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Geld leihen unter Freunden? Für manche selbstverständlich, für andere tabu. Wir meinen: Ja, aber bitte nur mit Vertrauen und Vertrag!

„Ehrenmann“, lächelt der Teenager, als ihm der Kumpel einen Euro für den Eistee leiht. Aber sind Sie eine Ehrenfrau, wenn Sie einer Freundin einfach so 1.000 Euro für den Kauf neuer Möbel borgen? Klares „Jein“. Helfen ist okay, doch bei größeren Beträgen, ist es auch – oder vor allem – unter Freunden ratsam, einen Vertrag abzuschließen.

Inhalt:

Freunden, der Familie oder dem Partner Geld leihen: Die Vor- und Nachteile

Im Freundes- oder Familienkreis Geld zu leihen, hat Vorteile. Es ist unkompliziert, es gibt weniger Papierkram und keine Schufa-Abfrage oder Erfassung. Eventuell sind sogar recht gute Zinsen möglich – und es braucht weder Gebühren für Banken noch einen Notar oder Anwalt zum Aufsetzen des Vertages. Außerdem macht es glücklich, Menschen zu helfen, die einem nahe stehen.

Doch leider kann ein privates Darlehen auch Probleme bringen. Der Darlehensnehmer zahlt die Raten unregelmäßig oder er unterschlägt die besprochenen Zinsen. Im schlimmsten Fall wird das private Darlehen gar nicht zurückgezahlt. Dann haben Sie Geld in den Sand gesetzt und landen mit der ehemals besten Freundin vor Gericht. Geld futsch – und Freundschaft leider auch!

Geld verleihen müssen Sie sich leisten können

Verleihen Sie Geld, sollten Sie im stillen Kämmerlein für sich selbst klären: Kann ich mir das leisten? Viele Frauen neigen dazu, schnell „ja“ zu sagen. Nur um anderen zu helfen oder einen Gefallen zu tun. Sich selbst stellen sie dabei hinten an.

Überlegen Sie: Was ist, wenn ich – aus welchem Grund auch immer – in einen finanziellen Engpass gerate? Habe ich für mich selbst dann noch genug Rücklagen? Und: Kann ich es verschmerzen, wenn ich das Geld nicht mehr wiedersehe oder nur einen Teil zurückbekomme?

Geld verleihenSo mancher hat ein Problem im Umgang mit Geld. Und auch wenn es sich um eine gute Freundin handelt – sind Sie sicher, dass Sie Ihr Geld zurückbekommen? Ist der Mensch, dem Sie Ihr sauer Verdientes borgen, zuverlässig und begleicht seine Schulden? Können Sie die Fragen aus tiefstem Herzen mit einem „ja“ beantworten? Falls Sie mit „nein“ antworten, gilt: Lassen Sie sich nie zu einem Deal drängen. Wenn Sie bei der Sache ein schlechtes Gefühl haben, lehnen Sie ab. Das sollte eine gute Freundschaft aushalten.

Wie Sie sich mit einem privaten Darlehensvertrag absichern können

Verleihen Sie privat Geld, gilt: Machen Sie es schriftlich. Am besten tun Sie so, als wäre es ein Deal unter Fremden, nicht unter Freunden. So vermeiden Sie Missverständnisse und Streitereien, die frei nach dem Motto „das war aber so nicht abgemacht“ entstehen könnten. In einem privaten Darlehensvertrag sollte stehen:

  • Datum des Vertragsabschlusses
  • Vollständiger Name und die Adresse der Vertragspartner
  • Genaue Höhe des Darlehens
  • Überweisungsdaten
  • Rückzahlungsmodalitäten
  • Zins
  • Sicherheiten
  • (Verwendungszweck)

Hier können Sie sich eine Vorlage für Ihren Mustervertrag herunterladen.

Was tun, wenn das private Darlehen nicht zurückgezahlt wird?

Schlimme Sache – Sie bekommen Ihr Geld nicht zurück. Was tun? Haben Sie eine Sicherheitsübereignung verabredet, wird Ihnen der Darlehensnehmer den Wertgegenstand, der im Vertrag benannt ist, übereignen müssen. Das kann etwa das teure Mountainbike oder ein Schmuckstück sein. Haben Sie eine Sicherheitsabtretung, wird kein Gegenstand beansprucht, sondern eine Forderung selbst. So können Sie etwa das Gehalt des Darlehensnehmers einfordern.

Kommt kein Geld, macht es Sinn, zunächst ein Gespräch unter Freunden zu suchen. Verläuft das erfolglos, empfiehlt sich der Gang zum Anwalt – mit dem Darlehensvertrag in der Tasche. Aber warten Sie nicht zu lange, die Verjährungsfrist beim Privatdarlehen beträgt nämlich drei Jahre.

Privates Darlehen ohne Zinsen kann steuerliche Nachteile bringen

Wenn Sie es für unschicklich halten, Zinsen von Freunden zu verlangen, sollten Sie wissen, dass das Finanzamt zinslose Darlehen oder zu niedrige Zinsen als Schenkung ansieht und die angemessenen Zinseinnahmen mit einer Schenkungssteuer belegen kann. Wenn Sie Ihren erwachsenen Kindern oder Ihren Eltern Geld leihen, haben Sie allerdings Spielraum: Bei Darlehensnehmern im engen Familienkreis sind die Freibeträge hoch und weniger gewichtig.

Unter Freunden und anderen Verwandten ist der Freibetrag auf 20.000 Euro innerhalb von zehn Jahren begrenzt. Je nach Betrag und Zinssatz könnte die Schenkungssteuer also fällig werden. Bei sehr hohen Beträgen oder Unsicherheiten sollten Sie sich dringend mit dem Steuerberater zusammensetzen.

Erhalten Sie Zinsen, erzielen Sie einen Gewinn und sind verpflichtet, ihn in der Einkommenssteuererklärung anzugeben. Bei kleineren Darlehen dürften das eher Centbeträge sein. Der Fiskus zieht Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und eventuell die Kirchensteuer ab. Haben Sie Ihren Freibetrag nicht ausgeschöpft, ist der Gewinn sowieso nicht relevant.

herMoney Tipp:

Geld verleihen ist ein Geschäft. Lassen Sie sich nicht von Freundschaft oder Liebe blenden und bestehen Sie darauf. Ein privater Darlehensvertrag ist eine Absicherung für beide Seiten und hilft Ihnen, schlechte Erfahrungen zu vermeiden.

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