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Klassische Männerberufe bieten Frauen gute Job- und Einkommensperspektiven. Am Girls‘ Day können Mädchen einfach mal reinschnuppern!

Früh übt sich, wer seine Job- und Einkommenschancen verbessern möchte. Mit Beginn der 5. Klasse haben Mädchen die Möglichkeit, in einen Job hinein zu schnuppern, in dem Frauen traditionell unterrepräsentiert sind. Warum das Sinn macht, zeigen die  Auswertungen zum Equal Pay Day: Zwei Drittel bis drei Viertel des Einkommensunterschieds von 21 Prozent zwischen Mann und Frau sind strukturell bedingt. Neben der Karriere, auf die Frauen oft zugunsten der Familie verzichten, spielt die Berufswahl eine wesentliche Rolle: Der Mechaniker, Elektriker oder Ingenieur wird besser bezahlt als die Einzelhandelskauffrau, die Erzieherin oder die Sozialarbeiterin.

Trotz guter oder zum Teil sogar besserer Schulnoten zeigt sich: Mädchen wählen noch immer mehrheitlich “typisch weibliche” Berufsfelder oder Studienfächer. 55 Prozent fokussieren sich auf nur zehn verschiedene Ausbildungsberufe im dualen System – kein naturwissenschaftlich-technischer (und damit gut bezahlter) Beruf ist darunter. Der Girls‘ Day, auch Mädchen-Zukunftstag genannt, soll Abhilfe schaffen. 2001 fand der erste Girls’ Day in Deutschland statt, initiiert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und der Initiative D21. Vorbild war der “Take Our Daughters To Work Day” in den USA, an dem Schülerinnen ihre Eltern oder Bekannten an deren Arbeitsplatz begleiten. Inzwischen gibt´s den Girls‘ Day in mehr als 20 Ländern, darunter Libanon, Äthiopien und Ägypten. Jeweils am vierten Donnerstag im April öffnen die teilnehmenden Unternehmen für einen Tag ihre Pforten.

Am Girls’ Day schwinden Berührungsängste

Auch Unternehmen haben Interesse daran, frühzeitig um die Gunst der Mädchen zu werben. Denn der Mangel an Fachkräften könnte in vielen Branchen zu einer veritablen Wachstumsbremse werden. Schon jetzt bekommt die Deutschland AG die Folgen zu spüren. Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW) hat ausgerechnet, dass die Wirtschaftsleistung um 30 Milliarden Euro höher ausfallen könnte, würde es keinen Mangel an Fachkräften geben.

„Frauen sind für den Arbeitsmarkt ganz zentral“, weiß Dr. Anika Jansen vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (Kofa) am IW. So verstärke sich der Wettbewerb um Fachkräfte dramatisch. „In den  männertypischen Engpassberufen, in denen der Frauenanteil gestiegen ist, haben sich die Fachkräfteengpässe nicht so stark verschärft wie in Berufen in denen der Frauenanteil gleich geblieben oder gesunken ist“, so die Ökonomin. Gemeinsam mit Kollegen hat Jansen nach den Ursachen des fehlenden Interesses an typischen Männerberufen gefragt. Ein Ergebnis der Studie: „Frauen steigen eher in männertypische Engpassberufe ein, wenn es in diesem Berufszweig flexible Arbeitszeitangebote in Form von Teilzeit gibt.“

Die Wirkung des Girl’s Day ist nachhaltig. Von den Unternehmen, die ihre Tore in den vergangenen Jahren für Schülerinnen geöffnet haben, erhält jedes dritte nach einem Aktionstag Bewerbungen ehemaliger Girls’ Day-Teilnehmerinnen. Und von diesen Unternehmen haben zwei von drei ehemaligen Teilnehmerinnen einen Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag angeboten.

Mädchen bekommen weniger Geld

Früh übt sich: Tradierte Rollenbilder prägen die Vorstellungen von Familie und Berufsleben. Und den Umgang mit Geld. Mädchen bekommen schon im Alter von vier Jahren deutlich weniger Taschengeld als Jungen. Der finanzielle Abschlag bleibt dann meistens bis zum Lebensende bestehen. Woran liegt´s? In den vergangenen 15 Jahren sei das Thema Gender-Marketing sehr stark aufgekommen.Das zeige doch, wie Erziehung wirke, resümiert die Schauspielerin und Moderatorin Collin Ulmen-Fernandes beim Hart aber Fair-Talk anlässlich des Equal Pay Days. Einen Beleg dafür, wie wichtig Aufmerksamkeit schon in jungen Jahren ist, liefert sie gleich mit. Ratgeberbücher für Mädchen beschäftigten sich mit Themen wie Schönheit und Pflege, die entsprechenden Ausgaben für Jungen thematisiere dagegen, wie Taschengeld am besten verhandelt wird. Ulmen-Fernandes: „Ich frage mich doch, warum das in der Mädchen-Ausgabe nicht zu finden ist.“

herMoney-Tipp:

Der Girls´Day bietet Mädchen die Möglichkeit, bundesweit in klassische Männerberufe reinzuschnuppern. Wer dabei sein will, kann sich jetzt noch bewerben und mitmachen! Und wenn Sie sich doch nicht für einen Job in einer Männerdomäne entscheiden: Machen Sie sich die ungleiche Bezahlung bewusst und schulen Sie sich in Sachen Verhandlung. „Gehalt verhandeln? Üben, üben, „üben“, empfiehlt Verhandlungscoach Claudia Kimich.

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