Schritt 1:
Existenzrisiken
absichern
Schritt 2:
Altersversorgung
optimieren
Schritt 3:
Vermögen
aufbauen

Existenzrisiken absichern in den Dreißigern

Wer in seinen Zwanzigern schon den Grundstein für die finanzielle Absicherung gelegt hat, kann in den Dreißigern über ein hübsches Sümmchen zum Anlegen freuen. Doch auch wenn die Finanzplanung erst jetzt ein Thema für Sie geworden ist, ist es noch für nichts zu spät. Zunächst sollten Sie sich mit der Absicherung Ihrer Existenz beschäftigen. Das beginnt beim Vergleich verschiedener Versicherungstarife – und der Frage, welche Versicherungen Sie überhaupt brauchen. Vielleicht haben Sie in Ihren Zwanzigern auch ein paar Verträge abgeschlossen, von deren Sinnhaftigkeit Sie jetzt nicht mehr überzeugt sind? Unser erster Schritt zur finanziellen Unabhängigkeit hilft, Licht in den Dschungel der Existenzabsicherung zu bringen.

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Krankenversicherung- ein Leistungsvergleich lohnt!

Eine eigene Krankenversicherung haben Sie längst. Als Angestellte mit einem Einkommen unter 4.950 Euro sind Sie „pflichtversichert“, also Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Aber innerhalb der GKV können Sie zwischen mehr als 100 Krankenkassen wählen. Zwar ist der „allgemeine Beitragssatz“ bei allen Kassen mit 14,6 Prozent Ihres Bruttolohnes gleich hoch. Aber die Kassen erheben sogenannte Zusatzbeiträge, die in der Höhe variieren. Mit einem Wechsel könnten Sie eventuell viel Geld sparen.

Zudem unterscheiden sich die gesetzlichen Krankenkassen im Leistungsangebot. Überprüfen Sie, ob die von Ihnen gewählte Kasse noch zu Ihren Bedürfnissen passt. Vielleicht haben Sie alternative Heilmethoden für sich entdeckt und wünschen sich die Übernahme der Kosten für Akupunktur, Homöopathie oder Osteopathie? Auch haben die Kassen unterschiedliche Präventionsleistungen wie Rückenkurse oder Raucherentwöhnung im Leistungskatalog.

Sie haben die Wahl?

Als Mitglied der gesetzlichen Krankenkassen können Sie jederzeit in die private Krankenversicherung wechseln – wenn Sie mehr als 4.950 Euro im Monat verdienen, verbeamtet oder selbständig sind. Hat sich Ihre Arbeitssituation inzwischen verändert – vielleicht haben Sie ein Referendariat abgeschlossen und sind als Lehrerin verbeamtet worden? Vielleicht haben Sie Ihr eigenes Unternehmen gegründet oder aber im Unternehmen die ersten Stufen der Karriereleiter geschafft, so dass Ihr Gehalt über die geforderten 4.800 Euro gestiegen ist? Dann macht es unter Umständen Sinn, sich jetzt genauer mit der privaten Krankenversicherung zu beschäftigen.

Was spricht für eine private Krankenversicherung?

  • Besseres Leistungsangebot: Verbindliche Leistungs-Limits wie in der gesetzlichen Kasse gibt es nicht. In (teuren) Top-Tarifen profitieren Sie daher oft von deutlich besseren Leistungen, als die Kassen sie bieten.
  • Freie Tarifwahl: Allianz & Co. bieten eine Vielzahl unterschiedlicher Tarife zu unterschiedlichen Preisen. Erlaubt ist, was gefällt – und was Sie bezahlen wollen oder können.
  • Individuelle Kostenrechnung: In der gesetzlichen Krankenversicherung hängen die Beiträge vom Einkommen ab. Wer gut verdient, zahlt mehr, wer wenig verdient, weniger. In der privaten Krankenversicherung zählt dagegen Ihr Alter, Ihr Beruf und Ihr Gesundheitszustand. Wenn Sie jung und fit sind und keine Vorerkrankungen haben, wird es eventuell günstiger.
  • Beitragsrückerstattung und Selbstbehalt: Wenn Sie keine Leistungen in Anspruch nehmen, bekommen Sie je nach Vertrag Beiträge erstattet – in der GKV bieten das nur wenige Kassen an. Sparen können Sie (sofern Sie wenig ärztliche Leistungen benötigen) eventuell auch durch einen Selbstbehalt. Damit verpflichten Sie sich, Kosten in vereinbarter Höhe aus der eigenen Tasche zu bezahlen, bevor der Versicherungsschutz greift. Im Gegenzug zahlen Sie einen niedrigen Monatsbeitrag an Ihre Versicherung.
  • Bevorzugte Behandlung: Als Privatpatient sind Sie bei den Ärzten gerne gesehen, weil die privaten Versicherungen mehr Leistungen übernehmen und die Behandlungen zu höheren Sätzen vergüten. In der Regel bekommen Sie deshalb schneller einen Behandlungstermin. Das gilt auch für manche Untersuchungen oder Operationen, die nicht lebensrettend sind. Auf einen Termin für ein MRT (Magnet Resonanz Tomographie) des Kniegelenks etwa oder auf einen Termin für eine Hüft-OP müssen Sie als Kassenpatient unter Umständen einige Wochen warten.

Was spricht gegen eine private Versicherung?

  • Individuelle Kostenrechnung: Was für die eine ein Vorteil ist, ist für die andere ein Nachteil. Wenn Sie etwa kaputte Gelenke vom Leistungssport haben oder in einer Krise mal eine Psychotherapie gemacht haben, kann es für Sie teuer werden, weil die Versicherungen dann mit einem höheren Risiko kalkulieren.
  • Ausschluss von Leistungen: Die privaten Krankenkassen müssen Sie nicht als Kunde akzeptieren. Wer Vorerkrankungen (siehe oben) hat, muss mitunter auch mit einem Leistungsausschluss rechnen. Das könnte am Ende für Sie teuer werden.
  • Hoher Aufwand: Als Kassenpatient haben Sie mit Verwaltung nichts am Hut – der Arzt rechnet direkt mit Ihrer Krankenkasse ab. Als Privatpatient müssen Sie in Vorleistungen treten und die Rechnungen dann bei Ihrer Versicherung eineichen, um die Kosten erstattet zu bekommen.
  • Keine Familienversicherung: In der gesetzlichen Versicherung sind die Familienangehörigen eines Mitglieds kostenlos mitversichert, wenn sie kein eigenes Einkommen haben. Anders in der privaten Krankenversicherung: Hier zahlt jedes Mitglied seinen eigenen Beitrag – ob es Einkommen hat oder nicht. Das kann für Familien sehr teuer werden, denn nicht nur für nicht arbeitende Ehepartner, sondern auch für jedes Kind wird ein Beitrag fällig.
  • Schwieriger Wechsel: Wenn Sie einmal privat versichert sind, kommen Sie nur schwer zurück in die GKV – es sei denn, über ein Angestelltenverhältnis mit weniger als 4.950 Euro Gehalt. Dann sind Sie automatisch (wieder) „pflichtversichert“. Auch ein Wechsel zu einem anderen privaten Anbieter ist vielfach teuer. Die Entscheidung für eine Private ist daher oft eine Entscheidung fürs Leben – und sollte reiflich überlegt sein.

herMoney Tipp:

Wenn Sie Nachwuchs oder die Gründung einer Familie planen, überlegen Sie sich reiflich, ob Sie auf die Vorteile einer Familienversicherung verzichten möchten. Das gilt vor allem dann, wenn Ihr Ehemann oder Sie zugunsten der Kinder vorübergehend beruflich zurückstecken möchten. Im Zweifel muss dann ein Verdiener die Beiträge für jedes Mitglied der Familie bezahlen. Je mehr Kinder Sie haben möchten, desto teurer wird es werden. Besprechen Sie Ihre Pläne in jedem Fall mit Ihrem Partner.

Auslandsreisekrankenversicherung

Sie fahren Ski in den Alpen, lieben Abenteuer und reisen gerne in ferne Länder? Dann sollten Sie entweder reich oder gut versichert sein. Denn wer im Ausland auf ärztliche Hilfe angewiesen ist, darf nicht ohne weiteres auf die Unterstützung seiner Krankenversicherung hoffen.

Besonders hart trifft es gesetzlich Versicherte. Müssen sie im europäischen Ausland zum Arzt, werden sie dort meist nur gegen Vorkasse behandelt. Wieder daheim, erstattet die Kasse dann nur jenen Teil der Rechnung, der den deutschen Sätzen entspricht – eventuell sogar abzüglich entstandener Verwaltungskosten. Auf dem (oft stattlichen Rest) bleiben Sie dann sitzen.

Gar nichts beteiligen sich die Kassen an Behandlungskosten, die außerhalb Europas beziehungsweise in Ländern entstanden sind, mit denen Deutschland kein sogenanntes Sozialversicherungsabkommen hat – dazu gehören auch beliebte Reiseziele wie die USA oder Thailand. Hier zahlen sie alle Rechnungen für Arzt, Klinik und Medikamente aus eigener Tasche.

Teuer wird es auch, wenn Sie per Sondertransport zurück nach Deutschland gebracht werden müssen. Da kommen schnell fünfstellige Summen zusammen – von denen die gesetzlichen Krankenkassen keinen Cent übernehmen.

Selbst als Privatpatient sollten Sie nicht blind darauf vertrauen, dass ihr Versicherer die Behandlungskosten im Ausland sowie den Heimtransport übernimmt. Prüfen Sie deshalb genau, ob Ihr gewählter Tarif Leistungen im Ausland beinhaltet.

Mit dem Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung sind Sie auf der sicheren Seite. Die Police gibt es bereits für wenige Euro im Jahr, eine Familienpolice ist für weniger als 20 Euro im Jahr zu haben. Die Stiftung Warentest hat 80 Produkte getestet: Die besten finden Sie hier

herMoney Tipp:

Für alle, die das Fernweh packt, ist der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung Pflicht. Achten Sie beim Abschluss darauf, dass die gewählte Police auch für Ihr Reiseland gilt und dass die Kosten für einen möglichen Rücktransport bereits übernommen werden, wenn es „sinnvoll und vertretbar“ ist – und nicht erst dann, wenn „medizinische Notwendigkeit“ besteht.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Teuer – aber wichtig

Ihre Arbeitskraft ist Ihr wertvollstes Gut – wir hoffen, Sie haben sich längst gegen die Risiken der Berufsunfähigkeit abgesichert. Denn ein Unfall oder eine Krankheit kann Ihnen Ihre Lebens- und Finanzplanung schnell verhageln. Jeder vierte Deutsche muss seinen Beruf vor dem Rentenalter an den Nagel hängen, weil die Gesundheit schlappmacht – allen voran der Rücken und die Psyche. Neben der menschlichen Tragödie droht Ihnen ohne Vorsorge auch der finanzielle Abstieg. Denn die Sozialsysteme sichern in solchen Fällen kaum mehr als das Überleben: Mit der vollen Erwerbsminderungsrente etwa kommen Sie Pi mal Daumen gerade einmal auf die Hälfte Ihres Nettogehaltes – mit der Aussicht auf Lebenslänglich.

Wer mehr will, muss privat vorsorgen. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) schließt diese Lücke und zahlt zusätzlich zu den staatlichen Leistungen eine monatliche Rente. Haben Sie bereits eine Versicherung abgeschlossen, prüfen Sie, ob die versicherte Summe noch ausreicht. Eventuell ist Ihr Lebensstandard gestiegen und Sie haben mehr Geld zur Verfügung, so dass Sie aufstocken können.
Falls Sie noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, wird es nun höchste Zeit. Denn der Versicherungsschutz wird mit jedem Lebensjahr teurer – und auch das Risiko, dass Sie wegen möglicher Vorerkrankungen abgelehnt werden, steigt. Denn die Versicherer verlangen einen Gesundheitscheck. Wer nicht fit genug ist, wird entweder gnadenlos aussortiert – oder muss erheblich höhere Beiträge zahlen. Grund für diese rigide Auslese sind die horrenden Summen, die die Gesellschaften im Ernstfall aufbringen müssen: Eine Kundin, die mit 40 ihren Job aufgeben muss und 25 Jahre lang 2000 Euro pro Monat bekommt, kostet die Versicherung stolze 600 000 – ohne Zinsen und Zusatzleistungen.

herMoney Tipp:

Je früher Sie eine BU abschließen, desto günstiger sind in der Regel die Beiträge. Lassen Sie sich aber nie zu einem Abschluss drängen. Nicht jedes Produkt ist sein Geld wert! Lassen Sie sich beraten und vergleichen Sie Preise und Leistungen akribisch. Und achten Sie auf eine Nachversicherungsgarantie. Damit können Sie bei Bedarf ohne zusätzliche Gesundheitsprüfung aufstocken. Weitere Infos zum Thema BU sowie eine Checkliste finden Sie hier!

Private Haftpflichtversicherung: Nie mehr ohne

Eine leistungsstarke Haftpflichtversicherung gehört zum Pflichtprogramm, sie ist die wohl wichtigste Police überhaupt. Ob Frau oder Mann, alt oder jung, Single oder verheiratet: Jeder sollte eine Haftpflichtversicherung haben. Denn bereits eine kleine Unachtsamkeit genügt, um einen Millionenschaden zu verursachen, für den Sie dann haften. Der kann schon entstehen, wenn Sie gestresst von der Arbeit kommen und die Autotür ohne Blick in den Rückspiegel öffnen und ein Radfahrer so unglücklich auf den Kopf stürzt, dass er zum Pflegefall wird. Die Kosten der Behandlung, die Schmerzensgeldforderungen und unter Umständen lebenslange Rentenzahlungen an das Unfallopfer können sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Wenn Sie Kinder haben, kommen Sie gleich gar nicht ohne diesen Versicherungsschutz aus. Kinder unter sieben Jahren gelten per Gesetz zwar als deliktunfähig und sind nicht automatisch mitversichert. Doch viele Anbieter haben ihre Tarife ergänzt. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Versicherung auch den Schutz deliktunfähiger Kinder übernimmt.

Ohne Versicherungsschutz zahlen Eltern und Kinder unter Umständen lebenslang für die Folgen des Unfalls. Dabei ist die Police nicht teuer, Singles zahlen gerade einmal ein paar Euro im Monat. Selbst ein Rundumschutz für Familien ist schon für knapp 60 Euro im Jahr zu haben. Bitte unbedingt abschließen!

herMoney Tipp:

Achten Sie auf eine möglichst hohe Deckungssumme. Die Verbraucherschützer vom „Bund der Versicherten“ raten, mindestens fünf Millionen Euro zu versichern; wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, wählt eine Deckungssumme von zehn Millionen Euro. Falls Sie heiraten, vermeiden Sie die Doppelversicherung und steigen Sie auf einen Familienvertrag um. Auch Ihr Nachwuchs ist dann mitversichert, solange er in Ausbildung ist.

Risikolebensversicherung: Entscheidung aus Liebe – und Vernunft


Mit einer Risikolebensversicherung sichern Sie andere finanziell ab für den Fall, dass Sie sterben. Als Single ohne Kinder benötigen Sie eine solche Police in der Regel nicht. Anders sieht es aus, wenn Sie Nachwuchs haben – oder gemeinsam mit Ihrem Partner finanzielle Verpflichtungen eingegangen sind. Dann macht es Sinn, die Familie für den Fall der Fälle abzusichern.

Risikolebensversicherungen sind recht simple Produkte: Der Versicherer kalkuliert anhand der statistischen Lebenserwartung (und der Infos aus einem Gesundheitscheck) mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Kundin das Ende des Vertrages erlebt – und setzt dementsprechend die Beiträge fest. Junge Versicherte zahlen deshalb meist niedrigere Sätze als betagte, gesunde weniger als kranke und Nichtraucherinnen kommen günstiger davon als Raucherinnen.

Recht simpel ist es auch, einen guten Anbieter zu finden. Meist klappt das in drei Schritten:

  • Schritt eins: Versicherungssumme festlegen. Experten raten, mindestens das Drei- bis Fünffache des eigenen Jahresbruttoverdienstes abzusichern. Wer Schulden hat, etwa, weil das Haus noch nicht abbezahlt ist, muss die Summe höher ansetzen. Lassen Sie sich im Zweifel beraten!
  • Schritt Zwei: Laufzeit definieren. Wie lange eine Risikolebensversicherung laufen sollte, ist von Fall zu Fall verschieden. Wer Kinder hat, sollte wenigstens bis zu deren 20. Geburtstag versichert sein, wer verschuldet ist, sollte die Versicherung so lange laufen lassen, bis die Verbindlichkeiten (voraussichtlich) abbezahlt sind.
  • Schritt Drei: Preise vergleichen. Bei den Risikolebensversicherungen ist der Preis das ausschlaggebende Kriterium. Die Leistung (Geld wegen Tod) ist ja immer gleich. Umso erstaunlicher ist es, dass teure Verträge viermal so viel kosten können wie günstige. Vergleichen lohnt hier also ganz besonders!

herMoney Fazit:

Kinderlose Singles können meist auf sie verzichten, junge Familien und Alleinerziehende dagegen nicht. Auch für kinderlose Paare lohnt sich ein Abschluss – vor allem, wenn es gemeinsame Schulden gibt.

Testament: Ja, Sie brauchen eines!

Heiraten, Kinder bekommen, Karriere machen, Immobilie kaufen: Sie können Ihr Leben planen und gestalten. Aber gegen einen Schicksalsschlag sind Sie nicht gefeit. Deshalb sollten Sie sich auch in jungen Jahren schon mit ihrem „letzten Willen“ auseinandersetzen. Ansonsten bestimmt der Staat, wer im Fall der Fälle von Ihrem Nachlass profitiert. Und die staatlichen Regelungen dürften nicht immer zu den von Ihnen gewünschten Ergebnissen führen.

Nach der gesetzlichen Erbfolge werden grundsätzlich die nächsten Verwandten bedacht. Sind Sie nicht verheiratet und haben Sie keine Kinder, geht Ihr Hab und Gut nach Ihrem Tod automatisch an Ihre Eltern. Freunde – und auch Ihr Lebenspartner – gehen dann leer aus. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange Sie mit Ihrem Partner zusammen sind und ob Sie eventuell sogar einen gemeinsamen Haushalt führen. Denn es gilt: Ohne Trauschein kein Erbe – solange Sie nichts anderes per Testament oder Erbvertrag bestimmen.

Damit Ihr Erspartes, der Familienschmuck und alles, was Ihnen lieb und teuer war, in die richtigen Hände fällt, müssen Sie also handeln – und ein Testament aufsetzen. Je älter Sie sind und je komplexer die Familienstrukturen sind, desto wichtiger ist dieser Schritt. Angst, dauerhaft an (veraltete) Regelungen gebunden zu sein, muss dabei niemand haben. Ein Einzeltestament lässt sich jederzeit widerrufen – oder durch ein neueres außer Kraft setzen.

herMoney Tipp:

Ihr letzter Wille gilt nur, wenn er entweder von einem Notar beurkundet wurde (Vorsicht, teuer!) oder wenn Sie das ganze Dokument per Hand geschrieben und unterschrieben haben. Das mag – je nach Handschrift –nicht besonders offiziell aussehen, muss aber sein. Getippte und gedruckte Testamente sind unwirksam. Sorgen Sie zudem dafür, dass das Dokument auch wirklich gefunden wird: Dafür können Sie es beim nächsten Amtsgericht hinterlegen oder es für 15 Euro im Zentrale Testamentsregister registrieren.

Patientenverfügung: Nur gut im Kombipack

Können Sie sich vorstellen, über Leben und Tod eines geliebten Mitmenschen entscheiden zu müssen? Gewissenskonflikte sind dann wohl programmiert. Wenn Sie Ihren Partner oder Ihre Kinder nicht in eine solche Situation bringen möchten, sollten Sie vorsorgen. Die Amerikanerin Terri Schiavo hatte das nicht gemacht. 15 Jahre lang lag sie im Wachkoma, bevor Ihr Ehemann vor Gericht das Recht erkämpfte, die künstliche Ernährung einstellen zu lassen. 13 Tage später war Terri Schiavo tot. Der Fall führte auch in Deutschland zu einer hitzigen Diskussion über die Rechte eines Menschen am Ende des Lebens.

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht erstellen

Wenn Sie über 18 sind, können Sie vorsorgen und Ihren Angehörigen schmerzhafte Entscheidungen (und juristische Auseinandersetzungen) ersparen, indem Sie eine schriftliche Patientenverfügung erstellen. Darin können Sie regeln, welche medizinischen Maßnahmen Sie sich – etwa nach einem schweren Unfall, bei einer unheilbaren Krebserkrankung oder in anderen Extremsituationen – wünschen. Und welche eben nicht.

Damit die Ärzte sich im Ernstfall an die Vorgaben halten, sollten Sie zudem einer Person Ihres Vertrauens eine sogenannte Vorsorgevollmacht überreichen. Damit lassen sich die Anordnungen auch dann durchsetzen, wenn Sie selbst sich nicht mehr äußern können. Wichtig ist es zudem, die eigenen Anordnungen etwa alle fünf Jahre zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen – schließlich kann sich die eigene Einstellung zum Leben ebenso ändern wie das Vertrauensverhältnis zu dem einen oder anderen Mitmenschen.

herMoney Tipp:

Eine Vorsorgevollmacht muss grundsätzlich schriftlich erteilt und dem Bevollmächtigten ausgehändigt werden. Nur so kann sich dieser im Ernstfall legitimieren. Ganz Akkurate lassen die Urkunde vom Notar beurkunden. Sinnvoll ist es zudem, Vorsorgedokumente und die Patientenverfügung im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. So ist in jedem Fall sichergestellt, dass Behörden und Ärzte im Ernstfall darauf zugreifen können. Dieses Verfahren kostet einmalig 13 bis 15 Euro.

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