Steht bald eine Anschlussfinanzierung für eine Immobilie an, sollten Sie ein Forward-Darlehen prüfen. Oft rechnet es sich!

Sie haben eine Immobilie gekauft und langfristig finanziert? Prima, denn eine langfristige Zinsbindung bringt Kalkulationssicherheit. Dennoch haben Sie nach Ablauf der bestehenden Finanzierung wahrscheinlich noch eine Restschuld auf der Uhr. Möglich, dass Sie dann deutlich schlechtere Konditionen angeboten bekommen, denn die Hypothekenzinsen ziehen tendenziell an. Sie sparen eventuell viel Geld, wenn Sie sich rechtzeitig um eine Anschlussfinanzierung kümmern. Denn mit einem sogenannten Forward-Darlehen können Sie sich jetzt schon günstige Zinskonditionen für die Zukunft sichern.

Offiziell ist die Zinswende – zumindest in Europa – noch nicht vollzogen. Während die US-Notenbank Federal Reserve (FED) die Zinsen im März bereits zum sechsten Mal in Folge angehoben hat – auf nunmehr 1,50 bis 1,75 Prozent – liegt der Leitzins in Europa weiterhin bei Null. Mario Draghi, Chef der Europäischen Notenbank (EZB), hat sogar noch einmal bekräftigt, dass sich daran auch erst einmal nichts ändern wird. Am Finanzmarkt jedoch wird ein Zinsanstieg zunehmend eingepreist. Vom absoluten Tief jedenfalls haben sich die Konditionen für die Immobilienfinanzierung bereits deutlich entfernt. Sieht der Unterschied zunächst auch noch so mickrig aus, addieren sich steigende Zinskosten bei der Immobilienfinanzierung schnell zu beachtlichen Summen, die Sie zusätzlich aufbringen müssen. Ein Beispiel: Beträgt Ihre Restschuld 200.000 Euro, schlägt ein Zinsanstieg von nur einem Prozentpunkt bei zehnjähriger Laufzeit mit 18.000 Euro zu Buche. In den USA haben die Leitzinsen seit Dezember 2016 sogar um 1,5 Prozentpunkte zugelegt.

Langfristige Planungssicherheit

Mit einem Forward-Darlehen können Sie sich ein günstiges Zinsniveau für die Anschlussfinanzierung sichern. Dabei werden die Konditionen quasi schon heute für die Periode nach dem Auslaufen Ihrer Zinsbindung festgelegt. Eine Forward-Vereinbarung ist bei vielen Banken für bis zu drei oder sogar fünf Jahre vor Ablauf des alten Vertrages möglich. Im Gegenzug sind beide Parteien festgelegt. Auch wenn die Hypothekenzinsen wieder fallen, müssen Sie dann den vereinbarten höheren Satz zahlen. Zudem gibt es die langfristige Zins- und Kalkulationssicherheit nicht kostenfrei. Für ein Forward-Darlehen werden meist Zinsaufschläge zu den aktuellen Konditionen fällig. Die Höhe der Aufschläge hängt zum einen von den Zinserwartungen ab, die sich in der Differenz zwischen kurz- und langfristigen Zinssätzen spiegeln. Und zum anderen von der Länge der Vorlaufzeit. Spätestens drei Jahre vor Auslaufen der Zinsbindung sollten Sie regelmäßig die Option Forward-Darlehen und die dafür fälligen Aufschläge prüfen.

Manche Anbieter sichern Zinsen sogar bis zu fünf Jahre im Voraus. Und auch das kann sich unter Umständen rechnen. Zwar fällt der Aufschlag auf den aktuellen Zins für diese lange Periode entsprechend höher aus – die Banken kalkulieren den Satz pro Monat. Aber wenn die Zinsen bis zum Ende Ihrer Erstfinanzierung deutlich steigen, können Sie eventuell trotz langer Vorlaufzeit Geld sparen.

herMoney-Tipp:

Informieren Sie sich rechtzeitig, wenn Sie eine Anschlussfinanzierung brauchen. Hilfestellung bieten sogenannte Forward-Rechner, zum Beispiel vom Handelsblatt. Hier können Sie mit den Parametern spielen und sich einen Überblick verschaffen, bevor Sie sich von Ihrem Kreditgeber beraten lassen!

 

 

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