Vor der Investition in einen ETF sollten Sie sich darüber klar sein, ob Sie eher einen Allrounder oder eine Spezialität haben wollen.

Sie wissen bereits, dass ETFs sich jeweils auf einen Index beziehen und interessieren sich für ETFs? Dann sollten Sie jetzt weiterlesen, denn hier erklärt herMoney, wie Sie feststellen, welcher Index bzw. welcher ETF für Sie geeignet ist.

Exchange Traded Funds (ETFs) bilden einen Index 1:1 ab, das heißt, sie entwickeln sich weitgehend genauso wie der Index. Kein Index läuft immer schnurstracks aufwärts, sondern jeder Index schwankt – der eine stärker, der andere weniger stark. Daher ist es wichtig, sich den Index genau anzuschauen, bevor man in den entsprechenden ETF investiert.

Breit oder spezialisiert?

Zunächst sollten Sie klären, ob Sie auf einen breit ausgerichteten oder einen eng begrenzten Index setzen wollen. Zahlreiche Studien zeigen, dass nicht die Einzeltitel, sondern die jeweiligen Märkte, in die man investiert, den größten Einfluss auf das Gesamt-Anlageergebnis haben.

Wichtig für Ihr Gesamtergebnis ist also, ob Sie überhaupt im Aktienmarkt investiert sind – besonders dann, wenn es einmal besonders rasant nach oben oder nach unten läuft. Ausschlaggebend ist außerdem, ob Sie im US-Aktienmarkt, im deutschen Aktienmarkt, oder in Schwellenländern investiert sind, wenn der jeweilige Markt gerade besonders gut oder schlecht läuft. Zwar auch wichtig, aber eben nur an zweiter Stelle, ist, ob Sie dann den besten Fonds in diesem Segment haben.

Leider kann niemand zuverlässig vorhersagen, welcher Markt in der nahen Zukunft besonders gut laufen wird. Fest steht: Über lange Zeiträume (d.h. 15 Jahre +) liefen Aktien in der Vergangenheit immer besser als Anleihen. Welcher Aktienmarkt dann das Rennen macht? Nennen Sie es Fingerspitzen- oder Bauchgefühl, tiefes Marktverständnis oder wie Sie wollen, aber auch das können wir Ihnen leider nicht sagen. Sie sollten Ihre Entscheidung nur bewusst, und nicht blind treffen. Entscheiden Sie sich also zunächst für einen Markt, in den Sie investieren wollen, und suchen Sie dann den passenden Index bzw. ETF.

Es hängt von Ihrer Börsenerfahrung ab

Wenn Sie nicht viel Börsen-Erfahrung haben, stellen Sie sich möglichst breit auf, damit Ihr Risiko breit gestreut ist. Hier ist beispielsweise ein international streuender Aktienfonds richtig. In dem Fall müssen Sie nicht großartig ein- und aussteigen, sondern bleiben einfach investiert, vorausgesetzt Sie haben einen langfristigen Anlagehorizont. „Kaufen und Liegenlassen“ („buy and hold“) ist hier eine empfehlenswerte Langfrist-Strategie.

Je mehr Sie sich in Sachen Börse zutrauen, desto speziellere Märkte können Sie abdecken. Bei Investitionen in besondere Einzelmärkte sollte man nämlich auch gezielt ein- und ausstiegen, je nachdem, wie man den gewählten Markt gerade einschätzt. Das erfordert allerdings, dass Sie sich mit dem Börsengeschehen zu beschäftigen. „Je nach Marktlage kaufen oder verkaufen“ ist hier eine empfehlenswerte Strategie.

Breite Streuung

Breit aufgestellt sind Sie, wenn Sie weltweit die Börsen abdecken. Als internationaler Maßstab für die Entwicklung der Aktienmärkte wird gern der MSCI World-Index herangezogen. Er bezieht über 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern in seine Entwicklung ein. Sie sollten wissen, dass Aktien aus Entwicklungsländern („Emerging Markets“) und Aktien kleiner Unternehmen („Small Caps“) nicht im MSCI World-Index berücksichtigt werden.

Enger Fokus

Eng fokussiert stellen Sie sich mit Spezialitätenfonds, z. B. Länder- und Branchenfonds, auf. Sie sind als Beimischung, sozusagen als „Salz in der Suppe“, für risikofreudige Anlegerinnen geeignet.

Sie möchten gezielt auf Schweizer Aktien setzen? Dann investieren Sie in einen ETF auf den SMI. Dieser Index enthält die 20 größten und liquidesten Unternehmen der Schweiz. Oder glauben Sie, dass brasilianische Aktien demnächst stärker steigen werden? Dann wählen Sie einen ETF auf den Bovespa aus. Dieser Index enthält die 71 führenden Unternehmen Brasiliens. Wenn Sie sich nicht für ein einzelnes Land, sondern lieber generell für Aktien aus den schnell wachsenden Schwellenländern entscheiden, nehmen Sie einen ETF auf den MSCI Emerging Markets-Index, der fast 2000 Titel aus verschiedenen Ländern umfasst. Eine andere Möglichkeit stellt der MSCI Emerging Markets Minimum Volatility Index dar. Der enthält eine Auswahl von rund 250 Aktien aus dem breiten Index, und zwar genau die Aktien, die in den vergangenen zwölf Monaten die niedrigsten Schwankungen hatten.

Vielleicht möchten Sie lieber auf eine bestimmte Branche als auf eine Region setzen? Wie wäre es mit einem ETF auf den MSCI World Information Technology-Index (Technologiewerte aus Industrieländern)? Oder auf den S&P 500 Health Care Sector-Index (Aktien der US-Gesundheitsbranche)?

Umweltschützerinnen mögen vielleicht den MSCI World Low Carbon Leaders-Index. Er bietet Zugang zu den weltweit führenden umweltbewussten Unternehmen, gemessen an einem geringen CO2-Emissionen. Auch auf diesen Index gibt es ETFs (z.B. Amundi ETF Equity Global Low Carbon UCITS ETF). Sie sehen schon: Es gibt kaum ein Land, kaum eine Branche und kaum ein Thema, das sich nicht gezielt durch einen ETF abdecken ließe. Aber bei solchen Spezialitäten sollten Sie eben genau wissen was Sie tun.

herMoney-Tipp

Überlegen Sie im ersten Schritt, ob eher ein breit ausgerichteter Index oder einer, der lediglich einen speziellen Markt abdeckt, zu Ihnen passt. Bei der Investition in einen speziellen Markt sollten Sie das Börsengeschehen regelmäßig beobachten und einschätzen können. Bei einem breit ausgerichteten Fonds können Sie eher nach dem Motto „Kaufen-und-Liegenlassen“ agieren. Erst im zweiten Schritt wählen Sie dann einen entsprechenden ETF aus. Mehr Informationen über den MSCI World-Index sowie weitere bekannte „breite“ Indizes erhalten Sie in den kommenden Tagen!

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