Als Arbeitnehmerin können Sie mithilfe Ihres Arbeitgebers ein solides Fundament für Ihre Altersvorsorge ansparen: Mit vermögenswirksamen Leistungen oder der betrieblichen Altersversorgung.

Stand: Februar 2018

Vermögenswirksame Leistungen

Über den Arbeitgeber können Sie vermögenswirksame Leistungen (VL) ansparen. Als Berufsanfängerin mit relativ geringem Einkommen profitieren Sie besonders stark. Vermögenswirksame Leistungen sollen Arbeitnehmern dabei helfen, Geld anzusparen. Dafür zahlt der Arbeitgeber monatlich bis zu 40 Euro – also bis zu 480 Euro im Jahr – in einen Sparvertrag für Sie ein. Dabei können Sie zwischen unterschiedlichen Anlageformen wählen. Möglich ist ein Banksparplan, ein Bausparvertrag, die Tilgung eines Baudarlehens oder ein Aktiensparplan.

Übersteigt Ihr Einkommen eine bestimmte Grenze nicht, gibt es noch einen Zuschuss vom Staat, die sogenannte Arbeitnehmersparzulage. Die Einkommensgrenzen und auch die Höhe des Zuschusses unterscheiden sich je nach Art des Sparvertrages. Gar keine Zuschüsse gibt es für einen Banksparplan. Wenn Sie einen Bausparvertrag oder die Tilgung eines Baukredites wählen, erhalten Sie maximal 43 Euro im Jahr, wenn weniger als 17.900 Euro im Jahr verdienen. Wählen Sie dagegen einen Aktiensparplan, liegt die Einkommensgrenze bei 20.000 Euro und der Zuschuss liegt bei maximal 80 Euro im Jahr. Bei Ehepartnern verdoppelt sich jeweils der Betrag.

Anspruch prüfen – auch bei hohen Gehältern

Auch wenn Ihr Bruttoeinkommen über den Einkommensgrenzen liegt, lohnt es sich zu prüfen, ob Sie Anspruch auf Förderung haben! Denn nicht Ihr Brutto, sondern Ihr zu versteuerndes Einkommen zählt. Sie können also vom Brutto Werbungskosten und Kinderfreibeträge abziehen. Wie hoch Ihr zu versteuerndes Einkommen ist, steht auf Ihrem Steuerbescheid.

Unternehmen sind nicht generell dazu verpflichtet, Ihren Mitarbeitern vermögenswirksame Leistungen zu zahlen. In vielen Betrieben oder Branchen sind die Zuschüsse vom Chef allerdings Bestandteil von Betriebsvereinbarungen oder des Tarifvertrages. Falls nicht, haben Sie keinen Anspruch auf die Leistungen Ihres Chefs. Die vom Staat gezahlte Arbeitnehmersparzulage steht Ihnen dagegen grundsätzlich zu, wenn Sie die Einkommensgrenzen (siehe oben) nicht überschreiten – vorausgesetzt, Sie sparen aus der eigenen Tasche die erforderlichen 40 Euro im Monat an.

Was lohnt für wen?

Banksparplan: Das Kapital ist zwar sicher, wird aber kaum verzinst. Auch gibt es keinen Anspruch auf Arbeitnehmersparzulagen

Tilgung Baukredit: Die Kreditzinsen liegen in der Regel über den Guthabenzinsen. Wenn Sie eine Hypothek abbezahlen, macht die schnelle Tilgung Sinn.

Bausparvertrag: Wenn Sie den Kauf einer Immobilie planen, könnte sich das rechnen – vor allem dann, wenn Ihr Einkommen über der 17.900 und unter 25.600 Euro liegt. Denn dann erhalten Sie keine Arbeitnehmersparzulage, haben aber Anspruch auf die vom Staat gezahlte Wohnungsbauprämie.

Aktiensparplan: Hier sind die Zuschüsse am höchsten und Sie haben die Aussicht auf die höchste Rendite. Zwar schwanken die Kurse im Laufe der Zeit, aber in jungen Jahren können Sie mögliche Kursdellen eventuell aussitzen.

Die Verträge haben eine Laufzeit von sieben Jahren. In den ersten sechs Jahren wird eingezahlt, nach einem Jahr Ruhezeit können Sie in der Regel frei über das gesparte Geld verfügen. Ausnahme: In manchen Branchen – etwa der Metall-, Chemie- und Elektroindustrie – werden vermögenswirksamen Leistungen als sogenannte altersvorsorgewirksame Leistungen gezahlt. Die Zuschüsse können dann in einen Riester-Vertrag (siehe oben) oder in Formen der betrieblichen Altersversorgung (siehe oben) fließen.

herMoney Tipp:

Verschenken Sie kein Geld. Checken Sie Ihren Arbeitsvertrag oder scheuen Sie sich nicht, bei Ihrem Arbeitgeber nachzufragen! Falls er weniger als die erforderlichen 40 Euro im Monat zuschießt, stocken Sie gegebenenfalls auf, um auch die Arbeitnehmersparzulage zu bekommen. Die wird nicht automatisch gewährt, Sie müssen den Zuschuss jährlich mit Ihrer Steuererklärung (Anlage N) beantragen und eine Kopie Ihres VL-Vertrages beifügen.

Betriebliche Altersversorgung – fragen Sie Ihre Chefin oder Ihren Chef!

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge durch so genannte Entgeltumwandlung. Das heißt, Sie können einen Teil Ihres Gehaltes oder auch Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld einzahlen und eine Zusatzrente aufbauen. Der Vorteil: Sie entnehmen das Geld Ihrem Brutto.
Anders als bei privaten Sparplänen zahlen Sie also auf Ihre Sparraten weder Steuern noch Sozialabgaben. Um 100 Euro ansparen zu können, müssen Sie – je nach Steuersatz – nur rund 60 Euro Ihres Nettos aufwenden. Das ermöglicht es Ihnen, mehr Geld für das Alter anzusparen – und durch die höheren Sparraten wächst Ihr Kapital schneller. Der Nachteil: Bei der Auszahlung müssen Sie nicht nur Steuern, sondern auch Krankenversicherungsbeiträge auf die Rente zahlen.

herMoney Tipp:

Wenn Sie Entgelt umwandeln, spart auch Ihr Arbeitgeber die Sozialbeiträge ein. Viele Unternehmen schießen diese Ersparnis oder einen festen Betrag zu der Altersvorsorge Ihrer Mitarbeiter dazu, um sie langfristig an sich zu binden. Sprechen Sie Ihren Chef an und erkundigen Sie sich nach den Möglichkeiten!

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