Frauen brauchen eigenes Geld, flache Schuhe, Kinderkrippen und mehr Liebe, als ein einziger Mann bieten kann.

Benoîte Groult, Autorin von „Salz auf unserer Haut“, hat es auf den Punkt gebracht. Über die Sache mit den Schuhen lässt sich zwar streiten. Fakt ist aber: In Finanzfragen haben sich Frauen noch längst nicht emanzipiert. Doch weiblicher Geldmangel ist kein Naturgesetz. Frauen, gleich welchen Alters, können mit moderatem Aufwand gegensteuern und ihre Finanzen auf Vordermann bringen. Der erste Schritt auf diesem Weg: die Problemanalyse.

Warum stehen Frauen in Gelddingen noch immer schlechter da als Männer?

Frauen verdienen weniger.
2015 erhielten Frauen für die gleiche Arbeit wie Männer im bundesweiten Durchschnitt 21 Prozent weniger Gehalt. Das führt nicht nur zu Liquiditätseinbußen in der Gegenwart. Das kärgliche Salär schmälert auch die Rentenansprüche der Frauen, denn sie zahlen dadurch weniger in die staatlichen Systeme ein. Zudem fehlt Geld für die private Vorsorge. Daten des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft zeigen, dass jede vierte Frau ohne eigene Altersvorsorge dasteht. Bei den Männern ist es nur jeder fünfte.

herMoney Tipp:
Verkaufen Sie sich nicht unter Wert. Viele Frauen verhandeln beim Gehalt zu wenig – wenn überhaupt. Beachten Sie ein paar Regeln und Sie haben gleich mehr Geld zur Verfügung.

Frauen arbeiten kürzer:
Männer sind im Schnitt fast 40 Jahre lang berufstätig. Frauen hingegen stecken meist für die Familie zurück – sie legen ausgedehnte Erziehungspausen ein oder pflegen Angehörige. Dadurch bringen sie es beim Renteneintritt nur auf 26 Jahre im Beruf. Das fördert die „Gender Pension Gap“ zusätzlich. Unter dem Strich erhalten Frauen in Deutschland im Schnitt rund 40 Prozent weniger Rente als Männer.

herMoney Tipp:
Vertrauen ist gut, klare Vereinbarungen jedoch sind besser. Besprechen und entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Lebenspartner, welches Lebensmodell zu welcher Lebensphase passt. Und klären Sie dann, welche finanziellen Vorkehrungen getroffen werden müssen, damit Sie für den Fall der Fälle abgesichert sind. Bevor sich Alltagssituationen verselbständigen, wissen beide Seiten, was dann auf Sie zukommt - zumindest finanziell.

Frauen leben länger.
Im Schnitt werden Frauen derzeit fünf Jahre älter als ihre männlichen Mitmenschen. Das ist aus weiblicher Sicht erfreulich, bedeutet aber auch: Um im Alter gut zu leben, müssten sie deutlich mehr Geld beiseite legen als Männer. Aktuell ist es jedoch umgekehrt.

herMoney Tipp:
Längere Lebenszeiten bedeuten längere Anlagehorizonte. Nutzen Sie dieses Wissen für sich und wählen Sie dafür geeignete Finanzanlagen wie Aktienfonds oder ETFs, die kurzfristig zwar höhere Risiken, aber langfristig eine höhere Renditen versprechen. Wer regelmäßig in kleinen Schritten investiert, kann über die Zeit ein kleines Vermögen aufbauen bei überschaubarem Risiko. Oh, schon wieder das R-Wort. Mehr dazu unter Vermögensstrategien.

Frauen kümmern sich zu wenig.
Der vielleicht schwerwiegendste Unterschied zwischen den Geschlechtern ist hausgemacht. Frauen drücken sich davor, sich mit Geld zu beschäftigen – sie kümmern sich nicht um ihr Geld.

herMoney Tipp:
Sie verstehen nichts von Geldanlage, haben kein Interesse daran und auch keine Zeit, sich damit zu beschäftigen? Nicht doch! Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel. Ein wenig Einsatz ist erforderlich, das stimmt. Aber der Einsatz zahlt sich aus. Wenn Sie Ihre Finanzen im Griff haben, machen Sie sich das Leben leichter. Denn dann können Sie entspannter ihren vielfältigen Interessen nachgehen.

herMoney Fazit: Es ist eine unbequeme Wahrheit. Aber echte Gleichberechtigung wird es erst geben, wenn Frauen finanziell genauso unabhängig sind, wie Männer. Dieses Ziel erreichen Sie am besten mit einer guten Portion Finanzwissen, einer Prise Feminismus und dem Mut, den ersten Schritt zu gehen – egal, in welchen Schuhen.

Schritt für Schritt zur finanziellen Unabhängigkeit

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