Wenn Paare sich streiten, geht es oft um Geld. Gespräche, ein respektvoller Umgang und ein passendes Kontomodell erhalten die Liebe.

Ben liebt Anna und Anna liebt Ben. Sie gehen aus, werden ein Paar, ziehen zusammen, heiraten – und sie zanken sich. Ganz oft geht es dabei ums liebe Geld. Statistisch gesehen kommt es in rund 40 Prozent der Beziehungen immer mal wieder zu Streit um Finanzthemen. Die Auslöser sind vielfältig: Vielleicht gibt der Partner oder die Partnerin im Restaurant zu wenig Trinkgeld oder kauft zu teure Klamotten, setzt falsche Prioritäten oder investiert zu wagemutig. Schaut man genau hin, geht es häufig gar nicht ums Geld, sondern um die Werte, die dahinterstehen.

Geld ist ein Machtinstrument. Größerer Besitz erlaubt größere Freiheiten, die dem jeweils anderen Partner verschlossen bleiben, wenn das Hab und Gut nicht geteilt wird. So kommt es häufig zu Konflikten, wenn die Vermögensunterschiede sehr groß sind. Bringt ein Partner etwa ein großes Erbe mit in die Beziehung oder umgekehrt einen Berg Schulden, kann eine Vereinbarung über Gütertrennung Ruhe in die Familie bringen. Dann sind die Ebenen klar geregelt.

Sparfuchs oder Lebemann

Wie jemand mit Geld umgeht, ob er eher sparsam lebt oder sich nach Lust und Laune große Ausgaben leistet, ist meist in die Wiege gelegt, beziehungsweise im Laufe des Erwachsenwerdens stark vom Elternhaus geprägt. Hinzu kommt, dass Paare heute immer später zueinanderfinden. Frauen sind im Durchschnitt rund 31 Jahre alt, wenn sie zum ersten Mal heiraten, Männer 34. Damit hat sich das durchschnittliche Heiratsalter seit 1991 um mehr als fünf Jahre erhöht. In diesem Lebensabschnitt sind Männer wie Frauen meist gut ausgebildet, haben ihre berufliche Karriere vorangetrieben und eine Idee, an welchen Werten sie sich orientieren. Sie stehen mit beiden Beinen im Leben und haben genaue Vorstellungen davon, wie und wofür sie ihr Geld ausgeben. Oft gilt es also, mit der Heirat zwei gefestigte, individuelle Lebensstile zu vereinbaren und eine gerechte Lösung zu finden.

Treffen zwei grundverschiedene Typen aufeinander, ist Streit vorprogrammiert. Und wenn sie sich in existenziellen Finanzfragen wie der Altersvorsorge, Krediten für größere Anschaffungen oder gar ein Baudarlehen nicht einigen, kann das die Beziehung ins Wanken bringen. Was dann hilft, sind konstruktive Gespräche über gemeinsame Werte und Ziele.

Auch wenn es wenig romantisch klingt, sollte man dennoch daran denken, Vereinbarungen über den Trennungsfall zu treffen. Scheitert die Beziehung, ist auch die finanzielle Fürsorge schnell vergessen, und Streitigkeiten über Unterhaltsleistungen landen vor Gericht.

Schatz, wir müssen reden

Aber wann ist dafür der beste Zeitpunkt? Spätestens dann, wenn es ernst wird, raten Beziehungsexperten. Etwa beim Einzug in die erste gemeinsame Wohnung. Zunächst gilt es, klare Absprachen über die laufenden Ausgaben zu treffen und ein Haushaltsbudget zu berechnen, das sämtliche Fixkosten wie Miete, Strom, Telefon, Internet, Versicherungen etc. berücksichtigt. Dieses Budget lässt sich beispielsweise über ein Gemeinschaftskonto verwalten.

Eine gemeinsame Finanzplanung bedeutet aber nicht, alles in einen Topf zu werfen. Um den Überblick zu behalten, hat sich für viele Paare das Drei-Konten-Modell bewährt. Beide Partner behalten ihre Girokonten. Dorthin fließen weiterhin jeden Monat die Gehälter. Zusätzlich eröffnen sie ein gemeinsames Girokonto, über das beide gleichberechtigt verfügen. Bequem per Dauerauftrag kann jeder seinen Anteil am Haushaltsbudget auf das Gemeinschaftskonto überweisen.

Gehen Paare offen und respektvoll miteinander um, kommt die Liebe auch unbeschadet durch finanziell schwierige Phasen.

Checkliste

Ein Plan für gemeinsame Ziele bringt Struktur in die Finanzen. Auf den Zettel gehören folgende Punkte:

  1. Regelmäßige Ausgaben

Welche fixen Kosten von der Miete bis zur Kfz-Versicherung müssen gedeckt werden? Um die laufenden Kosten für Lebensmittel und Co. im Blick zu behalten, hilft ein Haushaltsbuch.

  1. Taschengeld

Schaffen Sie sich finanzielle Freiräume. Niemand legt gern Rechenschaft über jeden Euro ab, den er im Alltag ausgibt. Lieber überlegen, wie viel Geld pro Monat für die Freizeitgestaltung benötigt wird und ein Taschengeldbudget festlegen.

  1. Gemeinsame Sparziele

Sprechen Sie darüber, welche gemeinsamen Ziele wie Urlaub, neue Möbel oder größere Geschenke für die Kinder Sie verfolgen. Legen Sie regelmäßige Sparbeträge dafür zurück. Das muss nicht gleich verteilt sein. Jeder gibt, so viel er von seinem Budget abknapsen kann.

  1. Rücklagen bilden

Unvorhergesehene Ausgaben für die Autoreparatur oder eine neue Waschmaschine können große Löcher ins Haushaltsbudget reißen. Bilden Sie Rücklagen.

  1. Schulden

Überlegen Sie, wie Sie gemeinsam mit Altlasten umgehen, die ein Partner mit in die Beziehung bringt und wofür Sie gegebenenfalls neue Schulden aufbauen müssen.

  1. Wer behält den Überblick?

Der beste Plan taugt nichts, wenn er nicht eingehalten wird. Daher sollte ein Partner die Verantwortung übernehmen und die Ausgaben regelmäßig prüfen und bei Bedarf das Gespräch suchen.

  1. Auf den Prüfstand

Spätestens, wenn sich die Familiensituation ändert, ein Partner vielleicht in Elternzeit geht oder insgesamt weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, sollte der Finanzplan auf den Prüfstand gestellt und gegebenenfalls angepasst werden.

Ob Partnerschaft, Familie, Leben, Wohnen oder Karriere – Finanzen begegnen uns in jedem Bereich unseres Lebens. Auf www.finanz-heldinnen.de findest Du weitere spannende Artikel.

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