Geld regiert die Welt – und Sie kümmern sich nicht darum? Wie Sie ein gute Geldanlage – oder gute Beratung – finden! 

Frau möchte ja gerne etwas für die Geldanlage machen – aber wo fängt sie bloß an? Keine Sorge. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, Finanzprodukte wie Versicherungen, Aktien oder Fonds zu erwerben. Prüfen Sie, welcher Einstieg für Sie der richtige ist. Das hängt nicht zuletzt auch davon ab, wie sehr Sie sich auskennen oder in die Materie einsteigen möchten.

Digitale Angebote
Selbst ist die Frau ? Dann könnten Direktbanken, Apps und digitale Plattformen sog. „FinTechs“ die Auswahl und den Kauf von Finanzprodukten erleichtern. Auch diverse Dienstleister wie reine Vergleichsportale für Kredite oder Geldanlagen, Zahlservices bis hin zu digitalen Vermögensverwaltern helfen bei der Orientierung. Doch Achtung: Diese Anbieter suggerieren, dass Finanzentscheidungen leicht zu treffen sind. Die Realität ist oft eine andere.

Schauen wir zunächst auf die Kosten. Glauben wir zum Beispiel Verbraucherschützern, so stellen die Kosten der Finanzprodukte die zentrale Frage dar. Sicherlich sind die Angebote der Direktbanken, die Online-Tools der klassischen Bankinstitute oder Versicherungsportale oft knapp kalkuliert. Wenn die Kostenreduzierung weitergegeben wird, dann profitieren die Verbraucher. Somit reduzieren sich zum Beispiel für Investmentfonds die Ausgabeaufschläge, die beim Kauf oft fällig werden, oder der Kreditzins wird günstiger. Ein kostengünstiges Online-Medium zu nutzen, kann für die versierte Anlegerin eine gute Option sein. Beratung und eine umfassende Dokumentation bekommen Sie als Kunde aber nicht.

Alles im Blick?
Die Praxis zeigt, dass die Fülle des Angebots viele Frauen überfordert. Sie orientieren sich häufig bei der Auswahl des “richtigen” Finanzproduktes an “Hitlisten” oder Testergebnissen. Das Produkt mag gut sein, aber passt es zu Ihnen, Ihrer persönlichen Situation und Risikobereitschaft?

Bei Versicherungen fragt sich, welche Leistung steht dem Preis gegenüber? Was ist, wenn im Schadenfall ausgerechnet die Leistung nicht mit versichert war? Bei der Immobilienfinanzierung wäre vielleicht ein etwas höherer Bauzins in Ordnung gewesen für eine längere Zinsbindung und damit Planungssicherheit?

Gut beraten?
Um das passende Produkt zu finden, kann eine gute Beratung ihr Geld wert sein. Aber wie finde ich einen guten Berater und was zeichnet ihn oder sie aus?

Prinzipiell unterscheidet man zwischen Beratern in Festanstellung und freien Finanzberatern. Berater in der klassischen Bankfiliale oder einer Versicherung, setzen weitgehend auf eigene Produkte. Das Prinzip ähnelt der angestellten Verkäuferin eines Modelabels, das nur seine eigene Kollektion anbietet.

Freie, spezialisierte Finanzberaterinnen und –berater, zum Beispiel für Investmentfonds, Finanzierungen oder Versicherungen, ermöglichen eine breitere Beratung vor Ort. Sie arbeiten für größere Vertriebsgesellschaften oder auch als eigenverantwortliche Unternehmen im Maklerstatus. Das Prinzip kann mit der Besitzerin einer Modeboutique verglichen werden, die sich die besten Stücke verschiedener Kollektionen ins Haus holt.

Beratung aber kostet Geld. Früher wurden die Kosten in den Produkten versteckt. Das geht heute nicht mehr – Kosten, zum Beispiel durch die gesetzlichen Auflagen der Dokumentation des Beratungsgesprächs, müssen heute offen gelegt werden. Die entscheidende Frage heißt, welche Dienstleistung steht den Kosten gegenüber? Was Sie als Anleger akzeptieren, hängt von den Ergebnissen, dem Service und der Beratungsqualität insgesamt ab. Lösungen über Provisionen, Servicegebühren oder reine Honorare stehen noch nebeneinander – dabei kann billig auch teuer werden, wenn die Anlagelösung nicht zu den eigenen Zielen passt. Auch 1,5% Kosten im Jahr können günstig sein, wenn die Geldanlage angemessen rentiert und den individuellen Vorgaben entspricht. Wichtig ist Transparenz: Was kostet das Produkt, was die Beratung und was bekomme ich dafür.

Übrigens: Anlegerinnen finden bundesweit seit langem einige Finanzberaterinnen, deren Arbeitsweise speziell auf die Bedürfnisse, Erwartungen und Lebenswege von Frauen eingeht. Da sind Familienphase, schlechtere Einkommen, niedrige Rente oder detaillierte Fragen keine Tabus. Finanzfragen sind sehr persönlich, Kompetenz sowie professionelle Beratung sollten selbstverständlich sein – und ansonsten: Hören Sie neben den hard-facts auch auf Ihren Bauch!

Die Autorin:
Renate Kewenig initiierte vor 20 Jahren auf der Basis ihrer juristischen und volkswirtschaftlichen Ausbildung das unabhängige Beratungsunternehmen frauINVEST. Als Fondsspezialistin entwickelte sie einen zukunftsfähigen Beratungsprozess und führte unzählige Beratungsgespräche mit Frauen und Männern.
Seit 2016 bietet sie mit ihrem neuen Unternehmen “Finanzverstand” maßgeschneiderte Seminare rund ums Geld an. www.finanz-verstand.de

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