35 Milliarden Euro wollen allein die 30 DAX-Unternehmen 2018 ausschütten. Mit Dividendenaktien beteiligen Sie sich am Gewinn.

„Dividenden sind die neuen Zinsen“: Das hören und lesen Sie nun vielleicht schon seit einigen Jahren. Aber was heißt das genau? Die Kurzfassung: Sparen rechnet sich nicht, denn die Zinsen für Anlagen auf Sparbüchern, Tagesgeld- und Festgeldkonten streben gegen Null – nach  Inflation und Steuern gibt es für Sparer nur Miese. Unternehmen dagegen steigern Jahr für Jahr ihren Gewinn und schütten einen Teil davon an die Anteilseigner, also die Aktionäre, aus. Rund 3 Prozent Rendite pro Jahr können Sie allein über die Gewinnausschüttung erzielen, wenn Sie Aktien guter Unternehmen kaufen – ein Vielfaches der aktuellen Anleihen-Renditen. Denn während der Zins in den vergangenen Jahren auf Talfahrt ging, kletterten die Gewinne der Unternehmen nach oben. Und sie schütten Jahr für Jahr höhere Beträge an ihre Anteilseigner aus. Allein die 30 Top-Konzerne, die im deutschen Aktienindex (DAX) gebündelt sind, werden im Frühjahr 2018 voraussichtlich 35 Milliarden Euro an ihre Aktionäre auszahlen.

Dividende gestiegen, Dividendenrendite gesunken

Dividenden machen im Durchschnitt über lange Zeiträume knapp die Hälfte der gesamten Rendite von Aktienanlagen aus. Die andere Hälfte stammt aus Kursgewinnen. Über die Höhe der Jahresdividende stimmen in Deutschland die Aktionäre auf der Hauptversammlung ab. Sie folgen dabei in der Regel dem Vorschlag des Vorstandes. Obwohl die Ausschüttungen der DAX-Konzerne zuletzt gestiegen sind, ist die sogenannte Dividendenrendite bei den meisten DAX-Aktien gesunken. Das hat jedoch einen erfreulichen Hintergrund. Denn die Dividendenrendite ist ein Quotient. Er berechnet das Verhältnis von gezahlter Dividende zum aktuellen Kurs. Die Formel lautet Dividendenrendite = Dividende x 100 %/Aktienkurs. Und das Kursplus war zuletzt noch größer als das Dividendenplus.

Dividenden-Historie prüfen

Es macht also wenig Sinn, bei der Auswahl von Aktien allein auf die Höhe der Dividendenrendite zu schielen – das Motto „Dividende gut, alles gut“ wäre zu kurz gedacht. Denn eine Dividendenrendite weit oberhalb des Durchschnitts weisen Unternehmen oft nach drastischen Kursstürzen aus. Das ist logisch: Denn bleibt die Auszahlung konstant, aber der Nenner verkleinert sich (gesunkener Kurs), steigt der Quotient. Bei einer sehr hohen Dividendenrendite sollten also Alarmglocken läuten – prüfen Sie, ob das Unternehmen fundamentale Probleme hat. Denn was nutzt eine Dividendenrendite von 10 Prozent, wenn gleichzeitig der Kurs um 20 Prozent sinkt?

Wichtig bei der Auswahl von Dividendenpapieren sind deshalb auch die Dividendenkonstanz und die Ausschüttungsquote. Konstanz meint: Im Idealfall steigen die Ausschüttungen Jahr für Jahr parallel zu den Unternehmensgewinnen an. Die Ausschüttungsquote, also der Anteil des Gewinns, der an Aktionäre fließt, sollte maximal 50 Prozent betragen, damit das Unternehmen Reserven für Investitionen sowie schwächere Jahre hat.

Stabilität und Verlustpuffer

Dividende ist zwar nicht alles, aber ohne Dividenden ist die Aktienanlage meist nichts. Nur bei stark wachsenden Kurs-Highflyern (wie zum Beispiel Amazon oder Facebook, die noch nie Dividenden gezahlt haben) können Anleger wegen der starken Kursentwicklung auf Ausschüttungen verzichten. Bei normalen Aktien macht sich dagegen Auswahl nach Dividendenkriterien meist bezahlt. Dividendenperlen bieten nicht nur einen Verlustpuffer, sondern halten sich in turbulenten Zeiten meist auch besser, als andere Aktien. Sie können einzelne Dividendenperlen aus dem DAX oder anderen Indizes ausfiltern. Allerdings gehört ein wenig Mühe dazu und die ausgewählten Aktien sollten auch anschließend regelmäßig verfolgt werden.

Breit gestreut per Fonds oder ETF

Wer dazu keine Lust hat, setzt auf Dividenden-ETFs oder Dividendenfonds. Einen Überblick über ETF auf Dividendenpapiere gibt www.eeetf.com – einfach  im Suchfeld das Wort „Dividenden“ eingeben. Die passiv gemanagten ETFs sind kostengünstig, haben allerdings durch ihre starre Konstruktion auch mitunter Nachteile. Denn ihre Basisindizes wie der Dow Jones Euro Stoxx Select Dividend 30 oder der DivDax der Deutschen Börse werden in der Regel nur jährlich oder halbjährlich aktualisiert. Bevor ein Unternehmen also aus den Indizes ausscheidet, ist der Kurs unter Umständen längst abgestürzt. Das hat sich zum Beispiel in der Finanzkrise gezeigt, als Bankaktien einen großen Anteil an den Dividendenindizes ausmachten – zum Leidwesen der Anleger.

Aktives Fondsmanagement

Aktive gemanagte Dividendenfonds haben in Krisenzeiten zwar auch verloren, aber in der Regel deutlich weniger als ETFs. In den vergangenen Jahren sind zahlreiche neue Dividendenfonds aufgelegt worden – für europäische Aktien, für asiatische Aktien oder gleich weltweit. Bei Brokern wie comdirect oder cortal consors können Sie sich einen Überblick verschaffen – per Fonds-Selector (Aktien ->Dividendenstrategie) bzw. per Fondssuche (Aktien Europa bzw. weltweit -> dividendenorientiert).

herMoney Tipp:

Gute Dividenden-Aktien bieten Stabilität und Verlustpuffer – und eignen sich damit auch für Anlegerinnen, die nicht allzu hohe Risiken eingehen möchten. Aber bitte nie ohne Unternehmenscheck investieren. Statt auf Einzelwerte zu setzen sollten Einsteigerinnen lieber die Risiken streuen und die Auswahl den Profis überlassen – per Fonds oder ETF.

 

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