde von 360 auf nun 171 Euro mehr als halbiert. Zudem wird der Mindestsatz nicht mehr erhoben, wenn Sie Kranken- oder Mutterschaftsgeld beziehen. Beiträge werden nur noch auf tatsächliche Einnahmen erhoben.

– Eine Beitragsbemessungsgrenze gibt es auch in der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Bis zu einem Monatseinkommen von 6.700 Euro (2018: 6.500 Euro) im Westen und 6.150 Euro (2018: 5.800 Euro) im Osten sind Beiträge fällig. Wenn Sie weniger verdienen, ändert sich für Sie nichts. Liegt Ihr Einkommen dagegen über der Vorjahresschwelle, zahlen Sie in diesem Jahr trotz des stabilen Beitragssatzes eventuell mehr in die Rentenkasse ein. Aufgrund der guten Beschäftigungslage gesunken ist dagegen der Beitragssatz in die Arbeitslosenversicherung – von 3,0 auf jetzt 2,5 Prozent.

Job

Der Mindestlohn steigt – in diesem Jahr 8,84 auf 9,19 Euro brutto pro Arbeitsstunde, ab Januar 2020 gibt es dann 9,35 Euro brutto. Wenn Sie als Minijobberin arbeiten, müssen Sie aufpassen: Der neue Mindestlohn kann dazu führen, dass Sie die Arbeitszeit reduzieren müssen, um nicht mehr als die zulässigen 450 Euro zu verdienen.

– Seit Januar können Sie befristet Teilzeit arbeiten, ohne in die Teilzeitfalle zu tappen. Das neue Brückenteilzeitgesetzes ermöglicht es Arbeitnehmern, die vereinbarte Arbeitszeit für ein bis fünf Jahre zu verringern und dann wieder auf Vollzeit aufzustocken. Alle Informationen zum Thema lesen Sie hier.

– Wenn Sie arbeitslos sind, haben Sie bereits dann Anspruch auf Arbeitslosengeld I, wenn Sie binnen 30 Monaten mindestens 12 Monate Beiträge gezahlt haben. Bisher lag die Frist bei 24 Monaten.

– Für Langzeitarbeitslose wird der Wiedereinstieg in den Job erleichtert. Die Lohnkosten werden für zwei Jahre voll vom Staat übernommen, danach für drei Jahre anteilig – der Zuschuss für Arbeitgeber sinkt jedes Jahr um zehn Prozentpunkte. Bedingung für die Förderung: Als Langzeitarbeitslose müssen Sie älter als 25 Jahre sein und binnen sieben Jahren mindestens sechs Jahre Hartz IV bekommen haben.

Grundsicherung und Unterhalt

Der Hartz IV- Regelsatz für Alleinstehende ist um acht auf 424 Euro pro Monat gestiegen. In einem Haushalt mit zwei anspruchsberechtigten Partnern liegt er bei 383 Euro pro Person. Kinder von 6 bis 13 sowie Jugendliche von 14 bis 17 Jahren erhalten seit Jahresbeginn sechs Euro mehr, also 302 bzw. 322 Euro. Für Kinder unter sechs gibt es 245 Euro, also fünf Euro mehr als im Vorjahr.

Kinderbetreuung

Bei der Kinderbetreuung soll das „Gute-Kita-Gesetz“ für Verbesserungen sorgen, das im Januar in Kraft getreten ist. Bis 2022 stellt der Bund den Ländern rund 5,5 Milliarden Euro zur Verfügung, bereit. Mit dem Geld sollen längere Öffnungszeiten sowie zusätzliche Erzieher finanziert werden. Geringverdiener sollen nichts für die Betreuung ihrer Kinder bezahlen!

Rente

Rentner bekommen ab Juli mehr Geld – im Westen wahrscheinlich um 3,18 und im Osten um 3,91 Prozent – die genauen Sätze werden erst im Frühjahr festgelegt. Für Durchschnittsrentner hieße das: 45 Euro pro Monat mehr im Portemonnaie.

– Auch die Rente wegen Erwerbsminderung ist gestiegen. Die Zurechnungszeiten wurden zum Jahreswechsel um drei Jahre und fünf Monate angehoben. Laut Expertenrechnungen macht das für einen Durchschnittsverdiener 98 Euro im Monat mehr.

– Die Mütterrente steigt! Für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, werden die Erziehungszeiten stärker angerechnet. Pro Kind gibt es im Westen 16,02 Euro brutto und im Osten 15,35 Euro brutto mehr. Bei Neurenten gilt der Satz ab Januar, die Bestandsrenten werden dagegen erst im März angepasst. Der Zuschlag soll dann aber nachgezahlt werden.

Pflege

– Pflegebedürftige ab Pflegegrad 3 und Menschen mit Behinderungen bekommen Taxifahrten zum Arzt einfacher erstattet. Informationen erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse!

– Wenn Sie einen Angehörigen pflegen und selbst eine Kur in Anspruch nehmen wollen, können Sie das pflegebedürftige Familienmitglied parallel in derselben Reha-Einrichtung betreuen lassen.

Miete

– Mieter sollen besser vor Kostensprüngen geschützt werden. Nach einer Modernisierung darf der Vermieter binnen sechs Jahren nur noch maximal drei Euro pro Quadratmeter draufschlagen, in bestimmten Fällen sogar nur zwei Euro. Von den Kosten kann er acht statt bisher 11 Prozent auf die Mieter umlegen. Zudem haben Sie ein Recht darauf zu erfahren, was Ihr Vormieter bezahlt hat.

herMoney-Tipp:

Viele der Neuregelungen werden automatisch umgesetzt – um Rentenerhöhung oder veränderte Beitragssätze müssen Sie sich nicht kümmern. Aber es gibt auch Vergünstigungen – zum Beispiel im Bereich Pflege – die Sie aktiv beantragen müssen. Machen Sie sich also schlau und nutzen Sie das, was Ihnen zusteht!

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