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Alle Fragen in der Übersicht:

Frage: Kann Mann bzw. Frau auch noch Jahre nach der Heirat einen Ehevertrag abschließen? Was gilt es dabei zu beachten und ab wann und wofür wäre dieser Ehevertrag dann gültig?

Antwort: Einen Ehevertrag können Sie grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt abschließen. Ob Kindes- und nachehelicher Unterhalt, Zugewinnausgleich, Versorgungsausgleich, Hausratsteilung, Umgangs- oder Sorgerecht: Auch nach der Eheschließung können Sie Regelungen für alle Eventualitäten treffen. Allerdings kann eine auf den ersten Blick positive Regelung sich auf den zweiten Blick als Falle entpuppen. Ich empfehle deshalb dringend, sich vor Abschluss eines Ehevertrages von einem Anwalt beraten zu lassen.

Ein Ehevertrag ist nach Eheschließung auch dann sinnvoll, wenn es in der Ehe eine finanzielle Schieflage gibt oder die Ehe ganz anders verläuft als geplant. Hat sich zum Beispiel ein Ehepartner nach Eheschließung hoch verschuldet, läuft der andere Ehepartner Gefahr, keinen Zugewinn zu erhalten oder noch einen Zugewinn zahlen zu müssen. In einem solchen Fall macht es sicherlich Sinn, eine modifizierte Zugewinngemeinschaft oder Gütertrennung zu vereinbaren.

Häufig wird auch bei Eintritt in eine bestehende Firma oder bei Gründung einer Firma ein Ehevertrag geschlossen, um im Falle einer Scheidung die Firmenbeteiligung bei Zugewinnausgleich und Vermögensauseinandersetzung herauszuhalten. Insoweit sollte allerdings immer eine Gegenleistung vereinbart werden.

Wichtig kann ein Ehevertrag auch sein, wenn Ihr Partner selbständig ist und seine Altersvorsorge in erster Linie über Kapitalanlagen sichert, während Sie als Angestellte in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Im Falle einer Scheidung laufen Sie Gefahr, die Hälfte Ihrer Rentenanwartschaften über den Versorgungsausgleich abgeben zu müssen. Zwar partizipieren Sie über den Zugewinnausgleich prinzipiell auch an dem Kapital. Es kann jedoch zu einem ungerechten Ergebnis kommen, wenn Ihr Ehemann beispielsweise verschuldet ist, ein Zugewinnausgleichsanspruch nicht durchgesetzt werden kann und Sie Ihre hälftigen Rentenanteile übertragen müssen. In einem solchen Fall empfiehlt es sich, einen Verzicht auf die Durchführung des Versorgungsausgleiches zu vereinbaren.

Worauf Sie unbedingt achten sollten: Bei den Vereinbarungen ist Vorsicht geboten. Insbesondere dann, wenn sie in einer Phase der Ehe getroffen werden, in der teilweise extreme emotionale Belastungen auf beiden oder zumindest einem der Ehepartner ruhen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen! Leider kommt es immer wieder vor, dass unter erheblichem Zeit- und auch emotionalem Druck Eheverträge geschlossen werden, die zumindest für einen Partner sehr ungünstig sind und ihn erheblich benachteiligen.

Die Antwort stammt von:

Heike Dahmen-LöscheHeike Dahmen-Lösche ist Fachanwältin für Familienrecht und Mediatorin. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Julia Ehm berät sie seit vielen Jahren ihre Mandanten in Düsseldorf und Duisburg sowie mit Kooperationspartnern in Palma de Mallorca. Dahmen-Lösche ist auch als Kolumnistin und Buchautorin tätig.

 

Frage: Mein Freund und ich wollen demnächst heiraten. Wir haben beide gute Jobs, verdienen in etwa gleich viel und wünschen uns Kinder. Nun hat er vorgeschlagen, einen Ehevertrag zu machen. Ist das sinnvoll? Und worauf sollte ich achten, um keine Nachteile zu riskieren?

Antwort: Was sind Ihre Bedenken bei dem Thema Ehevertrag? Vielleicht das Vorurteil, dass Eheverträge „unromantisch“ und quasi automatisch nachteilig für die Frauen sind? Das muss nicht sein – im Gegenteil! Wenn Sie beispielsweise Kinder bekommen und dann zugunsten der Familie beruflich zurückstecken, riskieren Sie ohne Ehevertrag finanzielle Nachteile. Denn durch die Job-Pause bleiben Sie auf der Karriereleiter zurück – mit entsprechenden Folgen für Ihr Einkommen. Und sollte die Ehe in die Brüche gehen, haben Sie nach dem geltenden Unterhaltsrecht auch nur zeitlich begrenzt Anspruch auf Unterhalt. Die Einkommenslücke, die durch eine Job-Pause zugunsten der Familie entsteht, bekommen Sie dann auch bei der Rente zu spüren. Per Ehevertrag können Sie einen längeren Unterhaltsanspruch oder aber einen zusätzlichen Rentenausgleich vereinbaren, um die Rentenlücke zu schließen.

Worauf Sie unbedingt achten sollten: Unterschreiben Sie keinen Vertrag, der Sie zu einem Verzicht verpflichtet – gleich ob auf Unterhalt, Rente oder Zugewinn. Ein Verzicht kann unter bestimmten Umständen sinnvoll sein, etwa wenn ein Partner selbständig oder Unternehmer ist. Aber dann sollte dem Verzicht immer ein Ausgleich gegenüberstehen. In solch einem Fall empfiehlt es sich, sich von einem Anwalt beraten zu lassen. Mehr über Eheverträge erfahren Sie hier.

Fazit: Ein guter Vertrag sichert nicht die Liebe, aber das Geld!

Die Antwort stammt von:

 Christiane Warnke arbeitete in zwei Münchner Kanzleien, bevor sie sich 1995 selbständig machte. Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist das Familien- und Erbrecht. Warnke berät ehrenamtlich den Frauennotruf Ebersberg und ist als Dozentin und Kolumnistin tätig.

 

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