herMoney: Den Erfolg haben sie sich schwer erarbeitet. Das wird oft vergessen, wenn man wohlhabende Unternehmer trifft. Es wird nur das Geld gesehen.

Johnson: Ja und es wird vergessen, dass nur wenige Gründer erfolgreich sind. Für die, die es schaffen gibt es eine große Belohnung. Dieser wirtschaftliche Erfolg ist das Ergebnis harter Arbeit, gutem Timing, Glück und die Zusammenarbeit mit tollen Leuten, die unterschiedliche Talente haben.

herMoney: Viele Frauen arbeiten in Teilzeit, wenn die Kinder kommen. Sie haben 5 Kinder und arbeiten Vollzeit. Was motiviert Sie zu Ihrer Karriere?

Johnson: Nun, ich bin die 2. Generation „Schuldige Mutter“ (lacht). Meine Mutter hatte 7 Kinder, studierte parallel und macht ihren Medizinabschluss in Stanford. Sie wurde von meinem Vater dabei immer unterstützt. Ich hatte also ein gutes Vorbild, wie sich Kinder und Karriere gut verbinden lassen. Klar, es gibt keine gute Work-Life-Balance und ich habe leider einige wichtige Events meiner Kinder verpasst. Ich versuche einfach mein Bestes zu geben.

herMoney: Zuhause zu bleiben bedeutet auch viel Arbeit. Der Druck für Mütter ist hoch, sich in der Rolle der Hauptbetreuerin zu gefallen.

Johnson: Ich finde, es wird zu wenig über den Druck auf Väter, die zuhause bleiben wollen, gesprochen. Darüber sollten wir reden und nicht nur über die Frauen.

herMoney: Stimmt! Da sie eine der wenigen Top-Frauen in Ihrer Branche sind, fühlen Sie sich Gender Diversity besonders verpflichtet?

Johnson: Nun, bei uns sind 27% der Fondsmanager Frauen. Das hat sich über die Jahre so ergeben, weil wir einfach die besten Talente gefördert haben und flexible Arbeitszeiten haben. Heute achten wir gezielter darauf, Diversity zu fördern.

herMoney: Was genau tun Sie dafür?

Johnson: Wir finden, dass verschiedene Meinungen und Sichtweisen in unserem globalen Umfeld wichtig sind, um als Unternehmen erfolgreich zu sein. Wir legen Wert darauf, dass Du Dein wahres Ich zur Arbeit mitbringen kannst. Nur so kommt das volle Potenzial eines Mitarbeiters zum Tragen in einem Team. Wir bemühen uns auch Personal auf unkonventionelle Art zu rekrutieren, z.B. in Universitäten die z.B. vermehrt von Minderheiten besucht werden.

herMoney: Viele Frauen interessieren sich nicht für das Geldanlegen. Berücksichtigen Sie die besonderen Ansprüche von Frauen in Ihrem Marketing?

Johnson: Studien zeigen, dass Frauen 70—80% der Vermögen erben und sie sind eine wichtige Zielgruppe, ohne Frage. Sie haben trotz allem dieselben finanziellen Ziele wie Männer. Hier finde ich, ist wieder gute Beratung gefragt, genau die Ziele der Frauen zu hinterfragen, sich Zeit zu nehmen und ihre Situation zu verstehen. Wir haben erfolgreiche Frauenveranstaltungen in den USA durchgeführt und sehen dies als gute Vermarktungsmöglichkeit.

herMoney: Was empfehlen Sie anderen Frauen?

Johnson: Meinen Töchtern empfehle ich sich zu informieren und immer an dem Thema dran zu bleiben. Sie sollen ihre Träume leben aber sie müssen sie auch finanzieren.

 

Jenny JohnsonJenny Johnson ist President und Chief Operating Officer von Franklin Resources, Inc. In 2014 wurde sie vom Branchenmagazin Ignites.com’s zur „Most Influential Women in Fund Management“ gewählt. Sie ist Mutter von 5 Kindern und lebt in Kalifornien.

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