Schritt 1:
Existenzrisiken
absichern
Schritt 2:
Altersversorgung
optimieren
Schritt 3:
Vermögen
aufbauen

Existenzrisiken absichern in den Vierzigern

Mit Vierzig sind die jungen, sorgenfreien Jahre, in denen nur der Moment zählt, langsam aber sicher endgültig vorbei. Sie haben nun Familie, Verantwortung im Beruf und vielleicht die ein oder andere Verbindlichkeit, die Sie wahrnehmen müssen. Natürlich haben Sie die wesentlichen Risiken längst im Blick und sind (hoffentlich!) bereits gut abgesichert. Aber vielleicht ist Ihr Leben in anderen Bahnen verlaufen als zunächst geplant. Dann macht es Sinn, das Gesamtkonzept zu überdenken und noch einmal einen Blick auf laufende Verträge und Versicherungen zu werden.

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Krankenversicherung - ein Leistungsvergleich lohnt!

Ob privat oder gesetzlich: Sie sind krankenversichert. Wenn Sie Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind, brauchen Sie sich jetzt kaum mehr Gedanken über eine private Alternative zu machen – selbst wenn Sie inzwischen mehr als 4.950 Euro verdienen, so dass ein Wechsel formal möglich wäre. Der Grund ist simpel: Es rechnet sich nicht. Denn je später Sie umsteigen, desto höher die Kosten, weil die Versicherer in kürzerer Zeit Rücklagen für das Alter ansparen müssen. Wer spät in die private Krankenversicherung (PKV) wechselt, wird sich auf einen starken Beitragsanstieg im Alter einstellen müssen.

Ein Wechsel innerhalb der GKV könnte sich dagegen für Sie lohnen. Mehr als 100 gesetzliche Krankenkassen konkurrieren um Mitglieder. Zwar ist der „allgemeine Beitragssatz“ bei allen Kassen mit 14,6 Prozent Ihres Bruttolohnes gleich hoch. Aber die Kassen erheben sogenannte Zusatzbeiträge, die in der Höhe variieren. Mit einem Wechsel könnten Sie eventuell viel Geld sparen.

Zudem unterscheiden sich die gesetzlichen Krankenkassen im Leistungsangebot. Überprüfen Sie, ob die von Ihnen gewählte Kasse noch zu Ihren Bedürfnissen passt. Vielleicht haben Sie alternative Heilmethoden für sich entdeckt und wünschen sich die Übernahme der Kosten für Akupunktur, Homöopathie oder Osteopathie? Auch haben die Kassen unterschiedliche Präventionsleistungen wie Rückenkurse oder Raucherentwöhnung im Leistungskatalog.

Ende der Familienversicherung?

In der gesetzlichen Krankenkasse profitieren Familien von der Familienversicherung. Wenn nur ein Ehepartner arbeitet, ist der andere Ehepartner ebenso wie die Kinder beitragsfrei mitversichert. Vielleicht haben Sie bisher von den Vorteilen profitiert. Durch den Wiedereinstieg in den Beruf, aber auch durch eine Scheidung vom Ehepartner können sich Änderungen ergeben. Wenn Sie eine Familienpause eingelegt haben und wieder beruflich durchstarten möchten, müssen Sie sich ab einem Einkommen von monatlich 435 Euro (Minijob 450 Euro) selbst versichern. Die Sätze gelten auch für Ihre Kinder, wenn Sie noch zur Schule gehen oder studieren bzw. in Ausbildung sind. Kinder können maximal bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres über die Eltern beitragsfrei mitversichert sein.

Die beitragsfreie Familienversicherung endet für Sie automatisch auch, wenn Sie und Ihr Ehepartner sich trennen. Zwar bleiben Sie als freiwilliges Mitglied weiterhin versichert, doch mit dem Tag der Scheidung fallen dann eigene Beiträge an.

Zahnzusatzversicherungen – genau rechnen!

Das Gesetz schreibt vor, dass die Kassen nur Behandlungen bezahlen dürfen, die ausreichend, notwendig und wirtschaftlich sind und „das Maß des medizinisch Notwendigen nicht überschreiten.“ Übermäßigen Luxus sollten Sie also nicht erwarten – und schon gar nicht, wenn es um Ihre Zähne geht! Hier zahlen die Kassen nur das Minimum. Wer auf Keramikfüllungen oder –kronen oder gar Implantate setzt, muss sich auf hohe bis sehr hohe Zuzahlungen einstellen. Damit Sie nicht aus allen Wolken fallen, wenn Ihr Zahnarzt Ihnen eine Rechnung in Höhe eines Kleinwagens präsentiert, sollten Sie sich vorbereiten. Ob sich einen private Zahnzusatzversicherung für Sie rechnet, können Sie selbst am besten beurteilen – Sie kennen den Zustand Ihres Gebisses. Stehen in den kommenden Jahren umfangreiche Sanierungen an – etwa, weil einige alte Kronen ersetzt werden müssen? Dann könnte sich eine private Zahnzusatzversicherung für Sie lohnen.

herMoney Tipp:

Überschlagen Sie, wie viele Zähne eventuell in ein paar Jahren behandelt oder ersetzt werden müssen – und rechnen Sie die Kosten einer Zusatzversicherung dagegen. Falls Sie sich gegen eine Versicherung entscheiden: Legen Sie auf jeden Fall Geld für künftige Zahnbehandlungen zurück! Eine Checkliste, die wir gemeinsam mit Verbraucherschützern erstellt haben, finden Sie hier!

Auslandsreisekrankenversicherung

Vielleicht haben Sie etwas mehr finanziellen Spielraum und Lust, die Welt zu entdecken? Dann sollten Sie gut versichert sein. Denn wer im Ausland auf ärztliche Hilfe angewiesen ist, darf nicht ohne weiteres auf die Unterstützung seiner Krankenversicherung hoffen.

Besonders hart trifft es gesetzlich Versicherte: Müssen Sie im europäischen Ausland zum Arzt, werden Sie dort meist nur gegen Vorkasse behandelt. Wieder daheim, erstattet die Kasse dann nur jenen Teil der Rechnung, der den deutschen Sätzen entspricht – eventuell sogar abzüglich entstandener  Verwaltungskosten. Auf dem (oft stattlichen Rest) bleiben Sie dann sitzen.

Gar nichts beteiligen sich die Kassen an Behandlungskosten, die außerhalb Europas beziehungsweise in Ländern entstanden sind, mit denen Deutschland kein sogenanntes Sozialversicherungsabkommen hat – dazu gehören auch beliebte Reiseziele wie die USA oder Thailand. Hier zahlen sie alle Rechnungen für Arzt, Klinik und Medikamente aus eigener Tasche.

Teuer wird es auch, wenn Sie per Sondertransport zurück nach Deutschland gebracht werden müssen. Da kommen schnell fünfstellige Summen zusammen – von denen die gesetzlichen Krankenkassen keinen Cent übernehmen.

Selbst als Privatpatient sollten Sie nicht blind darauf vertrauen, dass Ihr Versicherer die Behandlungskosten im Ausland sowie den Heimtransport übernimmt. Prüfen Sie deshalb genau, ob Ihr gewählter Tarif Leistungen im Ausland beinhaltet.

Mit dem Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung sind Sie auf der sicheren Seite. Die Police gibt es bereits für wenige Euro im Jahr, eine Familienpolice ist für weniger als 20 Euro im Jahr zu haben. Die Stiftung Warentest hat 80 Produkte getestet: Die besten finden Sie hier.

herMoney Tipp:

Für alle, die das Fernweh packt, ist der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung Pflicht. Achten Sie beim Abschluss darauf, dass die gewählte Police auch für Ihr Reiseland gilt und das die Kosten für einen möglichen Rücktransport bereits übernommen werden, wenn es „sinnvoll und vertretbar“ ist – und nicht erst dann, wenn „medizinische Notwendigkeit“ besteht. Falls Sie sich von Ihrem Ehepartner getrennt haben, müssen Sie daran denken, eine eigene Police abzuschließen – die Familienpolice greift dann nicht mehr!

Berufsunfähigkeitsversicherung: Ab 40 wird es teuer!

Ihre Arbeitskraft ist Ihr wertvollstes Gut – wir hoffen, Sie haben sich längst gegen die Risiken der Berufsunfähigkeit abgesichert. Denn ein Unfall oder eine Krankheit kann Ihnen Ihre Lebens- und Finanzplanung schnell verhageln. Jeder vierte Deutsche muss seinen Beruf vor dem Rentenalter an den Nagel hängen, weil die Gesundheit schlappmacht – allen voran der Rücken und die Psyche. Neben der menschlichen Tragödie droht Ihnen ohne Vorsorge auch der finanzielle Abstieg. Denn die Sozialsysteme sichern in solchen Fällen kaum mehr als das Überleben: Mit der vollen Erwerbsminderungsrente etwa kommen Sie Pi mal Daumen gerade einmal auf die Hälfte Ihres Nettogehaltes – mit der Aussicht auf Lebenslänglich.

Wer mehr will, muss privat vorsorgen. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) schließt diese Lücke und zahlt zusätzlich zu den staatlichen Leistungen eine monatliche Rente. Haben Sie bereits eine Versicherung abgeschlossen, prüfen Sie, ob die versicherte Summe noch ausreicht. Eventuell ist Ihr Lebensstandard gestiegen und Sie haben mehr Geld zur Verfügung, so dass Sie aufstocken können.

Falls Sie noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, wird es teuer. Denn die Kosten des Versicherungsschutzes steigen mit jedem Lebensjahr – und auch das Risiko, dass Sie wegen möglicher Vorerkrankungen abgelehnt werden oder der Versicherer bestimmte Risiken ausschließen wollen, steigt. Grund für diese rigide Auslese sind die horrenden Summen, die die Gesellschaften im Ernstfall aufbringen müssen: Eine Kundin, die mit 50 ihren Job aufgeben muss und 17 Jahre lang 2.000 Euro pro Monat bekommt, kostet die Versicherung mehr als 400.000 Euro – ohne Zinsen und Zusatzleistungen.

herMoney Tipp:

Je älter Sie sind, desto teurer wird es. Lassen Sie sich gut beraten und vergleichen Sie nicht nur Preise und Leistungen akribisch, sondern prüfen Sie auch, ob sich eine BU für Sie noch lohnt. Weitere Informationen zum Thema BU finden Sie hier!

Private Haftpflichtversicherung: Nie mehr ohne

Eine leistungsstarke Haftpflichtversicherung gehört zum Pflichtprogramm, sie ist die wohl wichtigste Police überhaupt. Ob Frau oder Mann, alt oder jung, Single oder verheiratet: Jeder sollte eine Haftpflichtversicherung haben. Denn bereits eine kleine Unachtsamkeit genügt, um einen Millionenschaden zu verursachen, für den Sie dann haften. Der kann schon entstehen, wenn Sie gestresst von der Arbeit kommen und die Autotür ohne Blick in den Rückspiegel öffnen und ein Radfahrer so unglücklich auf den Kopf stürzt, dass er zum Pflegefall wird. Die Kosten der Behandlung, die Schmerzensgeldforderungen und unter Umständen lebenslange Rentenzahlungen an das Unfallopfer können sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Wenn Sie Kinder haben, kommen Sie gleich gar nicht ohne diesen Versicherungsschutz aus. Kinder unter sieben Jahren gelten per Gesetz zwar als deliktunfähig und sind nicht automatisch mitversichert. Doch viele Anbieter haben ihre Tarife ergänzt. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Versicherung auch den Schutz deliktunfähiger Kinder übernimmt.

Ohne Versicherungsschutz zahlen Eltern und Kinder unter Umständen lebenslang für die Folgen des Unfalls. Dabei ist die Police nicht teuer, Singles zahlen gerade einmal ein paar Euro im Monat. Selbst ein  Rundumschutz für Familien ist schon für knapp 60 Euro im Jahr zu haben. Bitte unbedingt abschließen!

herMoney Tipp:

Achten Sie auf eine möglichst hohe Deckungssumme. Die Verbraucherschützer vom „Bund der Versicherten“ raten, mindestens fünf Millionen Euro zu versichern; wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, wählt eine Deckungssumme von zehn Millionen Euro. Falls Sie heiraten, vermeiden Sie die Doppelversicherung und steigen Sie auf einen Familienvertrag um. Aber denken Sie bei Trennung daran, einen eigenen Versicherungsschutz aufzubauen. Ihr Nachwuchs ist mitversichert, solange er in Ausbildung ist.

Risikolebensversicherung: Entscheidung aus Liebe – und Vernunft

Mit einer Risikolebensversicherung sichern Sie andere finanziell ab für den Fall, dass Sie sterben. Als Single ohne Kinder benötigen Sie eine solche Police in der Regel nicht. Anders sieht es aus, wenn Sie Nachwuchs haben – oder gemeinsam mit Ihrem Partner finanzielle Verpflichtungen eingegangen sind – zum Beispiel für den Kauf von Wohneigentum. Dann macht es Sinn, die Familie für den Fall der Fälle abzusichern.

Risikolebensversicherungen sind recht simple Produkte: Der Versicherer kalkuliert anhand der statistischen Lebenserwartung (und der Infos aus einem Gesundheitscheck) mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Kundin das Ende des Vertrages erlebt – und setzt dementsprechend die Beiträge fest. Junge Versicherte zahlen deshalb meist niedrigere Sätze als betagte, gesunde weniger als kranke und Nichtraucherinnen kommen günstiger davon als Raucherinnen.

Recht simpel ist es auch, einen guten Anbieter zu finden. Meist klappt das in drei Schritten:

  • Schritt eins: Versicherungssumme festlegen. Experten raten, mindestens das Drei- bis Fünffache des eigenen Jahresbruttoverdienstes abzusichern. Wer Schulden hat, etwa, weil das Haus noch nicht abbezahlt ist, muss die Summe höher ansetzen. Lassen Sie sich im Zweifel beraten!
  • Schritt Zwei: Laufzeit definieren. Wie lange eine Risikolebensversicherung laufen sollte, ist von Fall zu Fall verschieden. Wer Kinder hat, sollte wenigstens bis zu deren 20. Geburtstag versichert sein, wer verschuldet ist, sollte die Versicherung so lange laufen lassen, bis die Verbindlichkeiten (voraussichtlich) abbezahlt sind.
  • Schritt Drei: Preise vergleichen. Bei den Risikolebensversicherungen ist der Preis das ausschlaggebende Kriterium. Die Leistung (Geld wegen Tod) ist ja immer gleich. Umso erstaunlicher ist es, dass teure Verträge viermal so viel kosten können wie günstige. Vergleichen lohnt hier also ganz besonders!

herMoney Fazit:

Kinderlose Singles können meist auf sie verzichten, Familien und Alleinerziehende dagegen nicht. Auch für kinderlose Paare lohnt sich ein Abschluss – vor allem, wenn es gemeinsame Schulden gibt.

Testament: Ja, Sie brauchen eines!

Heiraten, Kinder bekommen, Karriere machen, Immobilie kaufen: Sie können Ihr Leben planen und gestalten. Aber gegen einen Schicksalsschlag sind Sie nicht gefeit. Deshalb sollten Sie sich rechtzeitig mit ihrem „letzten Willen“ auseinandersetzen. Ansonsten bestimmt der Staat, wer im Fall der Fälle von Ihrem Nachlass profitiert. Und die staatlichen Regelungen dürften nicht immer zu den von Ihnen gewünschten Ergebnissen führen.

Nach der gesetzlichen Erbfolge werden grundsätzlich die nächsten Verwandten bedacht. Sind Sie nicht verheiratet und haben Sie keine Kinder, geht Ihr Hab und Gut nach Ihrem Tod automatisch an Ihre Eltern. Freunde – und auch Ihr Lebenspartner – gehen dann leer aus. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange Sie mit Ihrem Partner zusammen sind und ob Sie eventuell sogar einen gemeinsamen Haushalt führen. Denn es gilt: Ohne Trauschein kein Erbe – solange Sie nichts anderes per Testament oder Erbvertrag bestimmen.

Damit Ihr Erspartes, der Familienschmuck und alles, was Ihnen lieb und teuer ist, in die richtigen Hände fällt, müssen Sie also handeln – und ein Testament aufsetzen. Angst, dauerhaft an (veraltete) Regelungen gebunden zu sein, muss dabei niemand haben. Ein Einzeltestament lässt sich jederzeit widerrufen – oder durch ein neueres außer Kraft setzen.

herMoney Tipp:

Ihr letzter Wille gilt nur, wenn er entweder von einem Notar beurkundet wurde (Vorsicht, teuer!) oder wenn Sie das ganze Dokument per Hand geschrieben, unterschrieben und mit einem Datum versehen  haben. Das mag – je nach Handschrift – nicht besonders offiziell aussehen, muss aber sein. Getippte und gedruckte Testamente sind unwirksam. Sorgen Sie zudem dafür, dass das Dokument auch wirklich gefunden wird: Dafür können Sie es beim nächsten Amtsgericht hinterlegen oder es für 15 Euro im Zentrale Testamentsregister registrieren.

Achtung Patchwork!

Das deutsche Erbrecht ist auf die klassische Ehe angelegt – Kinder und Ehegatten werden besonders bedacht. Kompliziert wird es, wenn Sie sich von Ihrem Ehemann trennen und einen neue Partnerschaft eingehen. Und noch komplizierter, wenn Sie und Ihr  Partner heiraten und Kinder mit in die neue Ehe bringen.

Machen Sie sich zwei Dinge  bewusst: Solange Sie nicht geschieden sind, hat Ihr Noch-Ehemann Anspruch auf die Hälfte Ihres Erbes. Ihr neuer Partner dagegen wird ohne Trauschein leer ausgehen. Und zweitens: Heiraten Sie Ihren neuen Partner, sind die leiblichen Kinder desjenigen Ehepartners im Nachteil, der als erster stirbt. Sollten Sie vor Ihrem Mann sterben, erbt – solange nichts anderes testamentarisch vereinbart worden ist – Ihr Mann die Hälfte Ihres Vermögens, die andere Hälfte teilen sich Ihre leiblichen Kinder. Stirbt anschließend Ihr Mann, gehen Ihre leiblichen Kinder aber vollkommen leer aus, weil sie als seine Stiefkinder nach der gesetzlichen Erbfolge keine Ansprüche anmelden können. Die leiblichen Kinder Ihres Ehepartners dagegen erben Ihr halbes Vermögen und das Vermögen Ihres Mannes. Falls Ihr Partner zuerst stirbt, verhält es sich umgekehrt.

herMoney Tipp:

Ein Testament ist immer empfehlenswert. Wenn Sie in einer Patchworkfamilie leben, aber unverzichtbar. Lassen Sie sich gut beraten und überlassen Sie es nicht dem Zufall, ob Ihre oder die Kinder Ihres Mannes mehr erben. Eine klare Planung sorgt nicht nur für Gerechtigkeit, sondern verhindert auch einen Familienzwist!

Patientenverfügung: Nur gut im Kombipack

Können Sie sich vorstellen, über Leben und Tod eines geliebten Mitmenschen entscheiden zu müssen? Gewissenskonflikte sind dann wohl programmiert. Wenn Sie Ihren Partner oder Ihre Kinder nicht in eine solche Situation bringen möchten,  sollten Sie vorsorgen. Die Amerikanerin Terri Schiavo hatte das nicht gemacht. 15 Jahre lang lag sie im Wachkoma, bevor Ihr Ehemann vor Gericht das Recht erkämpfte, die künstliche Ernährung einstellen zu lassen. 13 Tage später war Terri Schiavo tot. Der Fall führte auch in Deutschland zu einer hitzigen Diskussion über die Rechte eines Menschen am Ende des Lebens.

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht erstellen

Sie können vorsorgen und Ihren Angehörigen schmerzhafte Entscheidungen (und juristische Auseinandersetzungen) ersparen, indem Sie eine schriftliche Patientenverfügung erstellen. Darin können Sie regeln, welche medizinischen Maßnahmen Sie sich – etwa nach einem schweren Unfall, bei einer unheilbaren Krebserkrankung oder in anderen Extremsituationen – wünschen. Und welche eben nicht.

Damit die Ärzte sich im Ernstfall an die Vorgaben halten, sollten Sie zudem einer Person Ihres Vertrauens eine sogenannte Vorsorgevollmacht überreichen. Damit lassen sich die Anordnungen auch dann durchsetzen, wenn Sie selbst sich nicht mehr äußern können. Wichtig ist es zudem, die eigenen Anordnungen etwa alle fünf Jahre zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen – schließlich kann sich die eigene Einstellung zum Leben ebenso ändern wie das Vertrauensverhältnis zu dem einen oder anderen Mitmenschen.

herMoney Tipp:

Eine Vorsorgevollmacht muss grundsätzlich schriftlich erteilt und dem Bevollmächtigten ausgehändigt werden. Nur so kann sich dieser im Ernstfall legitimieren. Ganz Akkurate lassen die Urkunde vom Notar beurkunden. Sinnvoll ist es zudem, Vorsorgedokumente und die Patientenverfügung im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. So ist in jedem Fall sichergestellt, dass Behörden und Ärzte im Ernstfall darauf zugreifen können. Dieses Verfahren kostet einmalig 13 bis 15 Euro.

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