Finanzplanung ist ein komplexes Thema, bei dem man viel falsch machen kann. Die meisten Fehler lassen sich jedoch leicht vermeiden.

Nicht alle Eier in einen Korb legen!

Sie wissen nicht, welches Anlage-Produkt, welcher Fonds, welche Aktie sich künftig als besonders gut erweisen wird, und welche sich nur mittelprächtig oder gar schlecht entwickeln werden? Willkommen im Club! Mit Gewissheit weiß das leider niemand im Vorhinein! Aus diesem Grund ist es schlau, bei Finanzanlagen immer „auf mehreren Beinen zu stehen“, also breit zu streuen. Dadurch reduzieren Sie die Risiken.

Lassen Sie sich keinen Bären aufbinden!

Streuung verursacht Kosten? Das mag Ihnen manch ein Berater sagen. Doch die Angst, dass die Kosten bei einer vernünftigen Streuung der Finanzanlagen in die Höhe schnellen könnten, ist in den meisten Fällen unbegründet. Ob Sie zwei, fünf oder zehn Wertpapiere in Ihrem Depot haben, macht bei den heutigen Gebührenstaffeln keinen großen Kosten-Unterschied. Oft ist es eher so, dass der Berater oder die Beraterin deutlich mehr Arbeit hat, wenn Sie mehrere verschiedene Wertpapiere kaufen, denn jedes einzelne besprochene Produkt muss erklärt und dokumentiert werden. Seien Sie also achtsam, ob es wirklich ein Kostennachteil für Sie ist, oder nur etwas mehr Arbeit für die Beratungs-Seite.

Lassen Sie Ihren gesunden Menschenverstand walten!

Viele Frauen interessieren sich nur wenig für den Kapitalmarkt und Finanzanlagen. Daher sind viele der Meinung, dass hier völlig andere Mechanismen wirken als im sonstigen Leben oder gar geheime Bünde im Verborgenen arbeiten.

Glauben Sie in Finanzdingen nicht an Geheimwissenschaften oder Hokuspokus, sondern wenden Sie Ihren gesunden Menschverstand an. Wenn Ihnen jemand eine Anlagemöglichkeit anbietet, die angeblich eine sehr hohe Rendite und kein Risiko bergen soll, seien Sie skeptisch! Warum sollte Ihnen jemand, der problemlos einen Bankkredit zu 3 oder 4 Prozent bekäme Ihnen 8 Prozent Zinsen anbieten? Hat da jemand Geld zu verschenken und wählt dafür ausgerechnet Sie aus? Wohl kaum! Wo eine hohe Rendite winkt, gibt es auch Risiken – das sagt der gesunde Menschenverstand, und so ist es auch im richtigen Finanz-Leben.

Meiden Sie unregulierte Produkte!

Weder die Börsenaufsicht noch die Aufsichtsbehörde für Finanzprodukte und Finanzinstitutionen (BaFin) sind eingerichtet worden, um Sie als Verbraucherin zu ärgern oder unnötig einzuschränken. Es ist vielmehr eine Errungenschaft, dass es in Europa erfahrene und weitsichtige Finanzmarkt-Aufsichten gibt.

Investieren Sie daher nur in regulierte Produkte! Dazu zählen z.B. Investmentfonds, Versicherungen, Sparbriefe, verzinste Bankkonten, börsengehandelte Aktien, börsengehandelte festverzinsliche Papiere, etc. Die Auswahl unter den regulierten Produkten ist so breit, dass für jede etwas dabei ist. Uns ist kein guter Grund bekannt, der dafür spricht, auf unregulierte Produkte auszuweichen.

Auf jeden Fall machen

Jeder erwachsene Mensch sollte seine persönlichen Finanzanlagen haben – unabhängig davon, ob Sie einen Partner haben oder nicht. Falls Sie in einer Partnerschaft leben, gibt es bestimmt viele gemeinsame Ziele – auch gemeinsame Finanz-Ziele. Diese sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Partner diskutieren, angehen und verfolgen. Wenn Sie derzeit keinen Partner haben, erledigen Sie Ihre Finanzanlagen ohnehin selbst – eventuell mit Hilfe einer Expertin oder eines Experten.

Aber auch wenn Sie in einer Partnerschaft leben, haben Sie individuelle Ziele: Vielleicht haben Sie und Ihr Partner unterschiedliche Vorstellungen über das Risiko, das Finanzanlagen haben dürfen, oder Sie wollen unbedingt eine bestimmte Finanzanlage ausprobieren. Für das Auf und Ab dieser Anlage sollten Sie dann auch selbst verantwortlich sein. Es ist Zeichen einer erwachsenen Partnerschaft, wenn neben den gemeinsamen Finanzen jeder auch sein eigenes Konto hat. Und seien wir ehrlich: Irgendwie ist es auch blöd, wenn Sie Ihrem Partner ein Geburtstagsgeschenk machen, und er sieht genau den Abbuchungs-Betrag von Amazon von Ihrem gemeinsamen Konto.

Bloß nicht!

Es gibt Frauen, die überlassen alle Finanz-Entscheidungen ihrem Partner. Auch wenn Sie sich zu 100% auf Ihren Partner verlassen können, ist es schade, wenn Sie das Heft komplett aus der Hand geben. Es kann immer etwas passieren, und wenn Sie in so einem Fall gar nicht im Bilde über Ihre Familien-Finanzen und völlig uninformiert sind, führt das zu Nachteilen für Sie bzw. für Sie und Ihre Familie. Wenn Sie aktuell einen Partner haben, besprechen Sie Ihre gemeinsamen Finanzen mit ihm und treffen Sie Finanz-Entscheidungen gemeinsam! Zu zweit hat man meistens auch mehr gute Ideen als alleine.

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