Wie ist Ihr Verhältnis zu Geld?

Ich wollte nie Millionärin werden, das ist mir wurscht. Es ist schön, auf einer Yacht mitzufahren oder in einem Privatflugzeug mitzufliegen. Aber ich möchte das nicht besitzen.

Dann gibt es nur wieder mehr zu verwalten.

Genau (lacht). Wichtiger und interessanter ist mir, etwas zu erschaffen.

Sie ziehen gerne mal ein hübsches rotes Kleid an, aber das ist nicht ihr Alltag. Viele Mädels träumen nur von diesen schönen Dingen.

Das finde ich bedauerlich und das ist ein großer Rückschritt. Der Fokus auf das Aussehen ist zu kurz gegriffen, da dann immer wieder ein neues Gesicht nachrückt. Und was machen sie dann?

Am besten einen Versorger suchen, der ihnen eine Handtasche kauft?

Das wäre doch sehr komisch und könnte ich mir für mich überhaupt nicht vorstellen.

Sehe ich genauso. Was lassen Sie sich gerne von einem Mann schenken?

(Überlegt länger). Ich brauche eigentlich keine Geschenke. Lieber Zeit und kleine Sachen wie ein schöner Blumenstrauß mit einer handgeschriebenen Karte. Früher bin ich gerne Shoppen gegangen. Wenn ich heute mal ein Kleid im Schaufenster sehe, probiere ich es an und kaufe es, wenn es mir gefällt.

Sie entscheiden halt auch da schnell.

Genau (lacht). Aber ich würde nie € 2.000 für ein Kleid ausgeben. Lieber weniger, aber dafür selber bezahlen.

Sie besitzen viele immobile Werte wie Forstwirtschaft und Land. Wie legen Sie Ihr liquides Vermögen an?

Ich habe einen Berater, der für mich primär in Aktien anlegt. Fonds besitze ich nicht. Wir legen eine Strategie fest, monatlich bekomme ich eine Auswertung und kümmere mich ansonsten wenig darum.

Wie gehen Sie mit Verlusten um?

Tja, Augen zu und durch.

Neben Ihren vielfältigen Aufgaben sind Sie auch Standesbeamtin. Sie selbst waren drei Mal verheiratet. Die Frage muss sein: gibt es den Prinzen auf dem weißen Pferd noch irgendwo oder doch nur Lebensabschnittsprinzen?

Die Tendenz geht eher zum Lebensabschnittsprinzen. Wir sind Gott sei Dank nicht im Krieg, es gibt heute vielfältige Möglichkeiten und wir entwickeln uns stets weiter. Leider nicht immer in die gleiche Richtung. Man sollte wissen, was und wen man heiratet. Wenn man älter ist, dann fällt es leichter sich selbst und den anderen einzuschätzen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit einen Lebensabschnittsprinzen zu heiraten, viel geringer.

 

Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel ist Hausherrin auf Schloss Tüssling und mindestens genau so vielseitig wie das Schloss, in dessen Areal sie in der dritten Generation der Freiherrn Michel aufwuchs und in dem sie heute mit ihren jüngsten Kindern wohnt.

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