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Sind Sie eine Mutter, die ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld beibringen möchte? Dann ist das Thema Budgetgeld genau das Richtige.

Kinder sollten so früh als möglich einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld lernen. Denn je früher der Nachwuchs in den Genuss finanzieller Bildung kommt, desto mehr profitiert er davon im Erwachsenenalter. Doch wie bringen Eltern ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld bei, ohne dass allen Beteiligten die Füße einschlafen? Und wie bitte soll jemand seinen Kindern einen ETF erklären, wenn er selbst nichts davon versteht? Zur Beruhigung: Niemand muss BWL studiert oder eine Ausbildung in einer Bank absolviert haben, um den Kids das Thema Geld und Verantwortung nahezubringen. Versuchen Sie einfach mit gutem Beispiel voranzugehen und fördern Sie finanzielle Selbständigkeit.

Learning by Doing

Ab dem Vorschulalter zählt das Taschengeld zu den wichtigsten pädagogischen Maßnahmen für die ersten wackeligen Finanz-Schritte. Meistern die Kinder den Umgang mit dem „Freizeit und Wünsche“ Geld, sind sie bereit für die nächste Stufe: Dem Geld für alltägliche Dinge, dem Budgetgeld. Empfehlenswert für Teens ab circa 14 Jahren. Es läuft so: Sie geben Ihrem Kind monatlich einen Betrag X und davon bezahlt es Kleidung, Schulmaterial, Essen außer Haus (Mensa), Kosmetika, Handy und alles, was für sein Teenagerleben wichtig ist. Zu beachten: Das Budgetgeld ist kein Ersatz für Taschengeld. Es kommt zum Taschengeld dazu.

Spielregeln fürs Budgetgeld

Das monatliche Budgetgeld ist zweckgebunden. Sowohl Höhe des Budgets und Bereiche sind festgelegt. Lediglich wie viel das Kind für was ausgibt, entscheidet es selbst. Beispiel: „Ich brauch einen neuen Pulli. Soll es der für 25 Euro sein, oder reicht das Budget für den, der 50 Euro kostet? Oder habe ich gar kein Geld mehr und kaufe ihn nächsten Monat“.

Erklären Sie dem Nachwuchs unmissverständlich, dass das Mehr an Geld keine Taschengelderhöhung fürs Halli-Galli-Spaßleben ist. Sondern für seine Alltags-Ausgaben. Die legen Sie gemeinsam fest. Selbst wenn es spießig erscheint – machen sie das schriftlich. So gibt es keine zähen Diskussionen im Nachhinein, wer denn jetzt für den verlorenen Turnbeutel aufkommen muss.

Helfen Sie am Anfang. Machen Sie Sohn oder Tochter zum Beispiel drauf aufmerksam: Der Winter naht, die alte Winterjacke passt nicht mehr. Besser Du legst ein bisschen Geld zur Seite und sparst auf die Wintergarderobe, sonst wird es knapp. Hilfreiche App um den Überblick zu bewahren ist „Mein Budget, Ausgaben im Griff“ der Stiftung Deutschland im Plus. Gibt es für Android oder iOS.

Wie setzt sich das Budget zusammen?

Für eine realistische Budget-Einschätzung beobachten Sie einfach mal drei Monate, was Sie für ihr Kind so an Kleidung, Schulmaterial, Kosmetik, Handy und Mensa-Essen ausgeben (und lassen Sie parallel dazu ihr Kind einen Betrag schätzen! Das ist sehr spannend, denn hier kommen Summen zwischen 50 bis 500 Euro raus). Anhaltspunkt können folgende Beträge sein, die das DJI – Deutsches Jugendinstitut – in seiner Expertise „Taschengeld und Gelderziehung“ veröffentlichte:

Schulmaterial 5,00 – 10,00 Euro pro Monat
Körperpflege, Kosmetika 5,00 – 10,00 Euro pro Monat
Mobile Phone 10,00 – 20,00 Euro pro Monat
Öffentlicher Nahverkehr 15,00 – 25,00 Euro pro Monat
Essen außer Haus 20,00 – 30,00 Euro pro Monat
Kleidung / Schuhe 30,00 – 50,00 Euro pro Monat

Quelle: Langmeyer, Alexandra / Winklhofer, Ursula 2014

Wichtig

Soziale Unterschiede beeinflussen die Höhen von Taschen- und Budgetgeld. Sicher wäre es am besten, wenn alle Kinder in etwa das gleiche Budget zur Verfügung haben. Fakt ist aber: Die Doppelverdiener Eltern haben andere Möglichkeiten als die alleinerziehende Mutter eines Kindes. Besprechen Sie das mit ihrem Kind.

Budgetgeld geht am besten aufs eigene Konto

Ein weiterer Schritt zur Selbständigkeit ist ein eigenes Girokonto. Die Banken und Sparkassen bieten kostenlose Schülerkonten auf Guthabenbasis an. Das Konto eröffnen Sie zusammen mit Ihrem Sohn oder Tochter, online oder in der Filiale ums Eck. Die Unterlagen müssen beide Elternteile unterschreiben. Es sei denn, Sie haben das alleinige Sorgerecht.  Bis Ihr Kind volljährig ist, sind Sie für die Bank der Ansprechpartner. Beispielsweise bei Änderungen des Kontenmodells, Ausstellung einer Prepaid Karte und so weiter. Besprechen Sie diese Dinge mit ihrem Kind. So fördern Sie Schritt für Schritt das Verständnis für finanzielle Alltagsdinge. Und die bilden das Fundament für die finanzielle Bildung.

herMoney Tipp:

Knatscht Ihr Kind, dass es zu wenig Geld bekommt, sagen Sie ihm, dass es zwei Möglichkeiten hat: Erstens, ordentlich haushalten. Oder geben Sie ihm zweitens den Hinweis, dass Kinder ab 13 Jahren sich mit Nebenjobs wie Babysitten oder Zeitungsaustragen selbst etwas dazuverdienen können. Wichtig: Nicht schwach werden und das Portemonnaie zücken, wenn Ihr Kind mit großen Augen und leeren Taschen vor Ihnen steht. Ansonsten ist der Lerneffekt gleich Null!

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