Schritt 1:
Existenzrisiken
absichern
Schritt 2:
Altersversorgung
optimieren
Schritt 3:
Vermögen
aufbauen

Vermögen aufbauen in den Sechzigern

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Der Renteneintritt naht und Sie haben sicherlich schon ein paar Rücklagen gebildet. Vielleicht haben Sie auch ein kleines Vermögen geerbt. Aber lassen Sie Ihr Geld auch für sich arbeiten? Oder haben Sie es auf einem Spar- oder Tagesgeldkonto geparkt?

Vielleicht haben Sie bei dieser Geldanlage ein Gefühl von Sicherheit. Doch Ihr Eindruck trügt. Denn da Sie auf Spar- oder Tagesgeldkonten kaum Zinsen bekommen, ist nur eines sicher: Ihr hart erarbeitetes Vermögen – oder besser: der Wert Ihres Vermögens – schmilzt dahin!

Das klingt verrückt und ist kaum vorstellbar. Aber machen Sie sich bewusst: Ein Guthaben von 100.000 Euro ist unverzinst nach 15 Jahren nur noch knapp 75.000 Euro wert – bei einer moderaten Inflation von gerade einmal zwei Prozent. Je höher die Inflationsrate, desto weniger werden Sie in 15 Jahren mit Ihrem Geld kaufen können.

herMoney Tipp:

Sorgen Sie mit einer vernünftigen Geldanlage dafür, dass Ihr Vermögen nicht weniger wird, sondern an Wert gewinnt. Lassen Sie sich über Ihre Möglichkeiten ausführlich beraten!

Bestandsaufnahme

Sie sollten kurz vor Renteneintritt mindestens ein bis zwei Brutto-Jahresgehälter auf der hohen Kante haben – alles was mehr ist, ist erfreulich! Wenn es weniger sein sollte, haben Sie einen Grund mehr, sich schnellstens um Ihre Finanzen zu kümmern!

Soll-Ist-Vergleich

Im Kapitel Altersversorgung haben wir Sie bereits ermutigt, sich einen Überblick über die zu erwartenden Renteneinnahmen zu verschaffen. Der erste Schritt ist also getan. Nun können Sie überlegen, wie viel Geld Sie brauchen werden und wie lange Ihr aktuelles Finanzpolster reicht, wenn Sie monatlich einen Betrag entnehmen, um die Lücke zu schließen. Und dann machen Sie den Plausibilitäts-Check: Reicht Ihr Finanzpolster für Ihre Wunsch-Entnahme aus?

Eine exakte Planung gibt es nicht, schließlich wissen Sie nicht, wie lange Sie leben. Die statistische Lebenserwartung für Frauen, die in den 1960er Jahren geboren sind, beträgt etwa 84 Jahre. Natürlich können Sie auch früher sterben oder viel älter werden. Um die Rechnung einfach zu halten, gehen wir hier von 20 bzw. 30 Rentenjahren aus.

Die Lebenserwartung spielt für die gesetzliche Rente, die Betriebsrente und die private Rente keine Rolle – diese Renten werden bis zu Ihrem Lebensende gezahlt. Anders sieht es mit Ihrem privaten Polster aus. Wenn Sie Monat für Monat Geld zum Leben entnehmen, ist es irgendwann aufgebraucht!

Eine Beispielrechnung:

Angenommen, Sie beziehen bei Renteneintritt 1.300 Euro Rente und bräuchten nach heutigem Stand aber 1.800 Euro, um ohne Einschränkungen über die Runde zu kommen, dann müssten Sie 500 Euro im Monat aus Ihrem Vermögen „verbrauchen“. Zinsen und Inflation nicht berücksichtigt – beides könnte sich gegenseitig annähernd aufheben –  benötigten Sie in 25 bzw. 30 Rentenjahren also 150.000 bzw. 180.000 Euro – damit Sie eine Vorstellung von der Größenordnung haben.

Ihr Finanzbedarf kann natürlich viel höher oder geringer ausfallen – was Sie im Rentenalter benötigen, hängt von vielen Faktoren ab. Sind Sie aktiv und haben teure Hobbys? Zahlen Sie hohe Beiträge für eine leistungsstarke private Krankenversicherung? Leben Sie in der Stadt oder auf dem Land, wo die Mieten erschwinglich sind? Leben Sie in den eigenen vier Wänden, so dass Sie gar keine Miete zahlen?

herMoney Tipp:

Überschlagen Sie, was Sie zu erwarten haben und was Sie brauchen. Das gibt Ihnen ein grobes Gefühl für die Größenordnung. Für konkrete Planungen ist es ratsam, sich Unterstützung von einem Profi zu holen!

Was tun, wenn es nicht reicht?

Wenn Sie bei Ihrer Berechnung zu dem  Ergebnis kommen, dass Sie später aus dem Vollen schöpfen können und es locker reichen wird: Prima! Machen Sie weiter so!

Wenn Sie zu dem Ergebnis kommen, dass es nicht reicht, verzweifeln Sie nicht! Sie haben ja noch ein paar Jahre Zeit und können etwas tun! Lassen Sie sich von einer kompetenten Beraterin oder einem kompetenten Berater unterstützen bei der Überlegung, wie Sie Ihr Finanzziel am besten erreichen. Ein Profi kann Ihnen auch bei der Berechnung helfen. Wichtig ist, dass Sie agieren, denn die Wahrscheinlichkeit, dass eine gute Fee es bis zu Ihrem Renteneintritt schon richten wird, ist leider äußerst gering!

Welche Möglichkeiten habe ich“?

Per Sparbuch ein Vermögen aufbauen? Vergessen Sie´s – das hat die Beispielrechnung gezeigt.

Um den Wert Ihres Vermögens zu steigern, müssen Sie Ihr Geld investieren. Gute Unternehmen bieten gute Renditechancen. Sie können sich an Unternehmen beteiligen (per Aktie), oder aber Sie gewähren ihnen einen Kredit (per Anleihe). Bei Aktien profitieren Sie von möglichen Kurssteigerungen an der Börse sowie von der Ausschüttung des Gewinns, der so genannten Dividende. Bei Anleihen erhalten Sie regelmäßig Zinsen, den so genannten Kupon.

Anfängerinnen empfiehlt es sich, nicht gleich auf Einzelwerte zu setzen. Besser geeignet sind Fonds, die von Profis gemanagt werden. Der Vorteil: Ihr Geld wird in vielen Aktien oder Anleihen investiert, so dass die Risiken sinken. Fonds gibt es nicht nur für Aktien. Auch können Sie in Anleihefonds (Rentenfonds) oder Mischfonds investieren, je nachdem, wie viel Risiko Sie eingehen möchten.

Eine kostengünstige Alternative bilden ETFs. Das sind Fonds, die die Wertentwicklung einer Region, eines  Marktes oder einer Branche abbilden – sie kommen also ohne einen Manager aus, der eine Auswahl trifft.

Passgenaue Strategie

Wenn Ihr Ziel der (weitere) Aufbau Ihrer Alterstvorsorge ist, haben Sie ja vermutlich noch ein paar Jahre Zeit. Legen Sie, wenn möglich, einen Teil Ihres Gehaltes an – zum Beispiel per Sparplan. Den bieten Banken für die meisten Fonds und ETFs an. Mit einem Sparplan investieren Sie monatlich, vierteljährlich oder jährlich einen von Ihnen festgesetzten Betrag. Durch die regelmäßige Anlage senken Sie die Kursrisiken. Denn steigen die Kurse, gibt es weniger Anteile; bei Korrekturen dagegen bekommen Sie mehr Anteile für Ihr Geld, die in der darauf folgenden Erholung gute Renditeaussichten versprechen.

Wollen Sie dagegen Ihr komplettes Vermögen vom Sparkonto in eine besser verzinste Anlageform umschichten, wird es kniffliger. Mit 60 aufwärts sollten Sie nicht so hohe Risiken eingehen, wie eine 20jährige, die auch längere Korrekturphasen an den Börsen aussitzen kann. Mit zunehmendem Alter macht es deshalb Sinn, die Anlagerisiken zu reduzieren. Es gibt sogar Berater, die Rentnerinnen grundsätzlich von Aktien oder Aktienfonds abraten. Der Grund: Aktien weisen stärkere Schwankungen auf als festverzinsliche Anlagen, aber sie bringen auch deutlich mehr – zumindest langfristig.

Weil Aktien und Aktienfonds stärker schwanken als konservative Anlagen, sollten Sie sie auch als langfristige Anlage betrachten. Denn es kann jederzeit und ohne Vorankündigung zu einem heftigen Börsenrückgang kommen, und dann rauscht auch Ihre Aktienanlage in den Keller. Ein solcher Börsenrückgang kann mehrere Jahre – mitunter sogar 10 Jahre oder mehr – andauern. Das ist die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite ist, dass Sie einen Teil Ihres Vermögens durchaus langfristig anlegen können. Bei Finanzanlagen spricht man ab einer Haltedauer von zehn Jahren von einem „langfristigen Anlagehorizont“. Wenn Sie heute 60 Jahre alt sind, haben Sie gute Chancen, dass Sie weitere 30 Jahre leben. Na, wenn das nicht langfristig ist! Sie sollten also überlegen, mit welchem Anteil Ihres Vermögens Sie als Rentnerin in Aktien oder Aktienfonds bleiben wollen. Das hängt von Ihrer finanziellen Situation ab und davon, wie Sie persönlich das Risiko der Aktienanlage empfinden. Besprechen Sie dies mit einer Beraterin oder einem Berater, der auf Ihre Person und Ihre individuelle Situation eingeht!

herMoney Tipp:

Bevor Sie Ihr Geld einem Profi anvertrauen, durchleuchten Sie ihn gründlich (Checkliste), denn er hat Ihr finanzielles Schicksal ein Stück weit in seiner Hand. Recherchieren Sie im Internet, fragen Sie Freunde und Bekannte nach Empfehlungen!

Das sollten Sie beachten

Sie bekommen nichts geschenkt!

Viele Frauen interessieren sich nur wenig für den Kapitalmarkt und Finanzanlagen – und sind der Meinung, dass hier völlig andere Mechanismen wirken als im sonstigen Leben oder gar geheime Bünde im Verborgenen arbeiten.

Glauben Sie in Finanzdingen nicht an Geheimwissenschaften oder Hokuspokus, sondern wenden Sie Ihren gesunden Menschverstand an. Wenn Ihnen jemand eine Anlagemöglichkeit anbietet, die angeblich eine sehr hohe Rendite und kein Risiko bergen soll, seien Sie skeptisch! Warum sollte ein Unternehmen, das problemlos einen Bankkredit zu 3 oder 4 Prozent bekäme, Ihnen 8 Prozent Zinsen für Ihr Geld anbieten? Hat da jemand Geld zu verschenken und wählt dafür ausgerechnet Sie aus? Wohl kaum! Wo eine hohe Rendite winkt, gibt es auch Risiken – das sagt der gesunde Menschenverstand, und so ist es auch im richtigen Finanz-Leben.

herMoney Tipp:

Lassen Sie sich keinen Bären aufbinden und sich keine „besonders attraktive“ Anlage aufschwatzen, die hohe Kosten verursacht und Ihr Kapital über viele Jahre bindet!

Ihre Anlage muss zum Anlageziel passen!

Wollen Sie für das Alter vorsorgen und langfristig investieren? Dann können Sie höhere Risiken eingehen, als wenn Sie kurzfristige Ziele verfolgen. Vielleicht möchten Sie sich in den kommenden Jahren mit einer Weltreise einen teuren Herzenswunsch erfüllen? Vielleicht steht auch eine teure Zahnsanierung an, die Sie nicht aus dem laufenden Einkommen bezahlen können?

herMoney Tipp:

Unterscheiden Sie zwischen kurzfristigen und langfristigen Sparzielen – und teilen Sie Ihr Kapital bzw. Ihren Sparbetrag entsprechend auf! Es ist empfehlenswert, die Strategie in regelmäßigen Abständen zu prüfen und anzupassen.

Ihre Anlage muss zu Ihnen passen!

Die beste Geldanlage macht wenig Sinn, wenn Sie deswegen schlaflose Nächte verbringen. Können Sie sich Wertschwankungen Ihres Vermögens leisten? Und können Sie zwischenzeitliche Verluste auch aushalten?

herMoney Tipp:

Anlagestrategien gibt es für jede Risikoneigung – Ihre Anlagestrategie sollte aber auf jeden Fall zu Ihrer Risikoneigung passen. Überschätzen Sie sich nicht. Es macht wenig Sinn, zu hohe Risiken einzugehen und bei Kurskorrekturen in Panik mit Verlust zu verkaufen!

Reduzieren Sie die Risiken!

Sie wissen nicht, welches Anlage-Produkt, welcher Fonds, welche Aktie sich künftig als besonders gut erweisen wird, und welche sich nur mittelprächtig oder gar schlecht entwickeln werden? Willkommen im Club! Mit Gewissheit weiß das leider niemand im Vorhinein! Aus diesem Grund ist es schlau, bei Finanzanlagen immer „auf mehreren Beinen zu stehen“, also breit zu streuen. Dadurch reduzieren Sie die Risiken.

herMoney Tipp:

Mit Fonds und ETFs sind Sie automatisch breit aufgestellt, mit mehreren Fonds oder ETFs noch viel breiter. Berücksichtigen Sie nicht nur unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien und Anleihen, sondern streuen Sie auch über unterschiedliche Länder und Branchen.

Flexibel bleiben – auch beim Ausstieg

Mit Investmentfonds oder ETFs können Sie auch jederzeit und ohne Einhaltung von Fristen über Ihr angespartes Vermögen verfügen. Eins sollten Sie dabei im Hinterkopf behalten: Wenn Sie in Fonds investieren, die mitunter stark schwanken können (z.B. Aktienfonds), dann ist auch nicht jeder Zeitpunkt ein guter Zeitpunkt für den Verkauf der Anteile. Wenn die Kurse an den Börsen fallen, werden Aktienfonds davon zwangsweise in Mitleidenschaft gezogen. Es ist unvorteilhaft und könnte Ihnen Verluste bescheren, wenn Sie gerade dann verkaufen müssen.

herMoney Tipp:

Behalten Sie Ihre Investments im Blick und prüfen Sie, ob Ihre Anlage noch zu Ihren Zielen passt. Je näher der Zeitpunkt, an dem Sie Ihr Geld benötigen, desto weniger Risiken sollten Sie nehmen. Reduzieren Sie Ihre Anlagerisiken entsprechend und schichten von Aktien- in Misch- oder Rentenfonds um.

Bleiben Sie am Ball!

Geldanlage ist kein Hexenwerk, aber ganz ohne Engagement kommen Sie nicht aus. Informieren Sie sich über Ihre Möglichkeiten und nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Investments in regelmäßigen Abständen zu adjustieren!

herMoney Tipp:

Sie haben weder Zeit noch Lust, sich mit der Geldanlage zu beschäftigen? Deswegen gar nicht zu handeln, wäre die schlechteste Lösung. Besser: Sie suchen sich eine Beraterin oder einen  Berater, die bzw. der sich um Ihr Geld kümmert. Oder aber Sie nutzen das digitale Angebot einiger Banken, die Ihnen online je nach Anlagedauer und Risikoneigung konkrete Vorschläge machen.

Drum prüfe, wer sich bindet!

Auch wenn die meisten Menschen älteren Mitbürgern mit Respekt begegnen, gibt es einige, die dies nicht tun – zumindest nicht wirklich. Das kann auch im Rahmen der Finanzberatung so sein. Es gibt Berichte über Banken, in denen ältere Kunden als „AD“ bezeichnet werden („alt und doof“) oder weibliche Kunden als „DO“ – doofe Oma. Dagegen können Sie etwas tun: Bereiten Sie sich gut auf Ihr Beratungsgespräch vor, stellen Sie Fragen, wenn Sie etwas nicht verstehen und prüfen Sie das Angebot mehrerer Berater. Falls Sie sich für leichtgläubig halten oder schnell zu verunsichern sind: Scheuen Sie sich nicht, eine zweite Person mit zu dem Gespräch zu nehmen. Das ist generell keine schlechte Idee, denn zwei Menschen hören und verstehen mehr als ein einzelner und stellen unterschiedliche Fragen. Die Vertrauensperson, die Sie mitnehmen, sollte sich mit Finanzdingen auskennen und über gesunden Menschenverstand verfügen.

herMoney Tipp:

Lassen Sie sich auf keinen Fall zu einer schnellen Unterschrift verleiten, sondern bitten sich Bedenkzeit aus. Zuhause können Sie die Unterlagen noch einmal ganz in Ruhe prüfen und Dritte nach Ihrer Einschätzung befragen, falls Sie sich unsicher sind.

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