Über ETFs berät Sie meist weder Ihre Bank noch Ihr Anlageberater. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr ETF-Portfolio zusammenstellen können.

Sie haben sich über Vor- und Nachteile von ETFs informiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass Sie in ETFs investieren wollen? Fein, ETFs stellen eine kostengünstige Investmentmöglichkeit dar!

Weil die Kosten so niedrig sind, können ETF-Anbieter im Regelfall keine Provisionen an Berater zahlen, wie es die Anbieter von aktiven Fonds tun. Und weil kein Berater so richtig damit Geld verdient, wenn Sie in ETFs investieren (außer Sie schließen eine Vermögensverwaltung mit ETF-Bausteinen ab), werden Sie Ihr Portfolio entweder über einen Robo Advisor oder aber in Eigenregie zusammenstellen müssen. Aber keine Angst, so schwierig ist es nicht, passende Produkte auszuwählen!

Welche Märkte wollen Sie abdecken?

Zunächst überlegen Sie, welche Regionen und Märkte Sie abdecken möchten. Gehen wir einmal davon aus, Sie wollen ein Aktien-ETF-Portfolio zusammenstellen. Wenn Sie es sich ganz einfach machen möchten, investieren Sie einfach in den weltweiten Aktienindex MSCI und suchen sich einen entsprechenden ETF. In dem Fall hat Ihr Portfolio genau die Gewichtung des MSCI World Index, der sich übrigens aus über 1.600 Einzelwerten aus 23 Industrieländern zusammensetzt. Allerdings hat der MSCI-World-Index ein starkes Gewicht (weit über 50%) im US-Markt, während deutsche Unternehmen gerade einmal mit gut drei Prozent vertreten sind.

 

 

Wenn Sie lieber die Gewichtung der einzelnen Märkte selbst bestimmen möchten, überlegen Sie, wie Ihre Portfolio-Struktur aussehen soll. Vielleicht ein Drittel USA, ein Drittel Europa, ein Drittel Asien bzw. Schwellenländer (Emerging Markets)? Gut!

Wählen Sie einen Index aus

Im nächsten Schritt suchen Sie für den jeweiligen Bereich einen Index aus. Es spricht nichts dagegen, einfach auf die bekannten Index-Familien von den Anbietern MSCI, STOXX oder FTSE zu setzen, aber andere Indizes kommen natürlich auch in Frage. Wenn Sie sich beispielsweise nicht sicher sind, ob Sie lieber in den Emerging Market-Index von MSCI (Morgan Stanley Capital International) oder von FTSE (Financial Times Stock Exchange) gehen sollen, schauen Sie sich im Internet die aktuelle Zusammensetzung der Indizes an und entscheiden Sie dann, was Sie bevorzugen. MSCI betrachtet beispielsweise Südkorea als Schwellenland, FTSE hingegen nicht. Entsprechend kann die Entwicklung der beiden Schwellenländer-Indizes erheblich voneinander abweichen. Aber nicht verzagen, alle Börsenentscheidungen sind letztlich Prognosen, die unter Unsicherheit getroffen werden. Kein Mensch kann Ihnen wirklich verlässlich sagen, ob sich nächstes Jahr der eine oder der andere Index besser entwickeln wird, dann müssen Sie das auch nicht können!

Wenn Sie dann in einer der kostenlosen Datenbanken nachsehen (z.B. www.justETF.com), welche ETFs Ihre Wunsch-Indizes nachbilden, werden Sie überrascht sein, wie viele es sind. Es müssen also weitere Entscheidungskriterien her, damit Sie die Auswahl weiter eindampfen können.

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