Irren ist menschlich, aber es gibt Fehler, die sollten Sie bei der Geldanlage vermeiden. Teil 2 der herMoney-Serie.

Teil 1 der Serie finden Sie hier.

Börse ist kein Hexenwerk, aber viele Frauen haben Berührungsängste und machen dann einen großen Bogen um Aktien. Sie auch? Wir halten das für einen Fehler, weil Sie damit auf attraktive Renditechancen verzichten. Unser Vorschlag: Kümmern Sie sich um Ihr Geld, damit es für Sie arbeiten kann! Gar nichts zu tun gehört jedenfalls zu den folgenreichsten Fehler, genauso wie ohne Strategie zu investieren oder alles auf eine Karte zu setzen. Über diese Fallstricke haben wir im ersten Teil unserer Serie berichtet. Im zweiten Teil nun werden die Emotionen im Mittelpunkt stehen, die oft zu ungünstigen Anlageentscheidungen verleiten.

Herdentrieb: Kaufen, wenn es teuer ist und das Risiko steigt

Sie haben Angst vor Verlusten, Sie zögern und warten mit dem Kauf, bis die Kurse hoch gestiegen sind? Dann sind Sie in guter Gesellschaft! Wir Menschen sind Herdentiere, das zeigt sich auch an der Börse. In der schlimmsten Ausprägung sprechen Börsianer  – zugegeben: etwas abwertend – von einer „Milchmädchenhausse“. Die tritt immer dann auf, wenn die Stimmung euphorisch ist – zum Beispiel, weil die Kurse von einem Hoch zum nächsten ziehen und die Medien zunehmend über die hohen Renditen am Aktienmarkt berichten. Im Sog des Kursanstiegs fassen sich dann immer mehr Sparer ein Herz und beginnen, in Aktien zu investieren. Wie sagt der Profi: Wenn der Taxifahrer Tipps für den Aktienkauf gibt, ist es höchste Zeit, auszusteigen. Warum das? Weil die Kurse ja nur dann steigen können, wenn es neue Investoren gibt. Die Profis haben frühzeitig auf steigende Kurse gesetzt und schon satte Gewinne erwirtschaftet. Laien aber neigen dazu, erst am Ende eines Trends einzusteigen. Das ist verständlich – eine lange Zeit steigender Kurse suggeriert Sicherheit. Aber es ist auch gefährlich. Denn wenn alle euphorisch und investiert sind, sind keine weiteren Kursanstiege zu erwarten. Die Profis nehmen dann in der Regel Gewinne mit und steigen aus. Die Folge: Die Kurse gehen zurück. Und die Laien, die teuer eingekauft haben, verkaufen dann oft in Panik mit hohen Verlusten – und schwören sich, nie wieder Aktien zu kaufen.

Droht auch jetzt eine Milchmädchenhausse? Schließlich klettern die Kurse an den Börsen seit geraumer Zeit von einem Hoch zum nächsten. Tatsächlich liegt bereits eine lange Aufschwungphase hinter uns, die Risiken für Rücksetzer steigen. Aber das ist nach unserer Einschätzung kein Grund, ganz auf Aktien zu verzichten. Zum einen, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen – Informationen dazu finden Sie im Ausblick 2018. Zum anderen, weil wir Aktieninvestments als Langfristperspektive begreifen. Wenn Sie Ihr Vermögen breit streuen und über lange Zeiträume planen, sind die Anlagerisiken gering. Und noch ein Tipp: Bauen Sie Ihr Vermögen per Sparplan auf! Dann wird das Timing unwichtig und Sie sind nicht Gefahr, mit der Herde zu marschieren: Steigen die Kurse, erhalten Sie weniger Wertpapiere für Ihre Sparrate. Bricht die Börse jedoch ein, gibt es automatisch mehr Wertpapiere für Ihr Geld!

Selbstüberschätzung: Schlauer als der Markt?

80 Prozent der Männer zählen sich zu den besten fünf Prozent der Autofahrer. Na und? Selbstüberschätzung mag im realen Leben gesund sein und auch folgenlos, an der Börse aber ist sie meistens teuer. Besonders anfällig sind diejenigen, die mit dem ersten Investment gleich eine üppige Rendite erzielen. Denn Gewinner neigen dazu, sich den Erfolg selbst zuzuschreiben. Informationen werden dann selektiv wahrgenommen – nur die Analysen oder Fakten bekommen Gewicht, die die eigene Position bestätigen. Mögliche Risiken dagegen werden ignoriert. Am Ende führt das selten zu langfristig guten Anlageergebnissen. Zum Beispiel werden Aktien nachgekauft, weil der Kurs auf Talfahrt ist. Das mag hinhauen, wenn eine Aktie unabhängig von ihrer Qualität mit dem Markt einbricht und Sie eine klare Vorstellung vom Wert des Unternehmens haben. Wer sich selbst überschätzt, nimmt es aber in der Regel mit der Analyse nicht so genau. Stattdessen hat er vielleicht den Höchstkurs im Kopf und bildet sich ein, ein besonderes Schnäppchen ergattern zu können. Beispiele dafür gibt es zuhauf. Die Aktien der Versorger E.ON oder RWE zum Beispiel waren einst solide Dividendenbringer. Nach dem Atomausstieg der Bundesregierung sind sie auf Talfahrt gegangen. Auch wer weit unter dem Höchstkurs zuschlug, hat den Großteil seines Kapitals verloren. Deshalb: Erst genau analysieren und dann investieren. Bei vermeintlichen Schnäppchen muss die Frage erlaubt sein: Warum erkennen nur Sie das wahre Potenzial einer Aktie – sind Sie wirklich schlauer als alle anderen?

Männer neigen in Gelddingen häufiger zu Selbstüberschätzung, so haben Depotanalysen ergeben. Aber auch Börsianerinnen sind davor nicht gefeit. Bevor Sie Ihr Geld in Aktien investieren, werfen Sie auch einen Blick auf die Risiken. Recht haben wollen jedenfalls ist kein gutes Motiv, um sich an einem Unternehmen zu beteiligen. Wenn Ihnen eine sachliche Analyse schwer fällt, setzen Sie lieber auf ETFs oder Fonds!.

Verlustaversion: Mit Verlust verkaufe ich nicht!

Verlieren tut immer weh. In Gelddingen löst es sogar regelrechte Schmerzen aus. Statt das zukünftige Potenzial einer Aktie zu analysieren, neigen Privatanleger dazu, bei Verlustbringern den Kopf in den Sand zu stecken und nach dem Prinzip Hoffnung zu agieren. Der Gedanke: Erst mit dem Verkauf wird der Verlust realisiert. Statt sich Fehlentscheidungen also einzugestehen und in Unternehmen mit guten Zukunftsaussichten zu investieren, sitzen Anleger ihre Miesen häufig aus und hoffen, dass die Aktie zumindest den Kaufkurs wieder erreicht.

Machen Sie das bitte nicht – das ist keine gute Strategie, um an der Börse Geld zu verdienen. Irren ist menschlich, eine Fehlinvestition ist kein Beinbruch. Auch Profis gelingt es nicht, ausschließlich auf Gewinner zu setzen. Aber im Unterschied zu Privatanlagern werden Verlustbringer von Profis meist emotionslos verkauft, wenn sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Damit Sie sich ohne Gram von aussichtslosen Verlustbringern verabschieden können, hilft es, sich strenge Regeln zu setzen – etwa ab einem Minus von zehn oder 20 Prozent wird automatisch verkauft. Eine andere Möglichkeit: Wechseln Sie den Blickwinkel! Überlegen Sie sich, wie viel Rendite Ihr Kapital mit anderen Investments erwirtschaften könnte. Oder anders: Würden Sie die Aktie auch heute noch kaufen? Falls nicht: Bitte schnellstens verkaufen!

herMoney-Tipp

Seien Sie ehrlich zu sich selbst! Die eigenen Antriebe zu kennen, ist schon die halbe Miete – dann können Sie Gegenstrategien entwickeln, um nicht in die typischen Fallen zu treten! Versuchen Sie jedenfalls, Ihr Herz nicht an bestimmte Wertpapiere zu hängen sondern ein Investment sachlich zu bewerten. Falls Ihnen das schwer fällt, setzen Sie vielleicht besser auf auf ETFs oder Fonds!

Teil 1 der Serie finden Sie hier.

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