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Ein Plus an Kindergeld wird auf den Unterhaltsvorschuss angerechnet und bedeutet eine Nullrunde für viele Alleinerziehende. Was nun?

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Inhalt:

Kindergeld – Welche Änderungen sind Juli 2019 in Kraft getreten?

Familien mit Kindern können sich über finanzielle Entlastung freuen: Seit Juli gibt es mehr Kindergeld – pro Kind landen nun jeden Monat zehn Euro mehr auf dem Konto. Seit 1. Juli 2019 erhöht es sich monatlich für das erste und zweite Kind auf jeweils 204 Euro, für das dritte auf 210 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind auf jeweils 235 Euro. Sicher eine Hilfe für viele Familien.

Gar keine Entlastung dagegen gibt es für alleinerziehende Mütter und Väter, die vom anderen Elternteil keinen Unterhalt für ihre Kinder erhalten und auf Unterhaltsvorschuss vom Staat angewiesen sind. Denn der Unterhaltsvorschuss wird um den gleichen Betrag gekürzt, um den das Kindergeld ansteigt. Ein Nullsummenspiel also für diejenigen, die es am nötigsten brauchen!

Kindergeld ist keine Sozialleistung des Staates, sondern eine Zahlung, die das steuerliche Existenzminimum des Kindes sichern soll. Der Anspruch entsteht ab der Geburt und endet mit Vollendung des 18. Lebensjahres. Ausnahme: Ist ein Kind in Ausbildung oder bei der Agentur für Arbeit als arbeits- oder ausbildungssuchend gemeldet, werden Leistungen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt. Das Kindergeld gibt es auf Antrag von der Familienkasse der Agentur für Arbeit.

Zusätzlich zum Kindergeld können Alleinerziehende unter bestimmten Voraussetzungen Unterhaltsvorschuss für ihre Kinder beim Jugendamt beantragen.

UnterhaltsvorschussWann gibt es Unterhaltsvorschuss?

Das Jugendamt tritt auf Antrag in Vorleistungen, wenn ein Elternteil seiner Unterhaltspflicht gar nicht oder nur unregelmäßig nachkommt. Anspruch haben

  •  Kinder bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres, völlig unabhängig davon, wie hoch Ihr Einkommen ist
  • Kinder von zwölf Jahren bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, wenn sie nicht auf Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) angewiesen sind und Sie als alleinerziehendes Elternteil im SGB II-Bezug mindestens 600 Euro brutto verdienen.

Höhe des Unterhaltsvorschusses

Der Unterhaltsvorschuss errechnet sich aus dem jeweiligen Mindestunterhalt nach der sogenannten „Düsseldorfer Tabelle“ – unter Abzug des Kindergeldes für ein erstes Kind. Je nach Alter des Kindes macht das

Höhe des Unterhaltsvorschusses (ab 1. Juli 2019)

Alter des Kindes 0 – 5 6 – 11 12 – 17
Mindestunterhalt 345 Euro 406 Euro 476 Euro
Abzug Kindergeld – 204 Euro – 204 Euro – 204 Euro
Unterhaltsvorschuss 150 Euro 202 Euro 272 Euro

(Quelle: VAMV, Bundesverband e.V.)

Kinder, die Unterhaltsvorschuss beziehen, haben dadurch grundsätzlich weniger Geld zur Verfügung als Kinder, die Mindestunterhalt vom anderen Elternteil bekommen. Hier wird das Kindergeld nämlich nur hälftig abgezogen. „Würde das Kind Unterhalt vom unterhaltspflichtigen Elternteil bekommen, wäre der sogenannte Zahlbetrag um ein halbes Kindergeld höher,“ sagt Miriam Hoheisel, Bundesgeschäftsführerin des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter e. V. (VAMV).

Nullrunde für viele Alleinerziehende

Die Erhöhung des Kindergeldes kommt genau bei denen nicht an, die es unter Umständen am meisten brauchen. Laut einer Untersuchung des Statistischen Bundesamtes war 2016 gut ein Drittel aller Alleinerziehenden-Haushalte von Armut bedroht. Und neun von zehn Alleinerziehenden sind Frauen.

„Wir bekommen viele empörte Reaktionen von Alleinerziehenden, die es als geradezu zynisch empfinden, dass ausgerechnet ihnen die Kindergelderhöhung nicht gegönnt wird“, berichtet Daniela Jaspers, Bundesvorsitzende des VAMV e. V. „Dabei haben sie finanziell höhere Belastungen und strampeln sich redlich ab, um alle Herausforderungen des Alltags mit Kindern allein zu bewältigen.“

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herMoney-Tipp

Alleinerziehenden, die ihren Unmut kämpferisch loswerden möchten, empfiehlt der VAMV e. V., eine entsprechende Petition zu unterstützen und sich mit einer E-Mail direkt an Ministerin Giffey zu wenden.

Welche Änderungen 2019 noch in Kraft getreten sind, erfahren Sie hier.

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