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Ihr Mann möchte Partnermonate nehmen? Super! Wir erklären, wie die Beantragung funktioniert und wie Sie die Elternzeit aufteilen können.

Inhalt:

Immer wieder verkündeten uns diverse Studien, dass die Zahl der Väter in Elternzeit seit Jahren steigt. Waren es 2006 noch sechs Prozent, geht heute etwa jeder dritte Vater in Elternzeit. Doch haben wir es nicht irgendwie geahnt? Viel mehr Mütter als Väter unterbrechen ihre berufliche Laufbahn und kümmern sich ausschließlich ums Kind. Und das tun sie nicht nur öfter, sondern auch wesentlich länger. Während die meisten Mütter zwölf Monate Elternzeit nehmen, entscheiden sich die Väter häufig für zwei Partnermonate.

Hier eine erste Übersicht:

Elterngeld: Was genau sind Partnermonate?

Der eigentliche Anspruch auf Elterngeld (Basiselterngeld) beträgt zwölf Monate. Wer möchte und kann, hat die Möglichkeit, diesen Anspruch durch die sogenannten Partnermonate um zwei Monate auf insgesamt vierzehn zu verlängern. Wichtige Spielregel dabei: Ein Elternteil allein kann maximal zwölf und mindestens zwei Monate Elternzeit nehmen.

Sinn und Zweck der Partnermonate ist, dass sich Väter aktiv an der Erziehung ihres Nachwuchses beteiligen, die Mütter entlastet werden und sich um ihre berufliche Zukunft kümmern können. Doch Männer, die länger als die zwei Partnermonate daheimbleiben, sind eine seltene Spezies.

„Der Fortschritt hin zu einer gleichmäßigeren Aufteilung der Elternzeit vollzieht sich eher in kleinen Schritten“, äußert auch Studienautorin Claire Samtleben vom DIW in der Studie Elterngeld und Elterngeld Plus. „Es verwundert daher kaum, dass die ‚Partnermonate‘ im alltäglichen Sprachgebrauch zu ‚Vätermonaten‘ wurden, denn das typische Nutzungsmuster beim Elterngeld ist, dass der Vater zwei Monate nimmt und die Mutter die übrigen zwölf.“

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Partnermonate: Berechnung wie beim Elterngeld

Eine berufliche Auszeit für sein Kind muss man sich leisten können. Daher vergütet der Staat auch die Partnermonate mit dem Elterngeld. Dabei gilt: Die Höhe des Elterngeldes bei den Partnermonaten berechnet sich genauso wie die Höhe des Basiselterngeldes. Es richtet sich nach dem Einkommen des Elternteils, der die Partnermonate beantragt.

Das Basiselterngeld beträgt 65 bis 100 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens, das in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes verdient wurde. Je nach Einkommen beträgt das Basiselterngeld der zwölf oder 14 Monate zwischen einem Mindestbetrag von 300 und einem Höchstbetrag von 1.800 Euro monatlich. Wer mehrere Kinder hat, kann Zuschläge bekommen, etwa bei Zwillingen oder bei älteren Geschwistern. Warum Sie bei der Kalkulation des Elterngeldes vorsichtig sein sollten, erfahren Sie hier.

Mehr Infos über die Berechnung des Elterngelds:

Wie viele Väter nehmen Partnermonate?

Die Einführung der Partnermonate hat bei Männern ein Umdenken bewirkt. „An keinem Punkt werden die gesellschaftlichen Veränderungen für Väter so deutlich, wie beim Blick auf das Elterngeld. Die Einführung dieser Leistung löste eine kleine Kulturrevolution unter den Vätern aus“, lesen wir im Väterreport.

Bereits ein Jahr nach der Einführung des Elterngeldes machte jeder fünfte anspruchsberechtigte Vater davon Gebrauch. Peu à peu stieg die Zahl kontinuierlich an und lag 2013 im Bundesdurchschnitt erstmals über 30 Prozent. Die heutige Väter-Generation kann sich im Gegensatz zu der vorherigen immer weniger vorstellen, ausschließlich den Part des Geldverdieners abzudecken, belegt die Studie. Viel Zeit mit seinem Kind zu verbringen, bei der Erziehung mitzuwirken, mit ihm zu spielen, das Baby zu wickeln, zu baden und zu füttern ist für immer mehr Väter selbstverständlich.

Warum Väter auf Partnermonate verzichten

Ja, es gibt Papas, die liebend gerne Zeit mit ihren Kindern verbringen. Wahrscheinlich gab es sie schon immer. Frei nach Karl Valentin „Mögen hätt’ ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut!“ Denn der Fairness halber sollte man festhalten: Um für sein Baby die Arbeit ruhen zu lassen, gehört nicht nur „Mögen“ dazu. Ein Vater muss sich das finanziell leisten können, der Arbeitgeber muss mitspielen und er muss gegebenenfalls die negativen Reaktionen von Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden ertragen.

Die Unternehmensberatung A.T. Kearney führte im Rahmen der A.T. Kearney 361° Familien-Initiative die Studie “Nur Mut! Wie familienfreundliche Unter­neh­men zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitragen” durch und publizierte im Jahr 2014 väterspezifische Ergebnisse – die noch immer aktuell sein dürften.

So meinten die meisten Männer (65 Prozent), dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in ihrem Unternehmen keine Selbstverständlichkeit sei. Von den (noch) kinderlosen Männern zwischen 25 und 40 Jahren waren es sogar 73 Prozent. 41 Prozent der Befragten kritisierten, dass die Väter in ihrem Unternehmen zu wenig Unterstützung dabei erhielten, ausreichend Zeit für die Familie zu haben.

Ein junger Vater sollte sich nicht komisch anschauen lassen müssen, wenn er Elternzeit möchte. Oder wenn er mehr als die zwei Partnermonate beim Arbeitgeber fordert oder seine Arbeitszeit reduziert. Laut Väterreport wäre nahezu jeder fünfte Vater gern in Elternzeit gegangen, hat dann aber doch einen Rückzieher gemacht. Hauptgründe waren: die Sorge vor Einkommensverlusten, die Angst vor beruflichen Nachteilen und die Befürchtungen von organisatorischen Problemen im Betrieb.

Im Alltag haben die wenigen aktiven Väter die skeptischen Blicke der Mitbürger satt, wenn sie vormittags mit dem Jüngsten den Einkaufswagen durch den Supermarkt schieben und den Einkaufszettel abarbeiten. Oder auf dem Spielplatz dem Sohnemann Apfelschnitze aus der Tupperdose anbieten und den Sand von der Latzhose klopfen.

Partnermonate sind sehr sinnvoll!

Junge Eltern, die sich für die Partnermonate entschieden haben, dürften dieser Zeit mit Spannung entgegensehen. Die Mütter können (und sollten) sich – während Papa für das Baby sorgt – auf ihr berufliches Comeback konzentrieren und vielleicht neu positionieren. Die Väter werden eine enge Beziehung zu den Kindern aufbauen. Und – das freut wieder die Mamas – die Väter werden endlich die gestressten Physiognomien der jungen Mütter verstehen.

So kann ein junger Vater oft nicht begreifen, warum seine Partnerin, die ja „nur“ das Baby betreut, bis abends nicht die paar Dinge im Haushalt erledigt und eingekauft hat. Und dann das gestresste Gesicht … bisschen Baby und einkaufen, ist doch nichts dabei. Alles, was seine Partnerin erzählt, ist für Väter ja eher Theorie. Genau bis zu dem Tag, an dem die Partnermonate beginnen und sie selbst Baby und Haushalt übernehmen.

„Nach drei Tagen Vollzeit Papa habe ich meine Frau gefragt: Wie machst Du das, bitte?“, gesteht etwa Papa Alex. Er hat zwei Partnermonate bei seinem Arbeitgeber gefordert, damit seine Frau Maria stressfrei in ihren Job als Krankenschwester einsteigen kann. „Gerade als ich die Kleine fertiggemacht hatte und los wollte zum Einkaufen, waren die Windeln voll. Also, alles wieder ausziehen, neu wickeln, sicherheitshalber nochmal füttern. Wieder anziehen – unter großem Protest der Kleinen. Zwei Stunden waren rum wie nichts.“ Zeit, die ihm später gefehlt hat. Zum Beispiel für die anderen Dinge wie staubsaugen, einkaufen oder kochen.

Ein Vorteil der Partnermonate ist nicht nur ein engeres Verhältnis zwischen Vater und Kind. Sondern auch das gegenseitige Verständnis der Partner und eine ausgewogene Aufgabenteilung. Die Antwort auf eine WhatsApp-Nachricht wie: „Kannst Du bitte noch Milch mitbringen?“, dürfte positiv ausfallen.

So können Sie die Partnermonate aufteilen

Nun zu einer wichtigen Tatsache: Partnermonate oder Vätermonate müssen nicht in 12 für Mama und 2 für Papa aufgeteilt sein. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, sich Elternzeit und Elterngeld zu teilen.

Beispiel:

Mama nimmt Elternzeit und bekommt Basiselterngeld in den Lebensmonaten 1 bis 8, Papa in den Lebensmonaten 9 bis 14.
Mama X X X X X X X X
Papa X X X X X X

Mutter und Vater könnten auch gleichzeitig sieben Monate lang in Elternzeit gehen und Elterngeld beziehen. Oder vielleicht möchte die junge Mutter, dass ihr Partner direkt nach der Geburt einen Monat zu Hause bleibt und sie unterstützt. Später könnte dann der Vater nochmals ein paar Monate Elternzeit nehmen – vielleicht, wenn das Baby abgestillt ist.

Wie funktioniert die Beantragung? Gibt es Fristen?

Den Antrag auf Elterngeld und die Partnermonate können Sie erst nach der Geburt Ihres Kindes stellen. Bestenfalls innerhalb der ersten drei Lebensmonate Ihres Kindes, da Elterngeld für höchstens drei Lebensmonate rückwirkend gezahlt wird. Sie können das Elterngeld also nachträglich beantragen, aber warten Sie nicht zu lang, sonst verpassen Sie die Frist. Für den Antrag werden Sie sich viel Zeit nehmen müssen.

Halten Sie unbedingt folgende Unterlagen bereit:

  • Ihre Steuer-ID
  • die Geburtsurkunde Ihres Kindes oder die Geburtsbescheinigung
  • Nachweise über Ihr bisheriges Einkommen: als Arbeitnehmerin etwa die Gehaltsabrechnungen der letzten 12 Monate vor dem Monat, in dem Ihr Mutterschutz beginnt (bzw. für Väter die Gehaltsabrechnungen der letzten 12 Monate vor der Geburt)
  • die Bescheinigungen über Mutterschaftsgeld nach der Geburt und über die Arbeitgeberzuschüsse zum Mutterschaftsgeld

Beratung zum Elterngeld gibt es in den Elterngeldstellen. Sie sind je nach Bundesland zum Beispiel in Bezirks- oder Jugendämtern angesiedelt. Das Elterngeld können Sie bei der Elterngeldstelle gleich vor Ort beantragen. Wer in den Bundesländern Berlin, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen oder Thüringen wohnt, kann mit ElterngeldDigital den Elterngeldantrag online ausfüllen. Wohnen Sie in einem anderen Bundesand, finden Sie den entsprechenden Antrag hier.

Rekordhaushalt 2020: 12 Milliarden für Familien und mehr Zusammenhalt

Der Deutsche Bundestag hat den Haushalt für 2020 beschlossen. Rekord-Niveau erreicht der Einzeletat des BMFSFJ (Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Rund zwölf Milliarden Euro und damit so viel wie noch nie stehen dem Ministerium zur Verfügung.  Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey bedankte sich beim Bundestag und betonte: „Diese 12 Milliarden Euro sind sehr gut angelegt.“

Ein erheblicher Teil des Etats, nämlich neun Milliarden Euro, soll direkt in den Portemonnaies der Familien landen. „Größter Einzelposten ist auch in diesem Jahr wieder das Elterngeld“, verkündet die Ministerin. Der Ansatz für die bekannteste und beliebteste Familienleistung steigt gegenüber 2019 um 395 Millionen Euro auf insgesamt 7,255 Milliarden Euro.

Elterngeld Plus: So verlängern Sie den Anspruch auf Unterstützung

Sie möchten das Elterngeld auf 24 Monate aufsplitten? Eltern, die schon während des Elterngeldbezugs Teilzeit arbeiten möchten, können das Elterngeld Plus beantragen. Es soll Eltern helfen, Job und Familie unter einen Hut zu bringen und verlängert den Anspruch auf Elterngeld. Der Bezugszeitraum verdoppelt sich bei gleichbleibenden Elterngeld. Dabei kann der Elternteil die zwei Partnermonate auch doppeln und auf vier zusätzliche Partnerschaftsmonate ausweiten.

Die Voraussetzungen sind:

  • Beide Partner arbeiten für mindestens vier Monate gleichzeitig in Teilzeit (wöchentliche Arbeitszeit 25 bis 30 Stunden).
  • Die Eltern arbeiten die vier Monate. Sie können sie nicht splitten.
  • Wenigstens ein Elternteil hat Elterngeld Plus beantragt.

Das Bundesfamilienministerium sagt, dass Familien das Elterngeld Plus sehr gut annehmen. Im ersten Quartal 2019 hätten sich demnach rund 33 Prozent der Elterngeldantragsteller für das Elterngeld Plus entschieden. Besonders gut kommt der Partnerschaftsbonus bei den Vätern an. Bis zu 40,4 Prozent der Väter entscheiden sich beim Antrag auf das Elterngeld Plus für den Partnerschaftsbonus.

herMoney-Tipp

Reden Sie mit Ihrem Partner. Fordern Sie ein. Von Partnermonaten profitieren Sie beide. Auch wenn eine Mutter nach der Geburt viel Zeit mit ihrem Kind verbringen möchte, ist es wichtig zu lernen, Verantwortung abzugeben. Geben Sie dem Vater die Chance, eigene Erfahrungen mit seinem Kind zu machen. Ist der Partner in Elternzeit, nutzen Sie die Zeit als Familie und genießen Sie es. Aber nehmen Sie sich auch Zeit für sich. Etwa für die verdiente Erholung, Sport oder Ihren beruflichen Wiedereinstieg. Wie der gelingen kann? Das verrät Buchautorin Katrin Wilkens im Interview.

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