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Der abgabenfreie Minijob ist verlockend – bringt Sie aber nicht weiter. Mit einem Midijob ab 450,01 Euro fahren Sie eventuell besser.

Viele verheiratete Frauen möchten oder müssen neben Kindern, Familie, Pflege von Angehörigen und Haushalt Geld verdienen. Ein zehn bis zwölf Stunden-Job pro Woche sollte auch neben den anderen Aufgaben machbar sein. Nicht wenige beschließen, dass ein Minijob genau das Richtige wäre. Aber ganz ehrlich – selbst, wenn sich Mini nett anhört – es bringt Sie nicht weiter.

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Midijob – mehr Geld, mehr Sicherheit

Der auf maximal 450 Euro pro Monat beschränkte Minijob bringt Ihnen nicht wirklich viel finanziellen Spielraum, noch hilft er bei Ihrer Altersvorsorge oder erleichtert Ihre beruflichen Entwicklung. Und – Achtung Wiedereinsteigerinnen! – schon gar nicht funktioniert er für das „Zurück ins Berufsleben“. Das ergab eine Studie des Familienministeriums zum Thema Frauen in Minijobs. Der Minijob habe eine „schnell einsetzende und hohe Klebewirkung“. Frauen, die einmal im Minijob waren, würden nur zu einem geringen Teil den Übergang in reguläre, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse schaffen. Die Spirale in Richtung finanzielle Abhängigkeit vom Gatten, Karriere-Aus und mögliche Altersarmut droht sich zu drehen.

Kleiner Betrag, großer Unterschied

Etwas anders verhält es sich, wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber einen Euro mehr pro Monat vereinbaren. Denn wer zwischen 450,01 und 850,00 Euro (ab dem 2.Halbjahr 2019 bis 1.300 Euro) verdient, zahlt reduzierte Abschläge, ist aber im Gegensatz zum Minijob voll sozialversichert. Nun denken Sie vielleicht: „Ne, da muss ich ja Abgaben zahlen. Dann bleibt ja nichts übrig.“ Jein – Abgaben zahlen Sie, aber nicht soviel, wie Sie vielleicht befürchten. Beispiel: Bei einem Verdienst von 451 Euro pro Monat liegen die Abgaben bei rund 50 Euro im Monat. Dafür profitieren Sie schon nach einem Jahr Arbeit von den Sozialleistungen:

  • Bei Kündigung haben Sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
  • Sie haben Rentenansprüche.
  • Im Krankheitsfall, nach dem Ende der sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, erhalten Sie Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse.
  • Bei einer Schwangerschaft bekommen Sie Mutterschaftsgeld von der GKV. Aktuell 13 Euro pro Kalendertag. Insgesamt kommen in der Regel während der gesamten Mutterschutzfrist rund 1.300 Euro zusammen.

Es ist nun aber nicht so, dass Sie über 1.000 Euro verdienen und minimale Beiträge zahlen müssen. Bei den Midijobs werden die Sozialabgaben im unteren Einkommens-Bereich reduziert – für den Arbeitnehmer. Im oberen Bereich gleichen sich die Beiträge den regulären Beitragssätzen an, bis sie bei 0,00 Euro Unterschied liegen. Ziel: Der Wechsel vom versicherungs­freien Minijob zur versicherungs­pflichtigen Beschäftigung soll finanziell nicht weh tun.

Zum Vergleich die Sozialleistungen beim Minijob:

  • Es gibt kein Arbeitslosengeld.
  • Im Krankheitsfall haben Sie nur sechs Wochen Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.
  • Bei einer Schwangerschaft erhalten Sie lediglich einmalig 210 Euro Mutterschaftsgeld.

Beim Thema Rentenversicherung gilt: Minijobs unterliegen der Versicherungspflicht der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Arbeitgeber zahlt für den Minijobber einen Pauschalbeitrag. Und der Arbeitnehmer – wenn er sich nicht davon befreien lässt – zusätzlich seinen Eigenbeitrag. So kommt auch er in den Genuss der gesetzlichen Rentenversicherung.

Langfristig denken

Für Frauen ist es wichtig, langfristig zu denken, nicht nur an den Ist-Zustand. Sicherlich, 450 Euro pro Monat mehr im Portemonnaie sind gut. Aber eine soziale Grund-Absicherung ist besser. Rechnen Sie doch mal mit Hilfe eines Gehaltsrechners nach, wie viel (oder wenig) Sie letztendlich an Abgaben zahlen müssen. Dazu einfach das monatliche Bruttogehalt, Steuerklasse sowie mögliche Kinderfreibeträge eintippen und berechnen lassen.

Neben der sozialen Absicherung hat der Midijob einen weiteren Vorteil: Sozialer Status und die Aussicht auf eine reguläre Beschäftigung sind beim Midijob besser als bei einem Minijob. Ausnahme. Sie nutzen die neuen Regelungen der Brückenteilzeit! Allerdings legen Sie sich damit bereits im Vorfeld fest, wann Sie die Arbeitszeit wieder aufstocken wollen.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Und so gibt es zum Thema Midijob auch kritische Stimmen. Nach Berechnungen des DIW (Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung) werden vor allem Frauen von der anstehenden Erhöhung auf 1.300 Euro im Teilzeitsektor profitieren – zumindest finanziell. Das kann jedoch zur Folge haben, dass noch mehr Frauen in der Teilzeitfalle hängenbleiben. Denn mit dieser finanziellen Erleichterung sinkt der Anreiz sich einen Vollzeitjob zu suchen.

herMoney-Tipp

Besser Midi, statt Mini – und am allerbesten Vollzeit nicht aus den Augen verlieren! Denn auch mit Midi werden Sie finanziell nicht auf eigenen Beinen stehen können! Obacht also, wenn Sie im Job vorübergehend kürzer treten müssen oder möchten: Prüfen Sie die Möglichkeiten des Wiedereinstiegs (und –aufstiegs) und denken Sie an die Altersvorsorge!

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