Es ist nie zu früh, mit der eigenen finanziellen Absicherung und Planung zu beginnen. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie als junge Frau haben.

Per Sparbuch ein Vermögen aufbauen? Vergessen Sie´s. Sparen allein bringt aktuell keine Rendite. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins auf Null gesenkt, so dass die Banken für Ihre Spargroschen kaum Zinsen bieten können. Wenn Sie Ihr Geld unverzinst auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto oder auch auf einem Sparkonto schlummern lassen, müssen Sie im Gegenteil sogar damit rechnen, dass es im Laufe der Zeit weniger wird. Oder anders ausgedrückt: Dass der Wert Ihres Geldes, die so genannte Kaufkraft, sinkt. Grund dafür ist die Inflation, also die Teuerung von Gütern und Dienstleistungen. Ziehen die Preise an, bekommen Sie weniger Ware für Ihr Geld.

Welche Möglichkeiten habe ich?

Um Vermögen aufzubauen, müssen Sie Ihr Geld investieren. Gute Unternehmen bieten gute Renditechancen. Sie können sich an Unternehmen beteiligen per Aktie, oder aber Sie gewähren ihnen einen Kredit per Anleihe. Bei Aktien profitieren Sie von möglichen Kurssteigerungen an der Börse sowie von der Ausschüttung des Gewinns, der so genannten Dividende. Bei Anleihen erhalten Sie regelmäßig Zinsen, den so genannten Kupon.

Anfängerinnen empfiehlt es sich, nicht gleich auf Einzelwerte zu setzen. Besser geeignet sind Fonds, die von Profis gemanagt werden. Der Vorteil: Ihr Geld wird in viele Aktien oder Anleihen investiert, so dass die Risiken sinken. Fonds gibt es nicht nur für Aktien. Auch können Sie in Anleihefonds (Rentenfonds) oder Mischfonds investieren.

Eine kostengünstige Alternative bilden ETFs. Das sind Fonds, die die Wertentwicklung einer Region, eines Marktes oder einer Branche abbilden – sie kommen also ohne einen Manager aus, der eine Auswahl trifft.

Wie sollten Sie die Finanzplanung anfangen?

Falls Sie nicht schon ein kleines Finanzpolster aufgebaut haben, sollten Sie damit spätestens jetzt beginnen. Sie brauchen sich dabei nicht „auf immer und ewig“ zu verpflichten, denn Sie stehen in den 20ern; da ist bei den meisten noch vieles im Fluss! Das ist aber keine Ausrede, nicht schon mit der Finanzplanung zu beginnen, und zumindest einen kleinen Investmentfonds-Sparplan abzuschließen. Das geht bereits mit so geringen Summen wie 25 Euro pro Monat. Wenn Sie mehr als 25 Euro pro Monat erübrigen können, umso besser! Dann schließen Sie einfach mehrere Investmentfonds-Sparpläne für unterschiedliche Fonds ab! Das kostet nicht mehr, als wenn Sie Ihre monatliche Sparsumme auf einen einzigen Fonds setzen und verhilft Ihnen zu einer gewissen Streuung Ihrer Anlagen!

Und flexibel bleiben Sie außerdem: Wenn Sie auf Grund von Familiennachwuchs beruflich eine Weile kürzer treten wollen, können Sie jederzeit und ohne Nachteile Ihren Sparplan verringern oder stoppen. Wobei sich durchaus die Frage stellen lässt: Warum eigentlich? Wenn Sie einen Partner haben und Sie wegen der Kinder beruflich kürzer treten, sollten Sie sich mit Ihrem Partner auf jeden Fall darüber unterhalten, wie Sie Ihre Finanzanlagen am besten bewerkstelligen. Es spricht einiges dafür, dass Ihnen Ihr Partner hilft, Ihren eigenen Investmentfonds-Sparplan weiterzuführen.

Bei Investmentfonds können Sie auch jederzeit und ohne Einhaltung von Fristen über Ihr angespartes Vermögen verfügen. Das gibt Ihnen z.B. die Möglichkeit, beim Erwerb der eigenen vier Wände den Eigenkapital-Anteil zu stemmen. Eins sollten Sie dabei im Hinterkopf behalten: Wenn Sie in Fonds investieren, die mitunter stark schwanken können (z.B. Aktienfonds), dann ist nicht jeder Zeitpunkt ein guter Zeitpunkt für den Verkauf der Anteile. Wenn die Aktienbörsen stark fallen, werden Aktienfonds davon zwangsweise in Mitleidenschaft gezogen. Es ist unvorteilhaft, wenn Sie gerade dann verkaufen müssen – aber möglich ist es.

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