SWAP-basierter oder replizierender ETF?

Ein wichtiges Kriterium ist, ob es sich um einen sogenannten „replizierenden“ oder einen SWAP-basierten ETF handelt. Bei einem replizierenden ETF kauft der Fonds tatsächlich die einzelnen Wertpapiere, die im Index enthalten sind. Das kann sehr aufwändig sein, denn einige Indizes enthalten mehrere hundert oder sogar über Tausend einzelne Wertpapiere. Die SWAP-basierten ETFs machen es sich hier leichter: Sie schließen einen SWAP-Vertrag mit einer Investmentbank ab. Dabei handelt es sich um eine Art Tausch-Vertrag, bei dem sich die Investmentbank verpflichtet, Zahlungen in der Form an den ETF zu leisten, dass es genau der jeweiligen Index-Entwicklung entspricht. Bei dieser Konstruktion hält der ETF also nicht die Wertpapiere, sondern bildet lediglich die Wertentwicklung des Index nach. Solange alles gut geht, gibt es keine großen Unterschiede zwischen beiden Varianten. Vielleicht liegt der SWAP-basierte ETF noch exakter auf der Index-Linie als der ETF, der die Wertpapiere physisch kauft.

Swap-ETF mit Emittentenrisiko

Manche Investoren sehen jedoch bei SWAP-basierten ETFs ein Haar in der Suppe: Die Gegenpartei, die mit dem ETF den SWAP-Vertrag schließt, könnte in Schwierigkeiten geraten. Dann sind Verluste jenseits der Kursverluste möglich.

Der Grund: ETFs sind – wie auch Fonds – Sondervermögen, das heißt, dass das Vermögen der Anleger auch dann geschützt ist, wenn der Anbieter (Emittent) pleite geht. Bei swap-basierten ETFs trifft das nicht für 100 Prozent des Kapitals zu. Geht ein Tauschpartner (Swap-Partner) pleite, ist dieser Anteil am Vermögen unter Umständen verloren. Deshalb darf der Swap-Anteil zehn Prozent des Fondsvermögens nicht übersteigen. Einige Fondsgesellschaften hinterlegen zudem Sicherheiten, um das Risiko weiter zu begrenzen. Wenn Sie das verbleibende Ausfallrisiko nicht tragen möchten, lassen Sie SWAP-basierte ETFs links liegen und wählen physisch replizierende ETFs.

Was ist mit den Kosten?

Das nächste Kriterium ist einfacher: Kosten. Hierzu schauen Sie einfach im Prospekt, den „Wesentlichen Anlagebedingungen“ oder in einer Datenbank nach, wie hoch die laufenden Kosten des ETF sind. Klar: Je günstiger desto besser! Achtung: In den Datenbanken finden Sie statt „Kosten“ oft auch die Abkürzung „TER“. Das bedeutet „Total Expense Ratio“ und beinhaltet sowohl die Managementgebühren eines Fonds als auch die Kosten für die Depotbank, also die “Verwahrstelle” des ETFs.

Liquidität ist wichtig

Als nächstes wollen Sie, dass Ihr ETF auch wirklich satt gehandelt wird, denn je mehr Liquidität es für ein Wertpapier an der Börse gibt, desto geringer ist der Unterschied zwischen An- und Verkaufskurs (Geld-Brief-Kurs), dem sogenannten „Spread“. Einen Hinweis gibt bereits das Fondsvolumen; normalerweise gilt: Je höher das Fondsvolumen, desto breiter der Handel. Wollen Sie es genauer wissen, können Sie entweder für jeden ETF, der für Sie in die engere Auswahl kommt, das Handelsvolumen nachsehen (z.B. bei www.comdirect.de oder www.consors.de), oder Sie nehmen eine spezialisierte Datenbank zu Hilfe.

www.eeetf.com ist eine solche spezialisierte ETF-Datenbank. Hier können Sie z.B. „DAX, replizierend“ eingeben, und das Programm listet Ihnen ETFs auf, die physisch in DAX-Titel investieren. Sie können dann sortieren nach der Auflagewährung des Fonds, den Kosten („TER“), der Fondsgröße (AUM, d.h. Assets under Management) oder der durchschnittlichen Geld-Brief-Spanne. Sie können auch „etf+nachhaltig“ eingeben, dann listet Ihnen die Website ETFs auf, die nach Nachhaltigkeits-Kriterien investieren. Oder „aktien+dividenden+physisch+usa“, dann finden Sie physisch investierende ETFs, die in dividendenstarke US-Titel investieren.

Ist der ETF Sparplan-fähig?

Vielleicht wollen Sie ja Ihre ETFs über Sparpläne besparen? In dem Fall ist wichtig, ob die Bank oder der Discount-Broker, bei dem Sie Ihr Depot führen, den jeweiligen ETF auch als sparplan-fähig im Angebot hat. Schauen Sie nach!

Wenn Sie so vorgehen, haben Sie bald Ihr eigenes Wunsch-ETF-Portfolio zusammengestellt. Das kostet zugegebenermaßen ein wenig Zeit, aber die ist sicher gut investiert.

herMoney Tipp

Es ist sinnvoll, sich einmal richtig Gedanken zu machen, um sich einen passenden ETF oder ein Portfolio an ETFs auszusuchen. Spezialisierte Datenbanken helfen Ihnen bei der Auswahl. Und dann… setzen Sie Ihre Gedanken in die Tat um und legen Sie einfach los! Nichts-Tun ist nämlich auch ein Risiko, das Risiko verpasster Chancen!

Mehr Infos zu ETFs und Fonds. Sie wünschen eine persönliche Beratung? Einfach hier schauen. 

 

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