Mit Themenfonds setzen Sie Anlage-Schwerpunkte. Ein Beispiel sind Unternehmen mit hohem Frauenanteil in den Führungsetagen.

Sie haben ein bestimmtes Thema, von dem Sie glauben, dass es besonders zukunftsträchtig ist? Dann können Sie per Aktien in Unternehmen investieren, die dieses Thema besonders gut vertreten. Aber Einzelwerte bergen immer auch Risiken. Mit entsprechend ausgerichteten Spezialitäten- oder Themenfonds dagegen streuen Sie die Risiken – und haben zumindest bei aktiv gemanagten Investmentfonds den Vorteil, dass ein Manager die Unternehmen unter die Lupe nimmt, bevor sie im Fondsportfolio landen. Solche spezialisierten Fonds gibt es zu vielen Themen – angefangen von Technologie-, Internet- oder Robotikfonds bis hin zu ökologisch ausgerichteten Fonds oder solchen, die auf Unternehmen setzen, die Produkte oder Dienstleistungen für die wachsende Gruppe der Senioren anbieten.

Themenfonds sind enger fokussiert als breit streuende Fonds – und bergen damit auch höhere Risiken. Mal „läuft“ das Thema, und manchmal leider nicht. Daher weisen Themenfonds in der Regel höhere Preisschwankungen auf als breit ausgerichtete Globalfonds, bei denen sich verschiedene Trends gegenseitig schon mal egalisieren können.

Genderfonds – ein „junges“ Investment-Thema

Ein relativ junges Thema unter den Themenfonds sind sogenannte „Genderfonds“. Sie setzen auf Unternehmen, die einen besonders hohen Frauenanteil in ihrer Führungsetage haben bzw. sich am stärksten für Gender-Gleichstellung einsetzen. Diese Strategie stützt sich auf Studienergebnisse, nach denen sich Unternehmen mit einem hohen Anteil an Frauen in der 1. und 2. Führungsebene besser entwickeln als Unternehmen mit weitgehend männerdominierten Führungsteams. Solche Studien haben unter anderem Credit Suisse und die Fondsgesellschaft RobecoSAM veröffentlicht.

Die Gründe für das bessere Abschneiden wurden in diesen beiden Studien nicht bis ins letzte Detail untersucht. Es wird aber vermutet, dass Frauen tendenziell weniger unkalkulierbare Risiken eingehen als Männer und dass eine breitere Diversität im Personal für eine größere Ideen-Vielfalt sorgt, die am Ende zu besseren Entscheidungen führt. Halb im Spaß und halb im Ernst wird gesagt, dass die berühmte Investmentbank Lehman Brothers 2008 nicht in die Pleite gerutscht wäre, wenn es die „Lehman Sisters“ gewesen wären.

Qual der Wahl

Wenn Sie einen hohen Frauenanteil in den Führungsetagen für Erfolg versprechend halten, können Sie mit unterschiedlichen Fonds oder ETFs partizipieren. Der Schweizer Fondsverwalter UBS etwa hat im Januar einen „Global Gender Equality UCITS ETF“ aufgelegt. Dieser ETF, der unter der Wertpapierkennnummer (WKN) A2H5JL gehandelt wird, investiert in einen eigens vom Index-Anbieter Solactiv Euqilieap berechneten Global Gender Equality 100 Leaders-Index. Dieser bündelt die 100 Firmen, die sich weltweit am stärksten für Gender-Gleichstellung einsetzen. Der Index berücksichtigt 19 Gleichstellungs-Kriterien, darunter gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, eine gute Work-Life-Balance, Transparenz und verantwortliches Handeln. Darüber hinaus schließt er Unternehmen aus, die in den Bereichen Waffen, Glücksspiel oder Tabak aktiv sind.

Daneben gibt es weitere Fonds bzw. ETFs, die global auf Unternehmen mit Frauenpower setzen (siehe Tabelle). Ausschließlich in deutsche Unternehmen mit einem hohen Frauenanteil in der Führungsspitze investiert dagegen der GenderPlus Aktienfonds von Ampega. Die fünf größten Positionen im Fonds sind Deutsche Post, Allianz, Wirecard, Grenke und TAG Immobilien.

Ein Überblick:

Wertpapierkennnummer

(WKN)

Gattung Regionaler Schwerpunkt
AXA World Funds SICAV MiX in Perspectives A2DLAU Aktiv gemanagter Fonds Global
RobecoSAM Global Gender Equality Impact Equities Fund A14ZRF Aktiv gemanagter Fonds Global
Lyxor Global Gender Equality (DR) UCITS ETF LYX0XS ETF Global
UBS Global Gender Equality UCITS ETF A2H5JM ETF Global
Ampega GenderPlus Aktienfonds A12BRD Aktiv gemanagter Fonds Deutschland

Abwägen: International oder national investieren?

Wenn Sie sich für einen Genderfonds entscheiden, gibt es verschiedene Kriterien, die abzuwägen sind:

  • In welcher Region möchten Sie investieren? Wünschen Sie einen Länderfonds (z.B. Deutschland), oder einen Fonds, der weltweit investiert?
  • Möchten Sie per ETF oauf einen Index setzen? Oder präferieren Sie einen aktiv verwalteten Fonds?
  • Nach welchen Gender-Kriterien wählt der Index-Anbieter oder das Fondsmanagement die Unternehmen aus? Das erfahren Sie im jeweiligen Fondsprospekt, den Sie unter der WKN auch auf den Seiten der Broker finden!

herMoney-Tipp:

Wir drücken die Daumen, dass sich die Ergebnisse der Gender-Studien in die Zukunft fortschreiben lassen und Sie als Investorin damit eine attraktive Rendite erzielen. Vor prinzipiellen Kursrisiken bei Aktieninvestments aber schützt auch ein hoher Frauenanteil in den Führungsetagen der Unternehmen nicht. Deshalb sollten Sie vor einem Investment genau prüfen, ob entsprechende Fonds zu Ihren Anlagezielen und zu Ihrer Risikotoleranz passen!

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